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Donnerstag, 08.11.2018

Weichen für Zugverbindung nach Dresden gestellt

Die Koalition bekennt sich zur Line RB 110. Nun sind die Verkehrsverbünde gefragt. Nur dann kann das Vorhaben verwirklicht werden.

Von Sylvia Jentzsch

Die Linie RB 110 von Döbeln nach Dresden soll wieder Fahrt aufnehmen. Ob das Wirklichkeit wird oder ein Wunsch bleibt, liegt nun an den Verkehrsverbänden.
Die Linie RB 110 von Döbeln nach Dresden soll wieder Fahrt aufnehmen. Ob das Wirklichkeit wird oder ein Wunsch bleibt, liegt nun an den Verkehrsverbänden.

© André Braun

Dresden/Döbeln. Ein Wunsch vieler Döbelner könnte in Erfüllung gehen. Die Regierungskoalition von CDU und SPD setzt sich für die Reaktivierung der Bahnlinie RB 110 ein, die Ende 2015 geschlossen wurde. Dafür wurden im Rahmen der Haushaltsverhandlungen fünf Millionen Landesmittel für die Jahre 2019/20 eingestellt. Hinzu kommt eine sogenannte Verpflichtungsermächtigung für weitere drei Jahre. Es geht konkret um den Streckenabschnitt zwischen Döbeln und Meißen, da ab Meißen bereits Züge im 15-Minuten-Takt nach Dresden fahren.

„Das ist ein klares Bekenntnis der Politik. Doch bei der Umsetzung des Vorhabens müssen die zuständigen beiden Verkehrsverbünde Mittelsachsen (VMS) und Oberelbe (VVO) mitziehen. Ob das so wird, kann ich noch nicht sagen. Bei ihnen liegt die endgültige Entscheidung über diese Verbindung“, so der SPD-Landtagsabgeordnete Hennig Homann. Deshalb gebe es trotz der positiven Nachricht noch keinen Grund zum Jubeln. Das bestätigte auch CDU-Landtagsabgeordneter Sven Liebhauser. Die Zweckverbände seien nun in der Verantwortung.

„Eine Zugverbindung von Döbeln nach Dresden ist für die künftige Entwicklung meiner Heimatstadt von entscheidender Bedeutung“, so Homann. Kollege Sven Liebhauser (CDU) freut sich, dass das Land Geld zur Wiederbelebung der Strecke zur Verfügung stellt. Das sei für Döbeln ein wichtiger Schritt in Sachen Verkehrsanbindung zu den Metropolen, so Liebhauser

Im Rahmen der Haushaltsverhandlungen ist es gelungen, ein klares Bekenntnis für diese Strecke zu erzielen. Die SPD hätte einen entsprechenden Antrag gestellt, so Homann. Auch wenn es ein Antrag seiner Partei gewesen sei, die den Stein ins Rollen brachte, so wurde dieser auch von Abgeordneten der CDU und durch zahlreiche Briefe von Unternehmen, Verbänden und Bürgern aus der Region Döbeln unterstützt. Auch die Grünen hätten durch ihre Beharrlichkeit und fachlichen Vorschläge zum Teilerfolg beigetragen, so Homann.

Der DA wollte von den betroffenen Verkehrsverbünden wissen, wie sie zu möglichen Verbindung zwischen Döbeln und Dresden stehen. „Bisher liegen dem VVO dazu weder offizielle Informationen vor, noch ist der Haushalt überhaupt beschlossen. Sobald es zu den jetzt geplanten Mitteln Beschlüsse und mehr Details gibt, können wir uns dazu äußern“, sagte Christian Schlemper, Pressesprecher der VVO. Vom VSM gab es keine Antwort.

Der SPD-Ortsverein Döbeln hatte bereits im Oktober einen entsprechenden Beschluss gefasst. Zusammen mit den Ortsvereinen Roßwein und Sachsenkreuz forderte er die kommunalen Spitzen und die Verkehrsverbünde dazu auf, ein Konzept zur Reaktivierung und Neukonzipierung der Linie RB 110 vorzulegen und nach Abstimmung mit der Staatsregierung und den betroffenen Städten und Gemeinden umzusetzen.

Ortsverbandsvorsitzender Sylvio Kolb ist selbst Lokführer. Er ist der Meinung, dass nach einer Modernisierung der Eisenbahnstrecke in Richtung Dresden eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 90 bis 100 Stundenkilometern machbar sei, die die Fahrzeit bis Dresden unter eine Stunde senken würde. Die Eisenbahnstrecke wird von der Riesa-Nossener Eisenbahn-Compagnie betrieben. Wie Geschäftsführer Eckart Sauter sagte, sei eine Modernisierung der Strecke machbar, wenn die Verkehrsverbünde VMS und VVO den Personenverkehr für zehn Jahre bestellen. Für den Ausbau gibt es Fördermittel. „Auch gegenüber den Banken wäre das darstellbar“, so Sauter. (mit jh)