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Dienstag, 06.03.2018

Warum es für die Füchse nicht reichte

Nach 52 Spielen fehlt den Lausitzer Füchsen ein Sieg, um die Abstiegsrunde zu vermeiden. Die Ursachen liegen lange zurück.

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Mit Robert Hoffmann als Chef-Trainer ging es für Lausitzer Füchse deutlich aufwärts. Das lag sicherlich nicht nur am ehemaligen Co-Trainer, aber seine Spielphilosophie kommt bei der Mannschaft offensichtlich gut an.
Mit Robert Hoffmann als Chef-Trainer ging es für Lausitzer Füchse deutlich aufwärts. Das lag sicherlich nicht nur am ehemaligen Co-Trainer, aber seine Spielphilosophie kommt bei der Mannschaft offensichtlich gut an.

© Thomas Heide

  • Mit Robert Hoffmann als Chef-Trainer ging es für Lausitzer Füchse deutlich aufwärts. Das lag sicherlich nicht nur am ehemaligen Co-Trainer, aber seine Spielphilosophie kommt bei der Mannschaft offensichtlich gut an.
    Mit Robert Hoffmann als Chef-Trainer ging es für Lausitzer Füchse deutlich aufwärts. Das lag sicherlich nicht nur am ehemaligen Co-Trainer, aber seine Spielphilosophie kommt bei der Mannschaft offensichtlich gut an.
  • Die Abschlusstabelle.
    Die Abschlusstabelle.

Weißwasser. Die Lausitzer Füchse gehörten in der Schlussphase der Hauptrunde der zweiten Eishockeyliga zu den Mannschaften der Stunde, haben ihre letzten fünf Spiele gewonnen und im letzten Saisonviertel (ein Spiel gegen jeden Gegner) mit 25 Punkten eine Bilanz hingelegt, die hochgerechnet für einen absoluten Spitzenplatz reichen würde. Aber die Aufholjagd kam zu spät. Am Ende steht der elfte Tabellenplatz. Pech? Eine außergewöhnlich ungünstige Konstellation gab es in dieser Saison nicht. Die Grundregel lautet: 1,5 Punkte pro Spiel braucht man, um sich für die Play-offs zu qualifizieren, also 78 aus 52 Spielen. 72 Punkte haben auch in den vergangenen Jahren mit 14 Mannschaften in der DEL2 nicht gereicht, um in die Pre-Play-offs zu kommen. Die SZ versucht, Ursachen für das Scheitern der Füchse an ihrem selbst gesteckten Saisonziel zu benennen.

Das sind die Gründe fürs Scheitern

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Umbruch war zu groß

In der vergangenen Saison hatten die Lausitzer Füchse unter Trainer Hannu Järvenpää begeisterndes und erfolgreiches Angriffseishockey gezeigt. Die Füchse zogen mit 83 Punkten direkt in die Playoffs ein, scheiterten dann zwar im Viertelfinale an Kassel. Aber alle waren zufrieden, Järvenpää wurde zum Trainer des Jahres in der DEL2 gewählt. Die Topreihe der Füchse mit Hayes, Svoboda und Swinnen im Sturm, Parkkonen und Ostwald in der Abwehr, die viele Spiele entscheiden konnte, war danach aber nicht zu halten. Alle fünf Spieler gingen, dazu etliche andere. Järvenpää musste ein neues Team aufbauen. Rein punktemäßig funktionierte das nicht. Unter Järvenpää holte die Mannschaft bis Ende November 19 Punkte aus 21 Spielen und lag, gegenüber dem 1,5-Punkte-Plan also schon zwölf Punkte zurück.

Torgefahr anfangs zu gering

Robert Hoffmann wurde nach dem überraschenden Rücktritt Järvenpääs Ende November als Cheftrainer ins kalte Wasser geworfen und anfangs von Geschäftsführer Dirk Rohrbach als Dauerlösung sogar ausgeschlossen („Robert weiß, dass wir einen neuen Trainer suchen.“). Aber Hoffmann kam an, verpasste der Mannschaft ein etwas konservativeres Konzept und lieferte erste gute Ergebnisse (vier Siege aus den ersten fünf Spielen). Einige Probleme blieben jedoch erst einmal: Konstanz und Torgefahr. Schon unter Järvenpää hatten die Füchse zugegriffen, als sich die Chance ergab, die in der Vorsaison so starken Ausländer Roope Ranta und Jeff Hayes zurückzuholen. Andere (Just, Bodo, Lennartsson) wurden dafür weggeschickt. Wie wichtig der zu Saisonbeginn fehlende Verteidiger Chris Owens ist, weiß man nach 43 Spielen mit 40 Scorerpunkten jetzt. Alle mussten sich einspielen. Hoffmann die Reihen finden. Das hat lange – zu lange für die Pre-Play-offs – gedauert. Im letzten Viertel der Hauptrunde waren die Unterschiede gravierend. Tore gegen die Füchse zu erzielen, war deutlich schwieriger geworden, weil wirklich alle nach einem Puckverlust nach hinten arbeiten. Und die Torgefahr ist besser verteilt, auch wenn Hayes, Eriksson, Ranta und Owens die Scorerliste der Füchse klar anführen. Trotzdem: Gerade die entscheidenden Spiele, in denen die Füchse den begehrten zehnten Platz hätten übernehmen können, gingen verloren.

Fazit

Ihr Saisonziel haben die Füchse im ersten Saisondrittel verspielt. Die Bilanz ab Dezember unter Neutrainer Robert Hoffmann (53 Punkte aus 31 Spielen) hätte hochgerechnet für einen Play-off-Platz gereicht. Die Füchse gehen mit breiter Brust in das Playdown-Duell mit den Bayreuth Tigers, die in der Hauptrunde 25 Punkte weniger geholt haben und nur das erste der vier Duelle gegen die Füchse in dieser Saison gewonnen haben. Gleichzeitig ist genau das eine Gefahr. Denn ab kommenden Dienstag wird alles auf Null gestellt.