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Samstag, 09.06.2018

Von der Leyen räumt Mängel ein

Die Bundeswehr lädt zum Tag der offenen Tür und stößt auf Resonanz. In Dresden sind Elitesoldaten des Kommandos Spezialkräfte bei einer Übung vor Publikum zu erleben. Und auch Mängel werden offen angesprochen.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) steht am Tag der Bundeswehr auf einem Truppenübungsplatz in NRW neben dem Brigadegeneral Heico Hübner und wartet auf den Beginn eines Manövers.
Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) steht am Tag der Bundeswehr auf einem Truppenübungsplatz in NRW neben dem Brigadegeneral Heico Hübner und wartet auf den Beginn eines Manövers.

© Bernd Thissen/dpa

Oldenburg/Dresden. Am Tag der Bundeswehr hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen erneut Mängel und Versäumnisse eingeräumt. 25 Jahre des Kürzens und Schrumpfens hätten Lücken bei Material und Ausstattung hinterlassen, sagte die CDU-Politikerin in ihrer Ansprache in Oldenburg. 16 Standorte der Bundeswehr in ganz Deutschland hatten am Samstag ihre Tore für Interessenten geöffnet. „Was 25 Jahre lang gekürzt worden ist, dass schütteln wir nicht ohne Weiteres in zwei, drei Jahren wieder aus den Kleidern“, sagte die Ministerin. Man brauche einen langen Atem.

Allein in Dresden kamen bis zum Nachmittag reichlich 10 000 Menschen auf das Gelände der Heeresschule und zum Militärhistorischen Museum der Bundeswehr, wo die Elitesoldaten des Kommandos Spezialkräfte öffentlich eine Vorführung ihres Könnens zeigten. Dabei demonstrierten sie die Befreiung einer Geisel aus einem Gebäude. Die Retter ließen sich von Hubschraubern auf dem Dach des Museums absetzen und drangen dann über die Außenfassade in das Gebäude ein.

Von der Leyens Rede wurde in alle anderen 15 Standorte übertragen. Die Ministerin ging auch auf die internationale Lage ein. Die Sicherheitslage sei unberechenbarer geworden. „Im Osten stellt der Kreml europäische Grenzen infrage und ignoriert unser Völkerrecht.“ In Afrika und im Osten sehe man mit Sorge, wie sich Krise an Krise reihe. „Weil die Lage so ist, wie sie ist, braucht Deutschland eine einsatzbereite, eine modern aufgestellte Bundeswehr. Unser Europa braucht dringend mehr Investitionen in seine Sicherheit.“ Es gebe zudem die Verpflichtung den Soldatinnen und Soldaten gegenüber, dass sie so gut wie möglich geschützt und ausgerüstet sind.

Der Tag der Bundeswehr fand am Samstag in Oldenburg, Flensburg, Rostock, Appen, Hamburg, Meppen, Wunstorf, Holzdorf, Dresden, Erfurt, Bonn, Baumholder, Mannheim, Feldkirchen, Ingolstadt und Murnau statt. (dpa)