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Freitag, 08.06.2018

Wehmut im Waldstadion

Von Jürgen Schwarz

Die Sebnitzer Kicker wollen vor dem freiwilligen Rückzug aus der Landesklasse noch einmal im Waldstadion jubeln. Foto: Dirk Zschiedrich
Die Sebnitzer Kicker wollen vor dem freiwilligen Rückzug aus der Landesklasse noch einmal im Waldstadion jubeln. Foto: Dirk Zschiedrich

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In der Fußball-Landesklasse Mitte steht der vorletzte Spieltag auf dem Plan. Der BSV 68 Sebnitz und der SV Wesenitztal bestreiten ihre letzten Heimpartien in dieser Saison. Alle sieben Spiele werden am Sonnabend zeitgleich ab 15 Uhr ausgetragen.

„Natürlich ist es für Spieler und Trainer etwas Besonderes, schließlich ist es das für mindestens ein Jahr letzte Sebnitzer Heimspiel in der Landesklasse“, so BSV-Trainer Uwe Rahle. Seine Mannschaft möchte sich mit einem Podiumsplatz aus der siebenten Liga verabschieden, „daher würde uns nun nur ein Punkt gegen den Tabellenzweiten aus Hainsberg sicher nicht viel bringen“.

Der BSV rangiert drei Zähler hinter dem Gegner aus Freital auf Rang vier, punktgleich mit dem BSC Freiberg (3.) und Stahl Freital (5.). „Bei mir wird ganz sicher etwas Wehmut aufkommen, schließlich waren es vier richtig gute Jahre hier in Sebnitz“, sagt Rahle. „Damit meine ich nicht nur den sportlichen Erfolg, sondern auch das ganze Umfeld und die Mannschaft. Und die wird noch einmal alles geben, um wie beim Hinspiel die drei Punkte zu verbuchen.“ Den kompletten Kader hat Rahle zwar nicht zur Verfügung, „aber die personelle Lage hat sich etwas entspannt“.

Wer sein Nachfolger wird, weiß Rahle nicht bzw. er sagt es nicht. „Ich weiß aber, dass es schon mehrere Gespräche gegeben hat, ich bin jedoch in die Planungen für die nächste Serie nicht mehr eingebunden. Daher ist mir auch nicht bekannt, welche Spieler bleiben und wer geht. Die tschechischen Spieler werden sicher nicht mehr für Sebnitz auflaufen.“

Auch der SV Wesenitztal (11.) bestreitet nun sein letztes Heimspiel in dieser Saison. Zu Gast ist der Ligasechste Bannewitz. Dort hing der Haussegen am vorigen Sonntag etwas schief, nachdem die Bannewitzer daheim gegen Wilsdruff mit 1:5 verloren und ihre Medaillenchance in den Sand gesetzt hatten. „Das wird sicher nicht leicht in Wesenitztal“, schwant Vereinschef Karl-Heinz van Pee nichts Gutes. Zumal die Bannewitzer auf ihren Cheftrainer Jens Hieckmann (Urlaub) und Spielmacher Michel Böhme (Gelb-Rot-Sperre) verzichten müssen.

Für Wieland Steps und Christoph Egerer ist es die vorletzte Partie auf der Trainerbank des SVW. Zur neuen Saison wird Uwe Rahle das Training in Wesenitztal übernehmen (SZ berichtete). „Es wäre schon schön, wenn wir uns mit einem Sieg von unserem fachkundigen Publikum verabschieden“, sagt Egerer. Wo er im kommenden Spieljahr tätig sein wird, kann er noch nicht sagen. „Wieland und ich haben uns noch nicht konkret mit diesem Thema befasst.“

Der SV Bannewitz ist nach Mittweida die zweitbeste Auswärtsmannschaft der Liga, „aber die Moral unserer Elf ist intakt, das hat man auch bei der unglücklichen Niederlage in Freiberg gesehen“, gibt sich Egerer kämpferisch. „Vielleicht stoßen noch ein paar Spieler zum Kader, die in Freiberg gefehlt haben. Nach seiner Gelbsperre ist auch Martin Schiefner wieder dabei. Ob es Kapitän Maik Kühn, Felix Böhme, John Braun oder Markus Hexamer schaffen, müssen wir abwarten. Zumindest sind wir da vorsichtig optimistisch.“

Steigt kein Team sportlich ab?

Gut möglich, dass es in der Endabrechnung gar keinen sportlichen Absteiger gibt. Mittweida steigt in die sechste Liga auf, von dort kommt kein Verein nach unten. Sebnitz zieht sich freiwillig aus der Landesklasse zurück. Damit sind zwei Plätze im 14er-Feld frei. Normalerweise steigen drei Vereine aus den Kreisoberligen auf, „allerdings darf das nur einer der drei jeweils Erstplatzierten sein“, so Landesklassen-Staffelleiter Günter Urban. Der Heidenauer SV steht als Aufsteiger bereits fest. In der Kreisoberliga Meißen kämpfen der Meißner SV und die SG Canitz um einen Platz in der Landesklasse. Anders stellt sich die Situation in der Kreisoberliga Mittelsachsen dar.

Denn die drei führenden Mannschaften (Flöha, Mittweida II und Lichtenberg) haben den Aufstiegsverzicht erklärt. „Großwaltersdorf/Eppendorf, aktuell Tabellenvierter, würde das Aufstiegsrecht wahrnehmen, müsste dazu aber auf einen Podestplatz klettern“, so Urban. „Passiert das nicht, steigt aus Mittelsachsen keiner auf.“ Damit würden die Coswiger als Tabellenletzter der Landesklasse Mitte nicht absteigen. Einhelliger Tenor dort aber: „Wir planen ausschließlich für die Kreisoberliga.“