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Freitag, 02.02.2018

Warum ein AfD-Politiker zum Islam konvertiert

Der Brandenburger AfD-Politiker Arthur Wagner ist nun Muslim. Sein Kreisverband will ihn deswegen gern loswerden.

Von Thorsten Metzner

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Der Russland-deutsche Arthur Wagner während der Pressekonferenz, auf der er seinen Übertritt zum Islam erklärte. Es war ein Auftritt mit vielen skurrilen Zügen.
Der Russland-deutsche Arthur Wagner während der Pressekonferenz, auf der er seinen Übertritt zum Islam erklärte. Es war ein Auftritt mit vielen skurrilen Zügen.

© dpa/Ralf Hirschberger

Er sei nun Muslim und wolle in der AfD bleiben. Unbedingt. Das sagt der Brandenburger AfD-Politiker Arthur Wagner, der jüngst zum Islam konvertiert ist. Der 48-jährige Russlanddeutsche, der mit seiner Familie in Falkensee (Havelland) lebt, hat sich bislang nicht öffentlich über seinen Religionswechsel äußern wollen. Aber nun spricht der Konvertit.

Warum verlässt er die Rechtsaußenpartei nicht, die den Islam bekämpft? „Ich bleibe nationalkonservativ, bis ich sterbe“, sagt Wagner dem Tagesspiegel. „Ich stehe dazu, ich kann nicht anders: Es gibt einen deutschen Geist, eine deutsche Seele. Fast jeder AfDler hat das.“ Und: „Wenn wir diese deutsche Seele, das Deutschtum nicht beschützen in den kommenden Jahren, dann ist das Ding weg, dann ist Deutschland weg.“ Und dabei hat er seine Mission gefunden, die er auf einer Pressekonferenz in Potsdam erläutert. Der Medienandrang war gewaltig. Nach seinem „Salamaleikum“ folgte ein einstündiger Auftritt mit skurrilen Zügen.

Er sei zwar noch ein „kleines Kind in der großen Islam-Welt“, sagte Wagner da, den man jetzt auch Ahmad nennen darf. Doch wolle er den jungen deutschen Islam mit den Nationalkonservativen versöhnen, Brücken bauen. „Wir müssen reden, wie Männer, wie Menschen.“ Und er spricht viel von „Liebe“, „Frieden“, seinen spirituellen Erfahrungen. Ja, er habe einen deutschen und einen russischen Pass, sagt Wagner irgendwann. Angela Merkel sei seine Kanzlerin und Wladimir Putin sein Präsident. Zwar wolle er den russischen Pass abgeben, aber das sei ja kompliziert.

Ehe er zum Islam konvertierte, habe er mit der evangelischen Kirche gebrochen. Er sei in der früheren Sowjetunion aufgewachsen und „immer auf der Suche nach Wahrheit“, sagt Wagner. „Ich war Atheist, ich habe als treues Parteimitglied gegen Kirchen gekämpft, bis 1989, bis ich 20 war.“ Evangelischer Christ sei er im August 1989 geworden. Bei einem Besuch in Dresden habe er sich mit seiner Familie taufen lassen, „das war eine große spirituelle Erfahrung“. Danach habe er ein halbes Jahr in Riga Theologie studiert.

Ausschlaggebend für seine Abkehr von der evangelischen Kirche fast drei Jahrzehnte später sei – neben deren Haltung zur AfD – vor allem der Christopher Street Day vorigen Sommer gewesen, bei dem auch Pfarrer teilgenommen hätten. „Das hat mich wahnsinnig gemacht. Da waren auch Kinder dabei. Für Kinder ist es nicht richtig, dass sie das hören und sehen.“

Es sind Sätze wie aus einem anderen Jahrhundert, voller Ernst formuliert. Danach sei er mit der evangelischen Kirche fertig gewesen. Zum Islam übergetreten sei er im Herbst 2017 beim Besuch einer Moschee im russischen Ufa, nachdem diese Idee schon einige Jahre in ihm gereift sei. Erklären könne er das alles nicht. Er habe auch plötzlich aufgehört, Schweinefleisch zu essen und zu rauchen. „Das lief von allein. Meine Familie ist glücklich. Alles schön“, sagt Wagner.

