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Mittwoch, 15.10.2008

Unterwegs wie Atze, der Schröder!

Atze Schröder ist eine Bühnenfigur, die sich nach außen von ihrem Darsteller kaum unterscheidet und den Ruhrpott-Proll mimt. Laut Wikipedia heißt Atze bürgerlich Thomas Schröder und ist 43 Jahre alt.Im Rechtsstreit versuchte Schröder seine wahre Identität zu schützen und die Nennung seines Namens zu verbieten. Atze tritt als Comedian, Autor und Schauspieler auf.

Haben Sie sich die Gummibärchen bestellt, Herr Schröder?Nee, die standen schon hier auf dem Tisch. Ich muss immer wieder hinlangen, dabei kämpfe ich doch mit jedem Gramm Fett.

Sie joggen?Ja, wirklich, und am liebsten draußen. Ich muss Wald riechen.

Ihr Äußeres ist Ihnen sehr wichtig, aber die Zeit holt Sie ein. An einem Salon bei Stuttgart habe ich Werbung für Dauerwellen gesehen, und Fliegerbrillen sind wieder absolut en vogue. Müssen Sie sich neu erfinden?Ich war vor zwei Jahren zur Sendung „100 Jahre Dauerwelle“ bei stern tv eingeladen. Aber ich kann ja auch anders, zum Beispiel im Film „7 Zwerge“. Da habe ich ganz glatte Haare. Auch schön.

Kennen Sie hier in der Gegend Land und Leute?Ja schon. Ich bin häufig in Sachsen unterwegs, besonders in Leipzig und Dresden. Die Sachsen sind ein sehr aufmerksames Publikum, die hören genau zu. Aber zurück zum Thema Jogging: Ich bin mal die Elbe langgelaufen, der Tag war brühheiß, das werd ich nie vergessen ...

Dass Sie den Ruhrpott-Proll verkörpern, dürfte Sie kaum beleidigen. Wie würde einer wie Sie denn auf Sächsisch aussehen?Puhhh... Wahrscheinlich genauso.

Wahrscheinlich genauso hätte „Der Koloss von Rhodos“ als Filmvorlage funktioniert. Warum gerade „Das Boot?“Das hat sich der Regisseur Sven Unterwaldt ausgedacht: Hitler ist am Ende, die Nazis versuchen, das Steuer noch mal rumzureißen, Atze kapert das letzte U-Boot und kreuzt damit durch die Weltmeere. Der Film ist eine echte Überraschung, kein Klamauk, sondern ein Abenteuerfilm und eine Verneigung vor „Das Boot“. Ich habe ja so meine Traditionsfeinde unter den Journalisten. Etliche von ihnen haben gesagt: „Leider gut, der Film“.

Und was hat das Dresdner Publikum am 16. November von Ihnen zu erwarten?Da erlebt es mein neues Programm „Mutterschutz“. Darin gebe ich alle meine Gedanken zum Thema, Mütter, Väter, Kinder, Familie und Geburt zum Besten.

Die schöpfen Sie aus Ihrem eigenen Leben?Ich beobachte mein Umfeld. Die Idee zum Programm kam mir im Duisburger Zoo, wo eine Mutter zu ihrem Sohn sagte: „Marvin, mach die Muh ma ei!“ Aber das erzähle ich im Kulturpalast ausführlich.

Ist Ihr bürgerlicher Name so hässlich, oder warum wollen Sie seine Veröffentlichung partout per Gericht verbieten?Ich finde, dass man ein Stück private Freiheit einbüßt, wenn im Netz alles erlaubt ist. Ich stehe wirklich genug in der Öffentlichkeit und will keine Paparazzi vor der Tür. Das ist alles.

Interview: Nadja Laske