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Mittwoch, 16.05.2018

Wanderfreunde setzen ein Zeichen

Der Weg über die Staumauer der Talsperre Lehnmühle ist nicht öffentlich. Dagegen gibt es Protest.

Von Anja Ehrhartsmann

 Kreis-Wegewart Gunter Fichte kämpft dafür, dass die Talsperre Lehnmühle begehbar wird.
Kreis-Wegewart Gunter Fichte kämpft dafür, dass die Talsperre Lehnmühle begehbar wird.

© Frank Baldauf

Hartmannsdorf-Reichenau. Zum Tag des Wanderns haben Kreiswanderwegewart Gunter Fichte und Frauensteins Wanderwegewart Reiner Hengst zum Sternmarsch an die Talsperre Lehnmühle aufgerufen. Mehr als 50 Wanderfreunde – von Colmnitz bis Frauenstein – sind ihrem Ruf gefolgt. Anlass war eine Petition, die vom entsprechenden Ausschuss des sächsischen Landtags vor einigen Wochen abgelehnt worden war. Gunter Fichte hatte sich mit anderen dafür eingesetzt, die Staumauer der Talsperre Lehnmühle für Wanderer zugänglich zu machen.

„Es geht nicht darum, dass die Petition abgelehnt wurde, sondern um den Eindruck des formalen Abhakens“, betont Gunter Fichte. Für ihn steht fest: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“ Deshalb hätte er sich gewünscht, dass gemeinsam überlegt wird, wie es sich vielleicht doch umsetzen ließe, dass der Weg über die Staumauer geöffnet werden kann. Doch dergleichen ist nicht geschehen. Stattdessen folgte der Ausschuss der Landestalsperrenverwaltung. Diese argumentiert als Betreiber der Stauanlage, dass die Mauerbrüstung zu niedrig sei und sich das Betriebsgelände der Staumeisterei, auf dem Material und Technik lagern, nicht vom Weg über die Mauer trennen ließe, anders als an der Malter oder Klingenberg. Doch Gunter Fichte ist das zu kurz gedacht. Denn für ihn gehe es nicht nur um die Zugänglichkeit der Staumauer, sondern um das größere Ganze wie etwa den Geopark Tharandter Wald oder die Weißeritztalbahn. „Wenn man die Weißeritztalbahn entwickeln will, muss man schauen, was für touristische Möglichkeiten entlang der Strecke liegen.“ Die Bauwerke zum Hochwasserschutz als touristische Wanderziele mit einzubinden, könnte eine solche Möglichkeit sein.

Trotz dieser Niederlage denkt Gunter Fichte nicht ans Aufgeben. „Wir legen den Finger immer wieder in die Wunde, weil unsere Region Potenzial hat, das nicht genutzt wird.“