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Donnerstag, 25.02.2016

Waldheim wird zur Kunststadt

François Maher Presley will an der Schlossstraße eine Galerie eröffnen. Die ist keine Konkurrenz zum Stadtmuseum.

Von Doreen Hotzan

François Maher Presley hat das Gebäude an der Schlossstraße in Waldheim gekauft und will dort seine „Galerie für Kunst und Gewerbe“ eröffnen. Der Autor will dort Wechselausstellungen und Werke namhafter Künstler zeigen.
François Maher Presley hat das Gebäude an der Schlossstraße in Waldheim gekauft und will dort seine „Galerie für Kunst und Gewerbe“ eröffnen. Der Autor will dort Wechselausstellungen und Werke namhafter Künstler zeigen.

© André Braun

Waldheim. Er hat schon alles genau durchgeplant. „Es wird fantastisch werden“, sagt François Maher Presley. Der in Kuweit geborene Autor und Publizist steht vor einem grauen Gebäude an der Waldheimer Schlossstraße. Das Haus hat er im Januar gekauft. Was François Maher Presley daraus machen will, steht für ihn fest. Genau hier will er schon bald eine „Galerie für Kunst und Gewerbe“ eröffnen.

Dass Waldheim davon profitiert, steht für ihn außer Frage. „Das kurbelt den Tourismus an“, sagt er. So will der Autor und Publizist in dem Gebäude Bilder, Grafiken und Skulpturen von namhaften Künstlern zeigen. Auch Schüler sind eine Zielgruppe. „Es ist gewünscht, dass in der Galerie Unterricht stattfindet“, so François Maher Presley. Bereits Anfang nächsten Jahres sollen die Umbauarbeiten losgehen. Bis es soweit ist, müssen noch einige bürokratische Hürden genommen werden.

Dazu gehört die Umwidmung des Gebäudes vom Wohnhaus in eines, das öffentlich genutzt werden kann, erläutert François Maher Presley. Denn momentan sind in dem Objekt Wohnungen und Gewerbeeinheiten untergebracht. Für den Autor und Publizisten ist klar: Die Mieter müssen ausziehen, damit das Vorhaben umgesetzt werden kann. Das sei kein Problem, sagt er. „Ich habe bereits mit ihnen gesprochen. Sie sind bereit, auszuziehen. Ihnen wird auch beim Umzug geholfen und sie werden schnell eine neue Bleibe finden“, so der Autor und Publizist. Weiterhin muss die Stadt Waldheim auf ihr Vorverkaufsrecht für das Objekt verzichten.

Obwohl noch einige Angelegenheiten ungeklärt sind, arbeitet François Maher Presley eifrig an der Umsetzung seiner Idee. Ihm schwebt vor, im unteren Teil des Gebäudes einen Eingangsbereich mit einem Museumsshop einzurichten. Dort, wo sich momentan ein asiatisches Geschäft für Textilien und Geschenkartikel befindet, sollen die Räume künftig für eine Wechselausstellung genutzt werden.

Ölgemälde und Skulpturen

Geplant ist, im ersten Stockwerk eine europaweit einmalige historische Kostümsammlung zu zeigen. Außerdem befindet sich François Maher Presley derzeit in Verhandlungen mit Rudolf Horn. Von dem ehemaligen Möbeldesigner der DDR sollen Besucher künftig einen von ihm gestalteten originalen Raum aus seinem Wohnhaus bewundern können. „In der zweiten Etage entsteht eine Grafikabteilung“, so der Organisator weiter. Hier will er die Bilder berühmter Künstler wie A. R. Penck, Markus Lüpertz, Elvira Bach, Georg Baselitz oder Felix Droese präsentieren. Weiterhin werden über 50 Ölgemälde von Justus Uder, Zeichnungen von Horst Janssen sowie Werke von Joseph Beuys zu sehen sein. Skulpturen verschiedener Künstler wie Gertraud Wendlandt oder Bernhard G. Lehmann sollen die Ausstellung im zweiten Obergeschoss abrunden.

In der dritten Etage möchte er 50 afrikanische Objekte ausstellen. Zudem erwartet Besucher ein Stifter-Kabinett. „Dort gibt es Kunst- und Kunsthandwerk aus dem Leben des Stifters zu sehen“, erläutert François Maher Presley. Also von seiner Wenigkeit. So stammen die meisten Ausstellungsstücke aus seiner Privatsammlung. Zum Gebäude gehört auch ein geräumiger Garten. Den will François Maher Presley zu einem Park gestalten, in dem die Gäste flanieren und dabei diverse Skulpturen anschauen können. Sein Vorhaben hat in der Stadt Befürworter gefunden. Dazu gehören neben Bürgermeister Steffen Ernst (FDP) auch Michael Wittig, Fachbereichsleiter Ordnung und Bauverwaltung. Der frühere Bürgermeister Steffen Blech begrüßt das Engagement des Privatmanns. „Die Galerie wird ein Alleinstellungsmerkmal für die Stadt. und sie ist keine Konkurrenz zum Stadtmuseum“, sagt er. Denn dort werden Werke des Künstlers Georg Kolbe zu sehen sein.