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Montag, 01.11.2010

Verfahren gegen Lokführer eingestellt

Das Amtsgericht Meißen sprach im Prozess zum Unfall beim Kleinbahnfest der Lößnitzgrundbahn gegen die Eisenbahner Geldstrafen aus.

Meißen/Dresden. Ein reichliches Jahr nach dem Unfall beim Kleinbahnfest der Lößnitzgrundbahn sind die Verfahren gegen den Lokführer und den Zugführer des Unglückszuges gegen Geldauflagen eingestellt worden.

Gegen Pflichten verstoßen

Nach Informationen von Radio Dresden muss der 50-jährige Lokführer 4050 Euro zahlen. Für den 42-jährigen Zugführer sind es 2 700 Euro.

Wie Pressesprecher Andreas Poth vom Amtsgericht Meißen sagte, wurden die Verfahren wegen geringer Schuld nach Paragraph 153 a der Strafprozessordnung eingestellt. Somit sind die Beschuldigten nicht vorbestraft.

Die Staatsanwaltschaft Dresden hatte gegen die Männer wegen fahrlässigen Eingriffs in den Schienenbahnverkehr in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung in 53 Fällen ermittelt und Strafbefehle beantragt.

Die Männer des Regelzuges 3011 hatten laut den Ermittlungen der Meißner Staatsanwaltschaft gegen mehrere Sorgfaltspflichten verstoßen: Vorbeifahrt an einer sogenannten Trapeztafel des Bahnhofs Friedewald Bad ohne Halt, anschließende Einfahrt in Gleis 2 anstatt Gleis 1, Erteilung des Abfahrauftrags vom Bahnhof Friedewald Bad ohne Erlaubnis trotz Zuges im Gegenverkehr.

Das Amtsgericht Meißen entschied sich für eine Einstellung der Verfahren gegen Geldauflagen, die in der Höhe der von der Staatanwaltschaft beabsichtigten Geldstrafen von drei Monatsgehältern entsprechen.

1,5 Millionen Sachschaden

Am 12. September 2009 waren beim Kleinbahnfest der Lößnitzgrundbahn zwei Züge zwischen Radebeul-Ost und Radeburg zusammengestoßen. 121 Menschen wurden damals verletzt. Der Sachschaden bei diesem schweren Unfall soll bei rund 1,5 Millionen Euro gelegen haben.

Zunächst war die Zahl der verletzten Personen mit 52 angegeben worden. Viele hätten sich jedoch später noch gemeldet, meist mit leichteren Beschwerden. Zwölf Personenwaggons wurden bei diesem Unglück der Lößnitzgrundbahn beschädigt. Die zwei Lokomotiven wurden schwer in Mitleidenschaft gezogen. (SZ)