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Mittwoch, 06.05.2009

Verschüttete Archäologin tot - Staatsanwalt ermittelt

Die bei Ausgrabungen in Leipzig verschüttete ABM-Archäologin ist gestorben. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Verantwortlichen im Landesamt für Archäologie wegen fahrlässiger Tötung.

LEIPZIG - Die bei Ausgrabungen in Leipzig verschüttete ABM-Archäologin ist gestorben. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Verantwortlichen im Landesamt für Archäologie wegen fahrlässiger Tötung.Stundenlang hatten die Ärzte in der Uni-Klinik um das Leben von Erika U. (56) gekämpft - vergeblich. Die ABM-Kraft, die seit Oktober Sachsens Landesarchäologen bei Grabungen in Leipzig half, war am Montag am Böttchergässchen unter einer einstürzenden Ziegelwand verschüttet worden (Morgenpost berichtete). Am Nachmittag erlag sie ihren schweren inneren Verletzungen.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen fahrlässiger Tötung. Im Visier: Grabungsleiter Peter Hiptmair (46) - ein erfahrener Archäologe, der für das aus elf ABM-Kräften und Studenten bestehende Team verantwortlich war. „Wir prüfen, ob die für Tiefbauarbeiten geltenden Vorschriften eingehalten wurden“, sagte Polizei-Sprecher Daniel Kapferer.

Warum die seit zwei Wochen frei stehende Kellerwand plötzlich einstürzte, ist bislang unklar. Möglicherweise hatte starker Regen das haltende Erdreich aufgeweicht. Landesarchäologin Dr. Regina Smolnik sprach gestern von einem „Unfall ohne äußeres Verschulden“. Laut Smolnik hatte der Grabungsleiter die Mauer täglich kontrolliert und für sicher befunden. Bis zur Klärung der Unglücksursache ruhen die archäologischen Arbeiten.

Unglücks-Baugrube zugeschüttet

Nur einen Tag nach dem Tod einer 56-Jährigen bei einer archäologischen Grabung in Leipzig wurde der Unglücksort zugeschüttet worden. Nach einem Zeituzngsbericht sei die Baugrube am Dienstag von einem Bagger zugeschoben worden. „Unsere Kollegen haben ihre Ermittlungen vor Ort abgeschlossen“, sagte eine Polizeisprecherin am Mittwoch. Es sei davon auszugehen, dass alle wichtigen Spuren gesichert wurden. Die Unglücksursache sei weiter unklar. Zur Klärung seien Spuren aus der Grube ebenso bedeutsam wie Zeugenvernehmungen und die Untersuchung der Leiche der Hilfskraft, auf die eine zwei Meter hohe historische Mauer gestürzt war. (mit dpa)