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Donnerstag, 04.09.2014

Waffen für die Kurden starten in Sachsen

Heute hebt auf dem Flughafen Leipzig die erste Antonov mit deutschem Rüstungsmaterial für den Nord-Irak ab.

Von Sven Siebert

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Eine Antonov AN-124 wird auf dem Flughafen Leipzig/Halle in Schkeuditz mit Hilfsgütern beladen. Die Bundeswehr will ihre Waffenlieferungen überwiegend über den Flughafen Leipzig abwickeln.
Eine Antonov AN-124 wird auf dem Flughafen Leipzig/Halle in Schkeuditz mit Hilfsgütern beladen. Die Bundeswehr will ihre Waffenlieferungen überwiegend über den Flughafen Leipzig abwickeln.

© dpa

Berlin. Die deutsche Rüstungshilfe für die Kurden im Nord-Irak startet in Sachsen. Die Bundeswehr will ihre Waffenlieferungen überwiegend über den Flughafen Leipzig abwickeln. Ein Sprecher des Einsatzführungskommandos sagte am Donnerstag, die militärischen Ausrüstungsgüter seien von Waren an der Müritz nach Leipzig gebracht worden, wo eine Maschine vom Typ Antonow in der Nacht zum Freitag Richtung Erbil starten sollte. Erbil ist der Sitz der kurdischen Autonomieregierung.

Voraussichtlich Donnerstagabend startet dort die erste Transportmaschine mit sogenannten „nicht-tödlichen Rüstungsgütern“. Zur Lieferung gehören „nicht-tödliche Rüstungsgüter“ mit 4.000 Gefechtshelme, ebenso viele Schutzwesten sowie Funkgeräte, Nachtsichtgeräte und Minensonden.

Die Nutzung der zivilen Flugzeuge habe bei den Planungen für weitere Transporte „Priorität“, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin – aus Kostengründen und wegen der hohen Ladekapazität der Antonov-Maschinen. Es werde voraussichtlich aber zusätzlich Transporte mit Transall-Maschinen der deutschen Luftwaffe geben.

Der heutige Flug enthält Material aus der sogenannten „ersten Tranche“ der Rüstungshilfen, die die Bundesregierung am vergangenen Sonntag zur Unterstützung der kurdischen Peschmerga im Kampf gegen die islamistischen Milizen des IS beschlossen hatte. Im Laufe des Septembers soll die Lieferung von 20 Panzerabwehrwaffen, 4.000 Sturm- und 20 Maschinengewehren, 4.000 Pistolen, 100 Panzerfäusten, 5.000 Handgranaten, Lenkflugkörpern und mehreren Millionen Schuss Munition sowie 50 Transportfahrzeugen folgen. Weitere ähnliche Lieferungen – die „Tranchen 2 und 3“ – können bei Bedarf folgen.

Die Flugzeuge sollen in der irakischen Hauptstadt Bagdad zwischenlanden. Die irakische Regierung nimmt das Rüstungsmaterial dort förmlich entgegen. Die Flugzeuge werden aber nicht entladen, sondern setzen ihre Reise nach Kurdistan fort. In Erbil wird das Material von einem sechsköpfigen Vorauskommando der Bundeswehr in Empfang genommen und dann an die Peschmerga übergeben.

Die Transportflugzeuge der russisch-ukrainischen Chartergesellschaft Ruslan Salis sind dauerhaft in Leipzig stationiert. Sie übernehmen seit 2006 militärische Transportflüge für Nato und EU. Derzeit verfügen die meisten europäischen Streitkräfte nicht über eigene große Transportmaschinen.

Die Antonovs vom Typ AN-124-100 haben eine Ladekapazität von bis zu 150 Tonnen. Die Transall der Bundeswehr kann maximal 16 Tonnen tragen. Die Bundeswehr nutzt die Leipziger Antonovs auch für den Rücktransport ihres Materials aus Afghanistan. Geplant ist nun, dass die entladenen Maschinen ihren Flug von Erbil aus in Richtung Afghanistan fortsetzen, um von dort Bundeswehrmaterial abzuholen. Diese Route sei „logistisch optimiert“, heißt es im Verteidigungsministerium.

Leser-Kommentare

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Insgesamt 9 Kommentare

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  1. Loschwitzer

    Kann mir mal einer erklären, was das soll? Waffen für die Kurden...und dann noch von unseren Steuergeldern. Sinnlos! Einfach nur sinnlos, diese Uschi und ihre westdeutschen Vasallen

  2. Juliane

    *DAUMEN RUNTER, alle beide!*

  3. Pianist

    @Loschwitzer & @Juliane: Man kann ja auch versuchen die Terroristen der IS mit Bachblütentee und Klangschalentherapie zu bekämpfen, dann brauchen Sie sich aber auch nicht wundern, wenn diese eines Tages mal an Ihre Tür klopfen und die Frage nach Ihrer Religion stellen.

  4. warda

    nahostpolitik ist für nicht für jeden verständlich.die politiker reagieren zuuu späääät!!!!!!hätte man syrien anfangs gleich mit den rebellen ( ein haufen unkoordinierter intellektueller... ) ein deutliches zeichen gesetzt und mit waffen bestückt, wäre ein abu bakr nicht nötig gewesen, ebenso nicht den kurden nicht da diesen stämmen nicht zu trauen ist...das breite volk der araber ( oberbegriff) - d. h. das volk will demokratie, nur wie sie das anstellen sollen wissen sie nicht, jedenfalls nicht mit waffen-- nun nur gegen die religion ( egal welche richtung-islamisten-schiiten--sunniten-- alewiten...) !!!! In Europa entwickelte sich demokratie losgelöst von religion und Kirche.

  5. Ali B.

    Was bewundernswerte an der Bewaffnung der Kurden ist, dass die Türkei die Füsse still hält. Schließlich ist die PKK nach Darstellung des Westens eine Terrororganisation und in Deutschland ist die PKK verboten. Die "Uschi" unterstützt also den internationalen Terrorismus. Bravo! Hier sollte der Bundesgeneralanwalt mal tätig werden.

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