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Freitag, 17.01.2014

Ungeschminkt im Urwald

Mit Melanie Müller zieht heute auch eine Sächsin ins Dschungelcamp. Ihr Image als Vamp lässt sie zu Hause.

Von Stefan Becker (Text und Foto)

Diese "Stars" waren im Dschungelcamp

Keine Scheu, Gesicht zu zeigen: Melanie Müller lässt ihr Make-up zu Hause.
Keine Scheu, Gesicht zu zeigen: Melanie Müller lässt ihr Make-up zu Hause.

© Stefan Becker

Melanie mag Maden. Das muss sie auch, denn als Bewohnerin des Dschungelcamps stehen die wimmelnden Insekten ab heute mit auf ihrem Speiseplan. „Die schmecken wirklich nussig“, sagt sie. Unter dem blonden Pony funkeln zwei grüne Augen. Beißt man auf die Dinger allen Ernstes drauf? Den meisten jagt allein der Gedanke ans versehentliche Verschlucken schon den Ekel in die Kehle und kalten Schweiß auf die Stirn. Nicht Melanie. „Auf jeden Fall und gut kauen, das ist wichtig, damit sie sich mit ihren Kiefern nicht im Magen festhaken“, sagt sie. Offenbar hat sie sich gut vorbereitet.

Diese "Stars" waren im Dschungelcamp

Seit einem Jahr gehört die 25-jährige Melanie Müller aus Grimma zum festen Inventar des deutschen Privatfernsehens. Die grazile Frau mit dem durchtrainierten Körper startete ihre kleine TV-Karriere als eine der 20 Kandidatinnen des „Bachelors“. Dort präsentierte sie sich extrem freizügig, kokettierte ein wenig mit dem Status des Kurzzeit-Pornostars, kam mit der Nummer jedoch nicht so an und durfte ziemlich schnell die Koffer packen.

Doch während der „Bachelor“ weiter das quotentaugliche Image des braven Bubens auf dem Bildschirm pflegen musste, konnte sich die Blondine ganz der eigenen Zukunft widmen: mit Burlesque-Shows und einem eigenen Erotik-Versand. „Den Sommer über arbeite ich die ganze Saison auf Mallorca mit Auftritten in den verschiedenen Clubs“, erzählt sie, heute mal ungeschminkt und in Trainingshose.

Promi-Tage bald gezählt

Hinter ihr liegen gerade zwei Stunden intensiven Fitnesstrainings, unter anderem mit Hunderten von Sit-ups. Sie modellieren ihre Bauchmuskeln, die im Dschungelcamp bestimmt häufig in Szene gesetzt werden. Ebenso wie ihr opulentes Dekolleté, doch braucht sie dafür keinen Push-up: Die Oberweite ließ sie sich zweimal aufpolstern. Doch damit sei jetzt Schluss, sagt das Pin-up-Model – ihre Silhouette gefalle ihr nun. Außerdem könne das Silikon sogar süchtig machen.

Wie sie das Anlagekapital wirkungsvoll einsetzt, zeigen die beiden Homepages namens Lustshoppen24 und Königsklasse. Auf der Seite der Lust gebe es all das zu kaufen, was andere Erotikläden im Internet auch anbieten, sagt sie. Eigentlich nichts Besonderes, mit der Ausnahme, dass eine jetzt gerade mal etwas prominente Fachverkäuferin die Produkte präsentiert. Noch eine Autogrammkarte dazu, versandfertig ist das Päckchen.

Die Karten habe sie vor ihrer Abreise nach Australien noch bergeweise signieren müssen, erzählt sie, weil die Fanpost einfach nicht nachlasse. Fast 13.000 Fans hat Melanie mittlerweile auf Facebook. Würde sie jetzt nicht mit etlichen Nobodys und Altstars im australischen Tropenwald zwei Wochen den Affen machen, wäre sie wohl demnächst im Container bei „Big Brother“ gelandet. Auch die Produzenten der Psycho-Show hatten Interesse an der formvollendeten Blondine gezeigt, allerdings zu spät. Im Dschungel soll sie laut Bild-Zeitung mit etwa 30.000 Euro Gage eher zu den Geringverdienerinnen gehören. Sei’s drum. Das nächste „Promi-Dinner“ steht schon in den Startlöchern. Bei einem mümmelte Melanie Müller schon mit, kaufte auch bereits als „Shoppingqueen“ vor der Kamera ein und sprang bei den „Pool Champions“ ins Becken. Sie weiß, ihre Tage als C-Promi könnten schon bald gezählt sein. „Da kommen immer neue Gesichter, und einige der altbekannten leben schlicht über ihre Verhältnisse“, sagt sie und dabei schaut sie sehr ernst. „Ich habe auf Mallorca etliche Promis erlebt, die mit dem Feiern gar nicht mehr aufhören konnten und völlig fertig waren – da wähle ich doch einen anderen Weg.“ Den der Disziplin: Bei Melanie folgt nach jedem Auftritt der Rückzug ins Private. Dort warten Dackeldame Bärbel, die Französische Bulldogge Galina sowie seit Neustem auch noch das Minischwein Eberhard – stubenrein und total verspielt. „Ich weiß, wo ich herkomme, und wie schwer das Geldverdienen ist.“ Obwohl Einzelkind, sei sie nicht verhätschelt worden, habe immer gearbeitet, bloß keine Lust mehr auf die Hotellerie, in der sie gelernt hat.

Make-up bleibt zu Hause

Der jüngste Coup der Jungunternehmerin war die Eröffnung einer Boutique im Zentrum von Leipzig. Das Geschäft in der Kupfergasse heißt Königsklasse. Neben einer eigenen strasslastigen Modekollektion verbirgt sich dahinter ein eigenes Franchise-Konzept. Ob es aufgeht, wird sich zeigen, doch definitiv zeigt es ihren unbedingten Willen, etwas Eigenes aufzubauen. Bis dahin aber futtert sie nun erstmal Bohnen mit Reis und ohne Salz – schon seit Tagen. „Das entspricht unserem Essen im Camp, und ich will darauf vorbereitet sein. Ich nehme auch kein Make-up mit, was soll ich in der Hitze damit?“

Mit ihren kurzen blonden Haaren passt Melanie Müller perfekt ins Besetzungsschema von RTL – alle anderen Damen im Camp tragen ihre lang. Auch die berühmten Initialen samt Muttermal in Erinnerung an Marilyn Monroe stehen der Sächsin gut. Der Vamp im Camp will Melanie aber nicht sein. Sollte sie sich je wieder mit „Ludern“ beschäftigen, dann nur bei ihrer Vorbereitung auf die Prüfung für den Jagdschein, wie sie sagt.

Zum Lernen dafür wird sie so schnell aber nicht kommen. Für die Dschungel-Show hat sie sogar ihre Spinnenphobie mithilfe eines Hypnotiseurs überwunden, was RTL einen eigenen Vorbericht wert war. Einige der Mitinsassen kennt sie persönlich von Mallorca, andere gar nicht. „Auf Winfried Glatzeder bin ich richtig gespannt. Wenigstens bin ich nicht der einzige Ossi im Camp“, sagt sie. „Die Zuschauer werden Melanie aus Grimma erleben, ganz natürlich, vielleicht sogar langweilig.“

„Ich bin ein Star – holt mich hier raus“, Freitag 21.15 Uhr auf RTL.

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