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Mittwoch, 12.09.2018

Vom Fuchsbau ins ehemalige Abendfrieden

Hausärztin Monika Flämig gibt ihre Praxis in Niesky auf. Internist Thomas Flämig wechselt ins Facharztzentrum.

Von Carla Mattern

Der Verwaltungsdirektor der Diakonissenanstalt Dresden, Matthias Schröter, zeigt den Raum, in dem der Nieskyer Arzt Thomas Flämig ab dem 1. Oktober praktiziert.
Der Verwaltungsdirektor der Diakonissenanstalt Dresden, Matthias Schröter, zeigt den Raum, in dem der Nieskyer Arzt Thomas Flämig ab dem 1. Oktober praktiziert.

© Joachim Rehle

Niesky. Nach 42 Berufsjahren beendet Monika Flämig ihre Tätigkeit als Medizinerin. 27 Jahre davon war sie Hausärztin in eigener Praxis. Die Gemeinschaftspraxis Monika und Thomas Flämig an der Straße Am Fuchsbau in Niesky ist geschlossen. „Wir haben bis 30. September Urlaub und räumen um“, sagt Thomas Flämig. Der 67-Jährige arbeitet als niedergelassener hausärztlicher Internist vorerst weiter. Seine Praxis verlegt er auf den Campus des Emmaus-Krankenhauses.

Die als ehemaliger Abendfrieden bekannte Villa mit Zufahrt über die Nieskyer Höhnestraße ist jetzt Sitz für das Facharztzentrum. Dahin wechseln Thomas Flämig und die beiden Schwestern. Ab 1. Oktober ist der Internist und Hausarzt mit seinem Team dann wieder für die Patienten am neuen Praxissitz an der Höhnestraße 2 in Niesky erreichbar. „Mein Ziel ist es, die Patienten weiter zu betreuen und meine Mitarbeiter weiter zu beschäftigen“, sagt Thomas Flämig. Dass er dafür den Praxisort wechselt, hat einen triftigen Grund: Ab dem neuen Jahr gibt er seine Niederlassung auf, arbeitet dann unter dem Dach der Firma Facharztzentren am Diako MVZ GmbH Trägergesellschaft. Diese Trägergesellschaft betreibt die Facharztzentren in Dresden und Niesky.

Das bedeutet, dass Thomas Flämig ab Januar angestellt sein wird. Den Praxissitz übernimmt die Trägergesellschaft. Damit geht den Nieskyern nur der bei der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen angemeldete Praxissitz von Monika Flämig verloren. „Der Praxissitz erlischt, weil sich niemand findet, der unter der gleichen Verantwortung und gleichen Belastung arbeiten will“, sagt Thomas Flämig.

Der Internist wird in seiner Praxis im ehemaligen Abendfrieden am Krankenhaus kein Einzelkämpfer bleiben. Seine Mitarbeiterinnen seien geschult und kampferprobt. „Das Wissen der Schwestern ist außerordentlich wichtig“, so Thomas Flämig. Zum 1. Januar kommt ein weiterer ärztlicher Kollege dazu, sagt der Verwaltungsdirektor der Diakonissenanstalt Dresden, Matthias Schröter.

Wer das sein wird, will er nicht sagen, da die Verträge noch nicht unterschrieben sind. Es werde aber ein in der Region niedergelassener Arzt sein, der nach Niesky in das Facharztzentrum wechselt. Der Kollege, der sich einbringt, habe keinen Nachfolger für seine bisherige Praxis. Wenn Thomas Flämig, der im Frühjahr schon 68 wird, sich im kommenden Jahr aus dem Berufsleben verabschiedet, will das Diako seine Stelle nachbesetzen. „Damit können wir die Versorgung weitestgehend aufrechterhalten“, sagt Matthias Schröter. Wer der zweite Hausarzt aus der Region ist, der mit Thomas Flämig zusammen am Facharztzentrum arbeiten wird, das soll im Oktober feststehen. Zeitnah will die Trägergesellschaft die Stelle von Thomas Flämig ausschreiben, kündigt der Verwaltungsdirektor an. Und es stehen weitere Stellenausschreibungen an. „Wir sind sehr bestrebt, unseren Auftrag zu erfüllen, das Nieskyer Krankenhaus zum lokalen Gesundheitszentrum weiterzuentwickeln. Dazu gehört für uns, weitere Facharztrichtungen am Facharztzentrum zu etablieren“, sagt Matthias Schröter. Schon 2019 soll es den Versuch geben, einen Urologen zu finden. Ein zusätzliches Angebot sei ein Gynäkologe. Man sei gerade dabei, zu versuchen, einen urologischen Kollegen zu binden, so der Diako-Verwaltungsdirektor. Dass seit geraumer Zeit bereits in Niesky ein Hautarzt und ein Augenarzt fehlen, das ist bekannt. Aber Ärzte dieser Fachrichtung seien zurzeit nicht greifbar.