erweiterte Suche
Donnerstag, 17.05.2018

Urteil im Streit um die Bürgerhäuser

In der Auseinandersetzung vor Gericht soll nun eine Entscheidung verkündet werden. Bei der Sicherung der Gebäude drängt die Zeit.

Von Madeleine Siegl-Mickisch

Die barocken Bürgerhäuser sind seit Jahren hinter einem großen Werbebanner versteckt.
Die barocken Bürgerhäuser sind seit Jahren hinter einem großen Werbebanner versteckt.

© Steffen Unger

Bautzen. Ist ein Ende des jahrelangen Rechtsstreits um die barocken Bürgerhäuser an der Inneren Lauenstraße in Sicht? Zumindest hat das Landgericht Dresden jetzt laut Auskunft von Sprecher Thomas Ziegler für den 6. Juli einen Verkündungstermin angesetzt. Nach langwieriger Beweisaufnahme und Auswertung mehrerer Gutachten soll nun also ein Urteil fallen. Mittlerweile sind Tausende Seiten Prozessakten zusammengekommen. Immerhin geht es um millionenschwere Schadenersatzforderungen.

Auslöser war im Mai 2006 der Einsturz eines Teils der Hinterhäuser. Kurz zuvor hatte die Sanierung der Bürgerhäuser begonnen. Fortan ging es vor Gericht um die Frage, wer Schuld am Einsturz hat. 2014 machte das Landgericht Bautzen dann Architekt und Statiker dafür verantwortlich. Doch der Streit zwischen Bauherr Thomas Kasselmann und der Baufirma Strabag vorm Landgericht Dresden dauert bis heute an.

In all den Jahren ist es mit der Sanierung nicht weitergegangen, der Zustand der hinter einem großen Werbebanner versteckten Häuser verschlechterte sich immer mehr. Im vorigen Herbst wurden schließlich die maroden Hinterhäuser abgerissen. Mittlerweile sind aber auch die Vorderhäuser akut gefährdet. So hat ein Statiker deren Standsicherheit nur bis Ende Mai garantiert, teilte Baubürgermeisterin Juliane Naumann im April mit. Über die dringend erforderlichen Sicherungsarbeiten seien sich Stadt und Eigentümer einig. Ende April sollten daher Gerüste an der Rückseite der Häuser aufgestellt werden. Doch bis heute ist nichts passiert.

Die Stadt rechnet aber weiterhin „mit einem sehr zeitnahen Baubeginn“, teilt Sprecher André Wucht mit. Nach Information des vom Eigentümer beauftragten Ingenieurbüros seien die erforderlichen Aufträge an Baufirmen ausgelöst worden. Diese hätten aber aus Kapazitätsgründen noch nicht mit den Arbeiten begonnen.