In der AfD – seit 2013 Parteimitglied, seit 2015 im Landesvorstand in Brandenburg – zog sich Wagner jetzt zwar aus der Parteispitze und auch als Vize-Kreischef im Havelland zurück. Doch in der Partei reicht das vielen nicht. „Viele Mitglieder erwarten nun auch Wagners Parteiaustritt“, wird AfD-Kreischef Kai Berger auf der Partei-Homepage zitiert. Der Druck folgt im nächsten Satz: „Die AfD bleibt selbstverständlich weiterhin die politische Kraft gegen die Islamisierung, die überall in der Gesellschaft Platz greift und vor der sie nun selbst nicht verschont geblieben ist.“

Leser-Kommentare

Insgesamt 21 Kommentare

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  1. skurril

    Wie krude ist das denn ...?!? Da lohnt es sich ja fast, den als Gastredner bei der nächsten Anti-Pegida-Veranstaltung einzuladen. Ein islamischer Konvertit mit deutschtümelnden Ansichten. Ich hau mich weg.

  2. so ä dresdner

    @1 skurril: Bitte nicht. Wenn dann als unterhaltsamen Pausenclown vielleicht. So krude finde ich das gar nicht. Da wächst zusammen was geistig nie wirklich weit voneinander entfernt war. Das ist auch nicht das erste mal dass von rechtsaußen zum Islam konvertiert wird.

  3. Joahlen

    Aber sicher ist er in der AfD gut aufgehoben. Hat doch die Partei die gegen die Verschwulung und Übersexualisierung und für die DEUTSCHE Familie - also VATER, Mutter Kind - kämpft auch auch eine Quotenlesbe mit Schweizer Hauptwohnsitz und Erziehungsauftrag in der ersten Reihe sitzen. Also gegen den Islam hetzen und einem Quotenmusel in der Mitgliedsliste passt zusammen. Noch einen Quoten(Halb)Neger und die AfD steht für Toleranz, Vielfalt und Gedöns. Oder so. Alles Schwachsinn. Ja sicher, es geht um die AfD.

  4. Kim Jong Ungezogen

    "'Da waren auch Kinder dabei. Für Kinder ist es nicht richtig, dass sie das hören und sehen.' Es sind Sätze wie aus einem anderen Jahrhundert, voller Ernst formuliert." Jetzt mal im Ernst. War der Autor überhaupt schon einmal auf dem Christopher Street Day? Auch ich und so manches gestandene Weibsbild hatte den Drang sich angewidert wegzudrehen. Der Anblick leichtbekleideter älterer Herren mit Leder-Hundemaske, im Bondage-Stil maskierter und sich auspeitschender Menschen und freischwingender Geschlechtsteile war weder sonderlich ästhetisch und schon gar nicht kindgerecht. Gruß aus dem anderen Jahrhundert

  5. Lore

    Dass man sich von unserer Institution Kirche abwenden kann bzw. muß, ist ja in Ordnung. Zum Glück haben GOTT und die sog. Kirche nichts mehr miteinander zu tun. Deshalb bleibe ich aber meinem GOTT treu und nicht Allah.

  6. holger

    @joahlen: googeln sie mal nach "Achille Demagbo" ...

  7. Sack Reis umgefallen?

    Die Selbstaufgabe einer Nation, eines Volkes schreitet weiter voran: welt.de/politik/deutschland/Herkunftssprache-Tuerkisch-Berliner-Grundschulen-planen-neues-AG-Angebot. Für die ToLLerantesten unter den Toleranten hier: Es gibt auch AfDler, die aus allen anderen Parteilagern stammen. Und...????????? Der eigentliche GG-Skandal in Form kompletter Wählerverarsche läuft in Berlin und nennt sich "GroKo-Verhandlung"! Kritik an der Sache an sich? Fehlanzeige! Wo sind denn da all unsere Musterdemokraten und Anständigen??? Ja, ja....die sogenannten Menschenrechte gehen ja mittlerweile allen Gesetzen vor. Warum sich der Bürger dann an die StVO, Steuergesetze oder Zwangsbeiträge für einen überbordenden Staatsrundfunk halten soll? Da aber geht des "Staat" rigoros vor, bis zum Mittel Erzwingungshaft für Unter-100-Beträge. Menschenrechte? Für Linke gelten die ausschließlich für Nichtdeutsche! "DEU, du mieses Stück sch..e!" eben.... PS: Immer schön Anleihezinsen und Goldpreis im Auge behalten...

