erweiterte Suche
Donnerstag, 18.10.2018

Vorwurf der Fahrlässigkeit

Volleyballerin Piia Korhonen fehlt dem DSC länger als gedacht. Trainer Waibl kritisiert ihren finnischen Verband.

Von Alexander Hiller

An Volleyball darf Piia Korhonen in den nächsten Wochen keinen Gedanken verschwenden. Den längerfristigen Ausfall will der Dresdner SC offenbar intern kompensieren.
An Volleyball darf Piia Korhonen in den nächsten Wochen keinen Gedanken verschwenden. Den längerfristigen Ausfall will der Dresdner SC offenbar intern kompensieren.

© Matthias Rietschel

Alexander Waibl ist verstimmt. Der 50 Jahre alte Trainer der Dresdner Volleyballerinnen muss anderthalb Wochen vor Saisonbeginn den vermutlich langfristigen Ausfall einer seiner Top-Spielerinnen erklären. Die Finnin Piia Korhonen, in ihrer Heimat zur Spielerin des Jahres gewählt, fällt auf unbestimmte Zeit aus. Wahrscheinlich mehrere Monate.

Mitte August hieß es noch, die 21-jährige Diagonalangreiferin, sei mit einem Bänderriss am Sprunggelenk von ihrem Nationalteam zurückgekehrt. „In den nächsten drei bis vier Wochen ist bei ihr nicht an Volleyball zu denken“, hatte Waibl damals geäußert. „Schon da war klar, dass wir am 26. September ein Kontroll-MRT machen lassen“, sagte er am Mittwoch. Es muss also in der Zwischenzeit etwas passiert sein oder die Untersuchung neue Erkenntnisse gebracht haben. „Ich will daraus keine Staatsaffäre machen“, erklärt Waibl zurückhaltend. „Was ich sagen kann: Piia ist noch einmal zur Nationalmannschaft zurückgekehrt. Dort wurde – entgegen den Absprachen – zu früh wieder mit ihr angefangen. Das hat dazu geführt, dass die Situation viel schlechter war als nach der ursprünglichen Verletzung.“ Mehr will der Chefcoach dazu öffentlich nicht sagen. Allerdings ist das bereits ein schwerer Vorwurf an den finnischen Verband, nämlich fahrlässig mit der verletzten Spielerin umgegangen zu sein. Nun ist auch der Knochen betroffen. „Das muss man sich wie eine Stressfraktur vorstellen. Es braucht viel Ruhe“, erklärt Waibl. Um den Fuß zu entlasten, trägt Korhonen einen Spezialschuh, an Training ist derzeit nicht zu denken.

Derzeit prüft der Verein sowohl interne als auch externe Lösungen für die nicht kalkulierte Personallücke, Korhonen war die beste Punktesammlerin des DSC in der Vorsaison. „Zwei Typen von Spielerinnen sind derzeit noch auf dem Markt: Erstens die, die sportlich schwächer, aber teurer als unsere internen Lösungen sind. Und zweitens jene Athletinnen, die sehr, sehr, sehr gut sind – aber unser gesamtes Kaderbudget beanspruchen würden“, sagt Waibl.

Deshalb läuft alles auf eine interne Umbesetzung hinaus. Die vier Außenangreiferinnen Katharina Schwabe, Nikola Radosova, Maria Segura und Lena Stigrot haben alle Erfahrungen auf der Diagonalposition. „Wir brauchen keine Lösung für zwei Wochen, sondern eher bis Weihnachten“, sagt der Trainer. Bei seiner Einschätzung bleibt er aber auch nach dem Korhonen-Ausfall: „Wir haben eine sehr, sehr gute Mannschaft dieses Jahr.“

Leser-Kommentare

Insgesamt 0 Kommentare

    Ihr Kommentar zum Artikel

    Bitte füllen Sie alle Felder aus.

    Verbleibende Zeichen: 1000
    Text Bitte geben Sie die abgebildete Zeichenfolge ein
    Bitte beachten Sie unsere Hinweise zum Datenschutz.