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Mittwoch, 11.07.2018

Vom nutzlosen Turm zum Ausflugsziel

Als Trinkwasserspeicher wird der Kleinsedlitzer Wasserturm längst nicht mehr gebraucht. Nun soll er zum Kulturareal werden.

Knapp 50 Jahre versorgte der Wasserturm die Einwohner von Kleinsedlitz mit Trinkwasser.
Knapp 50 Jahre versorgte der Wasserturm die Einwohner von Kleinsedlitz mit Trinkwasser.

© Daniel Schäfer

Heidenau. Er ist fast doppelt so hoch wie der Lugturm: Der Kleinsedlitzer Wasserturm ragt 22 Meter in die Höhe. 22 Meter, mit denen er ganz groß rauskommen soll. In den Plänen für die Entwicklung von Klein- und Großsedlitz spielt der Wasserturm eine entscheidende Rolle. Die Planer sehen ihn als Zentrum eines Freizeit- und Kulturareals.

Bisher werden hier höchstens mal Drachen steigen gelassen, man macht an der Märchenfigur Station und genießt die Aussicht. 1951 für rund 119 000 DDR-Mark gebaut, wurde er bis 1999 genutzt. Seither wird er nicht mehr gebraucht. Vorher versorgten seine 100 Kubikmeter Speicherkapazität knapp 50 Jahre die Kleinsedlitzer mit Trinkwasser. Die technischen Veränderungen machten den Turm überflüssig.

Zwei Türme, zwei Geschichten

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Lugturm Gommern

Gebaut: 1880

Kosten: 6300 Mark

Höhe: 12 Meter

Zustand: Seit 2017 ist das Areal verpachtet. Turm noch nicht wieder begehbar.

Zukunft: Pächter und Heimatverein Niedersedlitz wollen Turm wieder öffnen. Ziel: 2020.

Wasserturm Kleinsedlitz

Gebaut: 1951

Kosten: 119000 DDR-Mark

Höhe: 22 Meter

Zustand: Seit 1999 ungenutzt. Station des Märchenlebenspfades, Platz zum Drachensteigen.

Zukunft: Turm steht im Zentrum eines Freizeit-und Kulturareals. Termin: offen.

Nun könnte er zu neuem Leben erweckt werden. Grillplatz und Panoramaschaukel, Theaterplatz und Kulturstätte, aber kein Luxusausbau mit ständiger Besteigbarkeit: So sehen die Planer den Wasserturm. Die Stadt Heidenau ist den ersten Schritt gegangen. Sie will ihn kaufen und hat beim Trinkwasserzweckverband einen entsprechenden Antrag gestellt. „Das Grundstück, auf dem der Wasserturm steht, ist bereits städtisch, so dass nunmehr eine Vereinigung von Gebäude und Grundstück erfolgt“, sagt die stellvertretende Bürgermeisterin Marion Franz.

Entschieden ist der Antrag noch nicht, doch es scheint nichts im Wege zu stehen. Schließlich braucht der Zweckverband den Turm nicht mehr. „Deshalb ist grundsätzlich ein Verkauf an die Stadt Heidenau möglich“, sagt Verbands-Geschäftsführer Mathias Leutert. Es ist der einzige Turm dieser Art, den der Verband besitzt.

Der Lugturm in Gommern und der Wasserturm in Kleinsedlitz – einer ist schon Ausflugsziel, der andere soll es irgendwann werden.