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Freitag, 29.06.2018

Weg ist frei für den Wiederaufbau des Palais Oppenheim

Der Stadtrat gibt mit dem Bebauungsplan ein positives Signal und auch der Eigentümer der Fläche sichert Gespräche zu.

Von Kay Haufe

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So könnte das wiederaufgebaute Palais Oppenheim mit prächtiger Fassade aussehen, die sich stark an den Semperschen Originalentwurf anlehnt.
So könnte das wiederaufgebaute Palais Oppenheim mit prächtiger Fassade aussehen, die sich stark an den Semperschen Originalentwurf anlehnt.

© Visualisierung: Büro Hummel

Lange hat Lucas Müller immer gleiche Vorträge gehalten und an viele Entscheider-Türen geklopft, jetzt erntet der Vorsitzende des Dresdner Semperclubs den Erfolg dafür. Der Stadtrat hat am Donnerstag einstimmig den Bebauungsplan Stadtquartier am Blüherpark-West, Teil Süd beschlossen. Am südlichen Ende dieses Gebietes könnte damit das Palais Oppenheim originalgetreu wiederaufgebaut werden, wofür sich Müller mit seinem Verein seit Langem einsetzt. Ein wichtiges Puzzleteil, damit dieser Plan aufgeht, ist jetzt bei ihm per Post eingetroffen. Der Geschäftsführer der Immobilienprojekt Lingner Altstadtgarten Dresden GmbH, Lars Bergmann, der die Lingnerstadt im einstigen Robotron-Areal bauen will, hat dem Semperclub zugesichert, in Gespräche mit ihm und dem Stadtplanungsamt zur Beförderung des Palais Oppenheim einzutreten.

„Für uns sind das zwei ganz wichtige Schritte“, sagt Lucas Müller. „Endlich sagt die Stadt, dass sie dieses Projekt will. Das ist doch die Grundlage dafür, dass wir Investoren finden“, sagt er. Mit zwei Interessenten stehe er in Kontakt. Nun könnten die Gespräche endlich intensiviert und konkretisiert werden, sagt Müller. „Der Investor darf nicht das Gefühl haben, dass er als Bettler auftritt.“

Für den SPD-Baupolitiker Hendrik Stalmann-Fischer würde ein wiederaufgebautes Palais Oppenheim das neue Stadtviertel bereichern. „Damit wäre ein Stück Stadtgeschichte inmitten des neuen Quartiers erlebbar“, sagt er. Doch die Politik könne nur eine Vermittlerrolle einnehmen. „Letztlich ist es eine privatwirtschaftliche Investition, für die wir gern mit dem Baurecht die Grundlage schaffen“, sagt er. Deshalb habe es im Bauausschuss auch die Festsetzung gegeben, dass sich der Lingnerstadt-Investor mit dem Semperclub verständigen solle. „Mit der Lingnerstadt entstehen nicht nur gründerzeitlich anmutende Straßenzüge, sondern auch ein Teil einer neuen West- Ost-Achse, die von der Friedrichstadt über das Kraftwerk Mitte bis zum Großen Garten reicht“, sagt Stalmann-Fischer.

Das Palais Oppenheim wurde in den Jahren 1845–48 im Auftrag des jüdischen Bankiers Martin Wilhelm Oppenheim gebaut und war zur damaligen Zeit gleich mehrfach ein Novum. Durften doch Dresdner jüdischer Herkunft erst seit 1837 Grundstücke erwerben und Bauherren werden. Mit dem Stadtpalais an der Bürgerwiese gelang Semper einer seiner bedeutendsten Bauten in Dresden. Es wurde Vorbild für diese Stilrichtung in ganz Deutschland. Schnell entstand hinter den Mauern ein Treffpunkt der feinen Dresdner Gesellschaft. Der prächtige Neorenaissancebau stand an der Bürgerwiese 5–7. Am 13. Februar 1945 trafen ihn Bomben, er brannte aus. Die Außenmauern des Palais standen noch bis 1951. Trotz Bemühungen des Denkmalpflegers Hans Nadler wurden sie gesprengt, um einem Pionierhaus Platz zu machen, das nie gebaut wurde.

Leser-Kommentare

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  1. PS

    Originalgetreuer Wiederaufbau eines zerstörten Gebäudes - im Sächsischen Denkmalschutzgesetz nach dem damaligen Willen der CDU ausdrücklich nicht vorgesehen. Finde ich schade. / Vor allem beim Wiederaufbau des Südteils des Staatsbank-/Bundesbank-Gebäudes an der Petersburger Straße hätte man das machen sollen, eigentlich müssen. Stattdessen eine zweifelhafte Neuschöpfung an den bestehenden originalen Nordteil angebaut. / Der originalgetreue Wiederaufbau des Westteils des Hauses "Dennoch" Ecke Anton/Robert-Blum-Straße wurde dem Eigentümer verweigert.

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