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Donnerstag, 12.02.2009

Wegen Verleumdung: Oberster Polizist sah ,Roth‘ vor Gericht

„Ich wollte Sie nicht in die Nähe der Stasi rücken. Es tut mir für Sie und Ihre Familie leid“: Zwei Sätze an Sachsens obersten Polizisten Bernd Merbitz (52), mit denen Skandalautor Jürgen Roth (63) gestern einen 18-monatigen Zwist vor Gericht beendete.

Chemnitz - Durch den Blätterwald war der „Sachsensumpf“ (Morgenpost berichtete) gerauscht, als Autor Roth im vorvergangenen Sommer bei einer Diskussion in Chemnitz behauptet hatte, der Landespolizeipräsident sei zu DDR-Zeiten bei der stasinahen Kripoabteilung K1 gewesen. Die Medien fragten darauf bei Merbitz an.

Der wiederum stellte Strafantrag gegen Roth - wegen Verleumdung. „Ich war zu keinem Zeitpunkt Mitarbeiter der K1“, bekräftigte der Polizei-Chef gestern vor dem Chemnitzer Amtsgericht und wurde sogar laut: „Der Vorwurf hat mich hart getroffen, auch meine Frau und meine Kinder haben darunter gelitten.“ Kleinlaut musste Roth einräumen, dass er sich bei der „heftigen Diskussion“ wohl versprochen habe: „Mit K1 hatte ich die Mordkommission gemeint, erst hinterher wusste ich, dass K1 etwas anderes bedeutet.“ Nachdem er sich entschuldigt hatte, wurde das Verfahren eingestellt.

Richterin Dagmar Börner (46): „Wer in den alten Bundesländern geboren ist, sollte sehr vorsichtig bei der Bewertung dessen sein, was hier vor 1989 passiert ist.“ fle