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Montag, 16.07.2018

„Unser Ziel heißt Klassenerhalt“

Sandro Nitschke (l.) und Pierre Zimmermann haben als Trainergespann den Hartmannsdorfer SV Empor durch die erste Saison in der Landesklasse geführt und den Klassenerhalt erreicht. Foto: A. Weihs
Sandro Nitschke (l.) und Pierre Zimmermann haben als Trainergespann den Hartmannsdorfer SV Empor durch die erste Saison in der Landesklasse geführt und den Klassenerhalt erreicht. Foto: A. Weihs

© Andreas Weihs

Der Hartmannsdorfer SV Empor 1922 hat seine Debüt-Saison in der Fußball-Landesklasse Mitte mit Platz zwölf und dem Nichtabstieg bestens überstanden. Das sympathische Team aus dem Osterzgebirge hatte sich die Zielstellung Klassenerhalt auf die Fahne geschrieben. Es gab klare Niederlagen, aber auch überraschende Siege. Trainer Sandro Nitschke blickt im Interview auf die Saison zurück und wagt auch schon einen Ausblick auf das kommende Spieljahr 2018/19.

Herr Nitschke, Gratulation zum Klassenerhalt in der Landesklasse Ost! Wie lautet Ihr Saisonfazit?

Vielen Dank. Wir haben unser Saisonziel geschafft, sind nicht abgestiegen. Und das nicht aufgrund der zahlreichen Rückzüge in dieser Staffel, sondern sportlich als Zwölfter. Darauf können wir sehr stolz und zufrieden sein.

Welche Erfahrungen nehmen Sie aus dem ersten Jahr in der siebten Liga mit in die nächste Saison?

Natürlich war es für uns ein absolutes Lehr- und Lernjahr. Wir haben sehr viele Erfahrungen sammeln können. Positive und Negative. Die Landesklasse ist schon ein eine gewaltige Steigerung gegenüber der Kreisoberliga. In jeder Mannschaft spielen erfahrene Leute, die höherklassig unterwegs waren. Jeder Fehler wird gnadenlos bestraft. Wir haben das oft am eigenen Leib gespürt. Vorn sind wir mit unseren Chancen schludrig umgegangen und hinten wurden Defensivfehler ausgenutzt.

Die Saison begann mit zwei Niederlagen ...

Da haben wir gleich ordentlich Lehrgeld gezahlt. Wir führten gegen den FV Gröditz mit 1:0, verpassten es, das Resultat auszubauen und kassierten in der Schlussviertelstunde noch zwei Gegentore zum 1:2. Beim Hainsberger SV lagen wir nach zehn Spielminuten mit 2:0 vorn. Am Ende siegten die Hausherren aber mit 3:2. Am dritten Spieltag durften wir dann unseren ersten Sieg in der Landesklasse mit einem 5:2 bei Barkas Frankenberg feiern. Dem folgte ein 2:0-Heimsieg gegen Stahl Freital. Am sechsten Spieltag haben wir uns gegen den SV Bannewitz für unseren nimmermüden Einsatz belohnt und in der Schlussminute zum 1:1-Ausgleich getroffen. Einen Spieltag später gelang uns ebenfalls kurz vor Ultimo der 3:3-Ausgleichstreffer bei TuS Weinböhla. Dem wiederum folgte ein klares 0:4 gegen Motor Wilsdruff. So gab es stets ein Auf und Ab. Tollen Energieleistungen wie dem 2:2 daheim gegen Hainsberg folgten ernüchternde Niederlagen wie das 2:4 gegen Frankenberg.

Es gibt also noch viel zu tun im Hinblick auf die kommende Saison?

Natürlich. Wir wollen aus unseren Fehlern lernen. Wir haben sehr viele Gegentreffer kassiert. 73 Stück. Das ist zuviel. Wir müssen unser Defensivverhalten deutlich verbessern. Und offensiv unsere Möglichkeiten besser nutzen.

Trotzdem haben Sie mit einem kaum veränderten Kader den Sprung aus der Kreisoberliga in die Landesklasse gemeistert. Wie funktioniert das?

Ich denke, wir haben schon einen ordentlichen Kader zusammen. Die Jungs kennen sich seit langem, spielen schon lange zusammen. Vor drei Jahren kamen mit Dustin Heinrich, Marcus Linne, Dominik Müller, Oliver Behge, Patrick Beier und Paul Wolter einige richtig starke Spieler aus der A-Jugend in den Männerbereich. Sie haben sich wirklich toll entwickelt und waren der Grundstein für diesen Aufstieg. Hinzu kommen unsere erfahrenen Leute, das ergibt eine gute Mixtur. Wir legen auch viel Wert auf spielerische Akzente, die Zeiten der „Hau-Drauf“-Truppe ist längst vorbei.

Mit Norman Bendix haben Sie zudem einen überdurchschnittlich guten Stürmer im Team. Macht Sie das berechenbar?

Das Spiel ist nicht nur auf Norman ausgelegt. Mit Linne, Müller, Rico Heinrich oder Erik Bier treffen auch andere Spieler bei uns. Norman ist ein sehr mannschaftsdienlicher Spieler, der den Ball auch zu einem besser positionierten Mann abgibt. Das hat er im Lauf der Jahre sehr gut gelernt. Wichtig ist am Ende der Erfolg, egal wer da in der Torschützenliste steht.

Momentan gibt es viele Mannschaften, die sich zurückziehen oder auf einen Aufstieg verzichten. Was ist Ihre Meinung dazu?

Es ist eine traurige Entwicklung. Klar, es fehlen überall Nachwuchsspieler, die zu den Männern aufrücken können. Wiederum fehlt auch der Ehrgeiz, wenn ich sportlich aufgestiegen bin oder die Klasse gehalten habe, dann muss ich doch so ehrgeizig sein und den sportlichen Weg versuchen zu gehen.

Stand im letzten Jahr der Aufstieg des HSV zur Debatte?

Nur kurzzeitig. Wir hatten 2017 im Wintertrainingslager in Dresden-Weißig mit jedem Spieler Einzelgespräche geführt über einen möglichen Aufstieg in die Landesklasse. Da gab es einhellige Ja-Stimmen. Alle waren der Meinung, dass wir das Unterfangen anpacken sollen. Wir haben hier ein tolles Umfeld, bekommen beste Unterstützung durch den Vereinsvorstand. Die Jungs fühlen sich hier geborgen. So nach der Devise: Lasst uns den Aufstieg gemeinsam angehen.

Wann beginnt die Vorbereitung auf die nächste Saison und wie lautet die Zielstellung?

Wir haben letzte Woche mit dem Training begonnen. Testspiele sind geplant beim Oederaner SC und Rotation Dresden. Ende Juli sind wir drei Tage lang zum Trainingslager in Rabenberg. Dort sind Testspiele gegen den SV Auerhammer und Motor Marienberg vorgesehen. Personell gibt es kaum Veränderungen. Es laufen noch Gespräche mit einem sehr talentierten jungen Spieler aus der Kreisliga Mittelsachsens. Natürlich lautet unsere Zielstellung erneut Klassenerhalt. Angst vor dem berüchtigtem zweitem Jahr haben wir keine. Dahingehend haben wir schon unsere Erfahrungen im ersten Jahr gesammelt. Längerfristig wollen wir uns in dieser Liga etablieren.

Das Gespräch führte Jens Jahn.