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Donnerstag, 13.09.2018

Volleyball-Talente schließen Kooperation mit der TU Dresden

Von Alexander Hiller

Auch am Volleyball-Netz ist bei Heimspielen die neue Partnerschaft erkennbar. Trainer Andreas Renneberg und die Talente Lina-Marie Lieb, Elena Kömmling und Deborah Scholz (v.l.) sind für die sportliche Qualität verantwortlich. Foto: R. Bonß
Auch am Volleyball-Netz ist bei Heimspielen die neue Partnerschaft erkennbar. Trainer Andreas Renneberg und die Talente Lina-Marie Lieb, Elena Kömmling und Deborah Scholz (v. l.) sind für die sportliche Qualität verantwortlich. Foto: R. Bonß

© ronaldbonss.com

Der Kampf um die deutschlandweit besten Volleyball-Talente ist nicht erst seit der angekündigten Leistungssportreform des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) zu einer hochkomplexen Angelegenheit geworden. Längst hat sich die Frage nach der sportlichen Perspektive – mal abgesehen vom finanziellen Aufwand der Eltern – eng mit denen nach der Qualität der schulischen Ausbildung, den allgemeinen Rahmenbedingungen und den beruflichen Perspektiven verzahnt.

Der VC Olympia Dresden, das Ausbildungsteam des Dresdner SC, hat in dieser Hinsicht einen bedeutenden Schritt nach vorn gemacht. So interpretieren zumindest die beiden neuen Partner ihre Kooperation. Das Nachwuchs-Team aus 15- bis 18-jährigen, hochbegabten Volleyball-Mädchen, das mit einer Ausnahmegenehmigung in der 2. Bundesliga startet, kooperiert in den nächsten zwei Jahren mit der TU Dresden. „Der VCO ist ein hervorragender Botschafter nach außen. Mit seiner exzellenten Nachwuchsarbeit steht er für ein positives Image der Stadt und der Region und damit auch für den Standort unserer Hochschule“, sagt TU-Kanzler Andreas Handschuh.

Dessen neuer Partner Thomas Kettmann, Vorsitzender des Ausbildungsklubs, muss nicht lange überlegen, um ein sogenanntes Alleinstellungsmerkmal aufzuzeigen. „Wir waren von der U 14 bis zur U 20 in allen vier Altersklassen bei den deutschen Meisterschaften vertreten. Das hat deutschlandweit kein anderer Verein geschafft“, unterstreicht Kettmann. Und natürlich sind auch die Volleyball-Macher voll des Lobes über den neuen Partner. „Die
TU Dresden steht für Spitzenleistungen als Universität – und auch wir haben für unsere Altersgruppe einen Exzellenz- und Eliteanspruch“, sagt Kettmann.

Die Kooperation wird in erster Linie nicht finanzieller Natur sein, wenngleich der Schriftzug des neuen Partners auch auf dem Trikot des Zweitligisten zu sehen ist. Die Volleyball-Talente werden bei ihren Auswärtspartien Werbematerialien der TU verteilen – an die Gegnerschaft und potenzielle Neu-Dresdnerinnen. Der Studienanschluss nach der Schule könnte ein zusätzlicher Anreiz für Talente sein. „Ich hoffe, dass der Bundesstützpunkt Dresden mit diesem Gesamtangebot noch attraktiver für Spielerinnen, vor allem aus anderen Bundesländern, sein wird“, erklärt Kettmann. Ideelle Partner sind vor allem für die strategische Ausrichtung wichtig. Knapp 250 000 Euro investieren die Dresdner in den Bundesstützpunkt. Hauptsächlich sind das Personalkosten. Aber auch für jede Auswärtsfahrt kalkuliert der VCO mit knapp 3 000 Euro Ausgaben.

Derzeit beträfe das gewissermaßen übergangslose Schule-Universitäts-Angebot drei Spielerinnen. Neben VCO-Kapitänin Deborah Scholz schließen auch Rica Maase und Camilla Weitzel vom DSC-Profikader ihr Abitur in dieser Saison ab. „Wir versprechen uns davon, dass die Mädels ihre Ausbildung in Dresden auch nach der Schule fortsetzen können“, so Kettmann. Voraussetzung dafür wäre freilich, dass die betreffenden Talente auch für eine sportliche Zukunft im DSC-Kader infrage kämen. Wie eben Maase und Weitzel. „Der Wettbewerb der Bundesstützpunkte untereinander wird härter. Wir wollen da einen Schritt voraus sein“, sagt Kettmann.

Dafür wäre auch ein entsprechend konkurrenzfähiges Auftreten des Talente-Teams in der 2. Bundesliga nötig. In die neue Saison startet der VCO am Sonnabend mit einem Auswärtsspiel beim Aufsteiger TSV Ansbach. „Prinzipiell ist die Vorbereitung wie geplant gelaufen“, sagt der neue Bundesstützpunkt-Trainer Andreas Renneberg. Die schwere Verletzung von Elena Kömmling klammert der 34-jährige bei dieser Einschätzung ausdrücklich aus. Die 18-jährige Angreiferin, als Leistungsträgerin und Stammkraft eingeplant, zog sich in der Vorwoche einen mehrfachen Bänderanriss am rechten Knöchel zu. „Dennoch freuen wir uns auf die Saison, sind gut vorbereitet und auf einem guten Weg“, sagt Scholz. Auch sie hatte zuletzt mit einer Verletzung zu kämpfen.