  8. PBerg

    Zitat: „Ich bleibe nationalkonservativ, bis ich sterbe“.. Und das ganze brav mit zwei Pässen.

  9. Kalle

    Nun gut, damit verlängert sich die Liste der alternativen Peinlichkeiten aber nur um einen weiteren Punkt. Die Afd kämpft auch für die traditionelle Familie, mit einer Speerspitze, die selbst in einer homosexuellen Beziehung lebt. Man ist auch dagegen, dass homosexuelle Paare Kinder aufziehen, auch wenn die Vorsitzende genau dies vorlebt. Man verachtet die westdeutschen Politikerimporte, die größten Stars der Afd, sind dann aber natürlich auch wieder nur abgehalfterte westdeutsche Politik-Clowns. Man schimpft über die Dekadenz in der Politik, bestellt sich aber Schnittchen für 15.000 Euro…und so weiter und so fort. Nun eben noch ein Konvertit, auch diese Widersprüchlichkeit dürfte für die verblendete Anhängerschaft nicht wirklich stören.

  10. Alex

    Ich bin gegen ein Vermummungsverbot für Politiker bei öffentlichen Auftritten, wenn ich den so sehe. Na, ich möchte mal nicht wissen, wie viele der über 700 Bundestagsabgeordneten vorsichtshalber dem Islam beigetreten sind. Man weis ja nie, wie der Wind sich mal drehen kann!

  11. "immer auf der Suche nach Wahrheit"

    ...in der Politik? ...beim Teufel, der der Vater der Lüge ist, der Menschenmörder von Anfang an? ...in der Demokratie? Weiter suchen, nicht aufgeben, denn wer sucht, der wird finden! Dort ist die Wahrheit und dieses gilt überall und in Ewigkeit: Johannes 14, 6.

  12. Der echte jk

    Was passiert mit einem Muslim z.B. in Saudi-Arabien, wenn er öffentlich zum christlichen Glauben übertritt und dies auch noch publikumswirksam zur Schau stellt? Und was passiert hier mit jemanden, der den umgekehrten Weg geht? Das erklärt den Unterschied beider Weltanschauungen recht gut.

  13. Einfach widerlich!

    Noch so ein Russland-Migrant, der hier Deutscher sein will als die Deutschen. Warum geht der Mann nicht zurück nach Kasachstan oder irgendwo hin, wo er den echten, friedlichen Islam kennen lernen kann? Seine Freunde und Hetzer kann er gleich mitnehmen. So bleibt die Frage, was die ganze Aktion soll! Will er hier "Islamistische Anschläge" verüben und das dann den anderen Einwanderern in die Schuhe schieben; oder kommt er bloß wie alle anderen Freunde von der Allianz-Für-Dumme und Piggie-Da nicht mit seinem Leben klar??

  14. Felix

    Jeder kann sich frei entscheiden - soweit so gut. Nur muss man dann auch konsequent sein. Die AfD ist da der falsche Ort für ihn, aber wahrscheinlich reicht da der geistige Horizont nicht. Die AfD kämpft gegen die Islamisierung - und er konvertiert zum Islam und meint, das würde sich miteinander vertragen. Aber vielleicht verträgt es sich auch, weil es bei der AfD evtl. auch alles nur Heuchelei ist. Naja, soll se machen - meins ist es eh nicht. Insgesamt ist dies allerdings ein weiter Baustein zu "Deutschland schafft sich ab". Und Alternativen gibt es somit auch keine mehr.

  15. joahlen

    @6, Holger. Danke für die Info. Nie von dem Mann gehört. Hab einiges nachgelesen. Ändert aber nichts an meiner Aussage.

