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Freitag, 12.10.2018

Ungeplanter Nachwuchs bei den Mandrills

Von Juliane Richter

Für Mutter Ikela ist die kleine Aluna das siebte Kind. Bei so viel Erfahrung wird die Abnabelung etwas schneller vorangetrieben. Aber noch ist Zeit zum Kuscheln.
Für Mutter Ikela ist die kleine Aluna das siebte Kind. Bei so viel Erfahrung wird die Abnabelung etwas schneller vorangetrieben. Aber noch ist Zeit zum Kuscheln.

© Rene Meinig

Nach einem zweiwöchigen Urlaub war Tierpflegerin Christiane Krönke klar, dass da was im Busch ist. Oder besser im Bauch. Als sie Ikela, eine 15 Jahre alte Mandrillaffendame wiedersah, hatte die plötzlich „eine ziemliche Trommel dran“. Anfang September dann die absolute Gewissheit: Morgens hielt die Affendame ihrer Pflegerin ein kleines Jungtier entgegen – ein Weibchen. Und zugleich die erste Nachzucht im neuen Afrikahaus.

Aluna ist mittlerweile aus dem Gröbsten raus und wurde am Donnerstag der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Wirrwarr der nun zehnköpfigen Mandrillgruppe müssen die Besucher gute Augen haben, um Mutter und Kind auszumachen. Noch klammert sich die Kleine fest an ihre Mutter. Die ist aber ziemlich erfahren, hat mit Aluna ihr siebtes Kind zur Welt gebracht und weiß ihre Ruhe offenbar zu schätzen. „Sie setzt die Kleine gezielt ab und hält dann ein wenig Abstand. Sie schubst sie damit sehr schnell in die Selbstständigkeit“, sagt Krönke. Obwohl der Nachwuchs noch gestillt wird, probiert die Kleine schon neugierig das weiche Obst, das ihr vor die Nase gehalten wird. Ein paar Brombeeren haben da schon zu einem satt-lila Beerenmund geführt. Mit den kleinen Zähnchen sei das kein Problem, meint Krönke.

Mehrere Jahre kann das Tier nun bis zur Geschlechtsreife in der Gruppe bleiben. Zwei andere sollen in nächster Zeit an andere Zoos abgegeben werden. Und neue Nachzuchten sind erst mal nicht geplant. Gut, Aluna war es auch nicht. Denn eigentlich trug ihre Mutter ein Hormonimplantat, das wie die Pille wirkt. Bei ihr nun aber nicht so lange wie erwartet. Darauf wollen die Zoomitarbeiter nun stärker achten und mit der Zucht erst einmal pausieren. Denn die Population der Mandrillaffen in den europäischen Zoos ist groß genug.