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Donnerstag, 11.12.2003

Von China bis nach Mali - Chemnitz ist international

Von Gesa von Leesen

Audrey Jones war „very glad“. Die Oberbürgermeisterin von Manchester unterzeichnete gestern gemeinsam mit OB Peter Seifert einen neuen Partnerschaftsvertrag für die beiden Städte. Der erste Vertrag wurde vor 20 Jahren unterschrieben. „Die erste Städtepartnerschaft zwischen einer britischen Stadt und einer aus der DDR“, erzählte Seifert stolz. War der Austausch zu DDR-Zeiten einseitig - britische Jugendliche kamen nach Karl-Marx-Stadt, umgekehrt lief nichts -, so hat sich inzwischen ein reger Austausch entwickelt. Seifert: „Eine Brücke der Sympathie und Freundschaft.“

Rund 20 Schulen unterhalten Kontakte zu Schulen in Manchester. In diesem Jahr initiierte die Filmwerkstatt einen Animationsfilm-Workshop mit Jugendlichen aus Manchester, Ljubljana und Usti nad Labem. Auch diese beiden Städte sind Partnerstädte von Chemnitz. Außerdem noch Tampere (Finnland), Arras und Mulhouse (beide Frankreich), Timbuktu (Mali), Lodz (Polen), Wolgograd (Russland), Akron (USA), Taiyuan (China) und Düsseldorf.

Die Zusammenarbeit mit den zwölf Partnerstädten ist unterschiedlich. Reiner Gelhar, zuständig für internationale Verbindungen: „Mit Wolgograd ist es gerade schwierig, die haben gewählt, da ist neues Personal, da müssen wir erneut Kontakte knüpfen.“ In Taiyuan gebe es immer mal Probleme durch die dort sehr starren Strukturen. Der letzte Kontakt war der Besuch von Bürgermeister Berthold Brehm im September zur 2500-Jahr-Feier.

Umso lebhafter sind die Kontakte mit den anderen Städten. Neben regelmäßigem Jugendaustausch mit allen konzentriert sich das Rathaus derzeit besonders auf die osteuropäischen Städte. Pia Sachs, zuständig für EU-Projekte: „Wir helfen beim Austausch im Bereich Behinderte, Senioren, Krankenpflege, Jugendarbeit.“ Gerade in Polen und Tschechien sei man angesichts des bevorstehenden EU-Beitritts interessiert an den Erfahrungen von Chemnitz. So wie Chemnitz Anfang der 90er Hilfe von Düsseldorf und Manchester bekommen habe, helfe man nun eben den osteuropäischen Städten, die im Umbruch sind. Die Kosten für die Partnerschaften halten sich übrigens in Grenzen: 90000 Euro pro Jahr.