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Freitag, 18.05.2018

Unterwegs im Tal der Mühlen

Entlang der Gimmlitz locken nicht nur historische Sägemühlen. Die Übersicht der SZ zeigt, was zum Mühlentag alles geboten wird.

Von Anja Ehrhartsmann

Osterzgebirge. Im Tal entlang der Gimmlitz haben die Mühlen eine jahrhundertelange Tradition: Ursprünglich erbaut, um etwa Holz für den Bergbau zu sägen, sind die meisten heute immer noch erhalten. Zum Mühlentag am Pfingstmontag, 21. Mai, können sie besichtigt werden, von 10 bis 17 Uhr. Auf einer Strecke von etwa vier Kilometern finden Besucher gleich mehrere Stationen, an denen sich ein Zwischenstopp lohnt. Für diejenigen, die gut zu Fuß sind, empfiehlt der Gimmlitztalverein, den historischen Konrad-Weichelt-Wanderweg zu gehen. Der Pfad führt von der Kummermühle bis zur Weicheltmühle und ist ausgeschildert. Mit dem Kinderwagen bietet sich der Schlüsselweg an. (Route siehe Grafik)

1. Start oder Ziel der Wanderung ist die Kummermühle. Ihr früherer Name Sandmühle nimmt Bezug auf eine zweite Erzwäsche des Reichenauer Erzbergbaues, erklärt Roland Mende vom Gimmlitztalverein. Später wurde sie als Sägemühle genutzt, zu DDR-Zeiten war sie Ferien- und Wohnheim des Kraftverkehrskombinats Karl-Marx-Stadt. Heute ist die Mühle Pension. Ab 10 Uhr gibt es dort Kaffee, Kuchen und Musik.

2. Etwa 20 Wanderminuten entfernt liegt die Illingmühle, die schon 1486 erwähnt wurde. Hauptsächlich wurde sie als Schneidemühle genutzt, zeitweise war sie auch Mahlmühle und sogar Kistenfabrik. Zum Mühlentag gibt es von 11 bis 17 Uhr Schausägen und Mühlenführungen, für Verpflegung ist gesorgt. Am Vorabend gibt ab 19 Uhr eine Session, bei der die größten Beatles-Hits gesungen und gespielt werden.

3. Die Weinputtenherberge, ehemaliges Ferienheim der Post Riesa, liegt nur wenige Meter von der Illingmühle entfernt. Dort eröffnet der Museumsverein um 10 Uhr die Ausstellung „Leonore Thielemann – Lebensbilder aus der Sächsischen Schweiz“. Unter der Kastanie werden Speisen und Getränke gereicht.

4. Etwa 200 Meter weiter geht es links weg zur Kunstschmiede von Jan-Peter Nitzsche. „Dort sollte man auf alle Fälle vorbeigehen“, sagt Ursula Mende vom Gimmlitztalverein. Je nach Wetterlage erwartet die Besucher sogar eine musikalische Einlage des Künstlers, außerdem wird er sein Handwerk zeigen. Nach einer kurzen Stärkung geht es von dort weiter talaufwärts auf dem Konrad-Weichelt-Wanderweg, der über die Gimmlitzwiesen führt. Momentan blüht hier das gefleckte Knabenkraut, eine Orchideenart, und weiter oben das Wollgras.

5.Schließlich kommen die Besucher an der Müllermühle an. Sie wurde 1869 vom Besitzer der Weicheltmühle erbaut, trug deshalb auch den Namen „Niedere Weicheltmühle“ und war Sägewerk. An einem Fachwerkgiebel hängt die Bergmannsglocke der Friedrich-August-Zeche. Zum Mühlentag findet hier der Mühlentrödel statt, der vom Gimmlitztalverein veranstaltet wird. Verkauft werden Sachen aus dem Mühlenbesitz, aber auch Bücher und vieles andere. Schnäppchen gibt es schon ab ein paar Euro, der Erlös kommt dem Verein zugute. Am Vorabend gibt es ab 20 Uhr ein Trommelkonzert in der Müllermühle.

6.Rund 200 Meter entfernt liegt das Wochenendhäuschen der Familie Schindler, die ihre Türen zum Mühlentag ebenfalls öffnen. Hier können die Besucher die Handmühlenausstellung von Karin Schindler bestaunen, die über die Jahre etwa 70 bis 80 Miniaturmühlen gesammelt hat – von der Kaffeemühle bis zur Gebetsmühle. Dort gibt es Selbstgebackenes und eine Tasse Kaffee.

7.Nächste Station ist die Weicheltmühle, die von Familie Werner bewohnt wird. Führungen gibt es von 10 bis 17 Uhr. Die Stampfmühle ist technisches Denkmal, erbaut wurde sie 1807. In ihr wurde Mehl gemahlen, es wurden aber auch Futter und Knochen zu Dünger gestampft. Der Limousinhof Klemm bietet Bratwürste an, Stefanie Werner selbst gebackenen Kuchen. Ab 13 Uhr gibt es Musik.

Besucher können oberhalb der Illingmühle und oberhalb der Weicheltmühle parken.

Wer den ganzen Weg von der Kummermühle zur Weicheltmühle wandern will, kann das Auto auch in der Nähe der Kummermühle parken: auf der Bundesstraße B 171 Richtung Nassau, dann vor der Gimmlitz rechts.