  16. Rosi

    Deutschland, Deutschland, denk ich an dich in der Nacht .... Schlimmer als die äußerst primitiven Aussagen des Redners ist, dass dieser eine Pressekonferenz einberufen konnte und auch noch Publikum hatte. Herr Wagner: Sie sind das Paradebeispiel eines Opportunisten, allerdings eines sehr schlechten, denn auch so etwas will gelernt sein. Nehmen Sie sich eine Auszeit um den Boden der Realität zu finden.

  17. Atheist

    Liebe Lore -nun können Sie zwar Glauben was Sie möchten u. Ihrem so Guten u.Allmächtigem Gott treu bleiben.Nur so Gut & Allmächtig ist er wohl nicht sonst würde er wohl das Unheil dieser Welt verhindern.Im vergangenen Jahr sah ich eine Talkshow wo ein Bischof dazu Fragen beantwortete -so die Frage wo war der so GUTE Allmächtige Gott bei den Leiden der Menschen die im KZ in der Gaskammer umgebracht wurde. Antwort ja er war auch bei Ihnen um das Leid zu mindern Das ist für mich eine absolute Verhöhnung der Opfer. Auf die Frage bezüglich Naturkatastrophen antwortete er nun Gott hat die Gesetze der Natur geschaffen und wird sie nicht brechen -auch toll.Als heutiger aufgeschlossener Mensch sollte man sich einmal mit dem entstehen des Götterglaubens befassen das hilft sehr. Fragen Sie mich nach meinem Glauben so antworte ich : ja ich glaube an die Gesetze der Natur und natürlich auch an mich. Würden alle so denken hätten wir weniger Probleme

  18. Antwort @17 (Atheist)

    Wenn die Menschen in der Welt schlecht handeln, verlangen Sie also von Gott, wenn ich Sie richtig verstehe, dass er zur „Fernsteuerung“ greift und jedermann, der „aus der Spur läuft“ sofort korrigiert (Ich hoffe, Sie halten sich nicht für ohne Sünde!). Jeder einzelne, der sich immer für oder gegen die Wahrheit und das Leben entscheiden kann, hat nach Ihrem Beispiel praktisch keine Entscheidungsfreiheit mehr. Wir Menschen sind dann nicht mehr frei im Willen, uns für oder gegen Gott zu entscheiden, sondern nach Ihrer Auffassung wären wir Ferngesteuerte. Was, mein lieber Atheist, hat Unfreiheit mit Liebe zu tun? Zwänge, die über das Maß der Ordnung gehen? Selbst wenn also bestialischste Zustände auf der Welt herrschen, wie in KZs, ist das nie von Gott, sondern der steckt dahinter, der der Vater der Lüge, der Verführer, der Menschenmörder von Anfang an ist. Rettung finden die Geschundenen und nach Gerechtigkeit dürstenden dennoch im Glauben an den Herrn. Das ist ein Angebot aus Liebe.

  19. Felix

    @Atheist: Das ist das Problem des freien Willens. Gott hat uns den gegeben. Und nun können die Menschen sich eben auch für Krieg etc. entscheiden. Das ist nicht nach Gottes Willen - nur wenn er eingreifen würde, würde er den Freien Willen außer Kraft setzen. Und doch kann man sein Wirken mitbekommen und viele haben Gottes Nähe und Halt gerade auch in schweren Zeiten erfahren. Die Welt sähe besser aus, wenn mehr Menschen nach Gottes Willen fragen würden und sich an seine Gebote halten würden. Und eigentlich braucht es dazu nur die Zusammenfassung: Gott lieben und seinen Nächsten wie sich selbst.

  20. @19 Felix

    Der Herr segne Dich für diese Worte. Sie sind von dem guten Geist Gottes getragen, der das Licht, welches die Finsternis nicht erfasst, in die Welt getragen hat. Der Herr segne auch Atheist und öffne sein Herz, dass wirksam wird, was Wahrheit und Leben bringt.

  21. Lore

    @17 Atheist Ja, so ist das eben mit der Freiheit. Manche können damit nicht umgehen. Sollten Sie mit der Aussage nichts anfangen können - nachdenken hilft!

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