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Samstag, 15.09.2018

Wechsel in die Wellnessbranche

Im neuen Stück des Biertheaters Radeberg „Malzau, deine Kursachsen“ zieht die Truppe um Holger Blum und Hans-Jörg Hombsch alle Register. Sogar Anspielungen zu bekannten Filmen gibt es.

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Im Stück „Malzau, deine Kursachsen“ wird Harry Kleinschmidt (Holger Blum) sogar zum Frisör. Hier macht er Ulli (Thomas Böttcher) die Haare. Er war nach den langen Jahren im „Fichtensumpf“ etwas verlottert. Gisela Kleinschmidt (Hans-Jörg Hombsch) sieht dem Treiben gespannt zu.
Im Stück „Malzau, deine Kursachsen“ wird Harry Kleinschmidt (Holger Blum) sogar zum Frisör. Hier macht er Ulli (Thomas Böttcher) die Haare. Er war nach den langen Jahren im „Fichtensumpf“ etwas verlottert. Gisela Kleinschmidt (Hans-Jörg Hombsch) sieht dem Treiben gespannt zu.

© Thorsten Eckert

  • Im Stück „Malzau, deine Kursachsen“ wird Harry Kleinschmidt (Holger Blum) sogar zum Frisör. Hier macht er Ulli (Thomas Böttcher) die Haare. Er war nach den langen Jahren im „Fichtensumpf“ etwas verlottert. Gisela Kleinschmidt (Hans-Jörg Hombsch) sieht dem Treiben gespannt zu.
    Im Stück „Malzau, deine Kursachsen“ wird Harry Kleinschmidt (Holger Blum) sogar zum Frisör. Hier macht er Ulli (Thomas Böttcher) die Haare. Er war nach den langen Jahren im „Fichtensumpf“ etwas verlottert. Gisela Kleinschmidt (Hans-Jörg Hombsch) sieht dem Treiben gespannt zu.
  • Ulli kann Massage: Seine Künste probiert er zuerst am Fähnrich (Thomas Rauch) aus.
    Ulli kann Massage: Seine Künste probiert er zuerst am Fähnrich (Thomas Rauch) aus.
  • Schreck in der Kuranlage „Fichtensumpf“: Nachts taucht plötzlich ein unbekannter Froschmann auf.
    Schreck in der Kuranlage „Fichtensumpf“: Nachts taucht plötzlich ein unbekannter Froschmann auf.

Radeberg. Gleich vorab: Mit dem neuen Stück „Malzau, deine Kursachsen“ liefert das Biertheater ab, was das Publikum schätzt. Eine rasante Story, gewürzt mit toller Musik und Witzen, gern auch mal unterhalb der Gürtellinie. Die Besucher im voll besetzten Kaisersaal erlebten eine gelungene Premiere mit viel Szenenapplaus und Jubelrufen am Ende.

Bilder vom neuen Biertheaterstück

Auf die Geschichte des Stückes muss man erst einmal kommen. Da fliegt Bürgermeisterin Gisela Kleinschmidt (Hans-Jörg Hombsch) aus dem Amt, weil Malzau mit Oberschluckwitz fusioniert. „Ich bin jetzt mehr zu Hause. Immmehr“, sagt sie weinerlich. Harry (Holger Blum) ist entsetzt. Das ist aber nur der Anfang. Beide werden auch noch aus ihrem Haus geworfen. Gisela hat es als Sicherheit für fragwürdige Projekte in Malzau angegeben. Eine Seebrücke ohne See musste floppen. Deshalb kassiert das Landratsamt das Häuschen. Großzügigerweise bietet die „Kreisleitung“, wie es an einer Stelle heißt, den beiden Unterschlupf entweder im Kindergarten oder in der ehemaligen FDGB-Kuranlage Fichtensumpf. Die Wahl fällt zunächst auf die Kita. Doch Harry kommt am ersten Tag ramponiert und völlig fertig mit den Nerven zurück. Sein Pullover ist aufgetrennt, auf dem Kopf hat er ein Stofftier „Die Kinder haben mich gefesselt und meine Schnitten weggegessen.“ Überhaupt hat Harry nichts zu lachen. Als Hausmann muss er vor allem eins: funktionieren. Schon in der Eingangsszene übt er seine Begrüßungsrede ein, penibel darauf bedacht das Wort „Wahl“ zu vermeiden. Das Wort mag die Gisela gar nicht, das klingt nach Wal und mit dem dicken schwerfälligen  Meeresbewohner will sie nichts zu tun haben. Später dann muss Harry die Luftmatratze aufpusten. Gisela benutzt ihn dabei als Schildkröte. Er hat den Schlauch im Mund, sie pumpt mit dem Fuß auf seinem Bauch.

Ex-Bürgermeisterin hat geniale Idee

Da Harry nicht mehr dazu zu bewegen ist, in die Kita zu gehen, bleibt noch der Fichtensumpf. In dem Haus geht Unheimliches vor. So wird gleich die erste Nacht für Gisela und Harry schrecklich. Es ist kalt und feucht. Dann taucht auch noch ein Froschmann auf. Das Ehepaar Kleinschmidt bekommt fast einem Herzinfarkt und auch der Typ schreit wie am Spieß. Bis klar wird, es handelt sich um den vermissten Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung Malzau, um Ulli (Thomas Böttcher). Der hat sich in dem Bau häuslich eingerichtet, braut ein Gemisch zusammen, das er als Bitterlikör verkauft. Das lassen sich dann auch Harry, Siggi (Jens Albrecht) und die anderen schmecken. Die Kuranlage wieder aufmöbeln, das ist das Ziel der Kleinschmidts. Doch leere Kassen und die Kontrolleurin der Bäderaufsicht, Frau Hauch, machen ihnen das Leben schwer. Als jedoch die wackere Ex-Bürgermeisterin eine geniale Idee hat, läuft der Laden. Sie preisen nämlich die besondere Wirkung der Algen im Fichtensumpf an. Die lassen nämlich bestimmte Dinge am Körper wachsen. Mehr soll noch nicht verraten werden.

Während der turbulenten Handlung können sich die Zuschauer auch auf Anspielungen aus berühmten Filmen freuen. Einige Szenen mit Froschmann Ulli erinnern an den Krimi „Der Frosch mit der Maske“. Eine weitere Szene verweist auf das Märchen „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Ulli hat sich in Frau Hauch verliebt, sieht nach einem Streit ihr Schuhe am Beckenrand stehen und vermutet das Schlimmste. Ihm fallen jedoch drei Haselnüsse in die Hände. Als er sie hinter sich wirft, steht die Geliebte hinter ihm. Minuten später dann eine Parallele zur berühmte Szene aus „Titanic“, wo sich Leonardo diCaprio am Bug des Schiffes hinter Schauspielerin Kate Winslet stellt, die ihre Arme weit ausbreitet. Genauso sind Ulli und Frau Hauch zu sehen.

Also hingehen und einen amüsanten Abend verbringen. Die nächsten Aufführungen von „Malzau, deine Kursachsen“ gibt es ab dem 21. September.

www.biertheater.de