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Donnerstag, 09.08.2018

Und dann flogen die Funken

Ein Böschungsbrand griff am Dienstag auf Häuser über. Eine ganze Straße in Siegburg war betroffen. Das ganze Ausmaß der Zerstörung sieht man erst jetzt.Foto: Kreisfeuerwehrverband Rhein-Sieg
Ein Böschungsbrand griff am Dienstag auf Häuser über. Eine ganze Straße in Siegburg war betroffen. Das ganze Ausmaß der Zerstörung sieht man erst jetzt. Foto: Kreisfeuerwehrverband Rhein-Sieg

© dpa

Siegburg. Tag 1 nach dem Brand an der Siegburger Bahntrasse. Schwarz ragen die Dachstühle in den jetzt bewölkten Himmel. Direkt hinter der Gartenmauer verläuft die wichtige ICE-Strecke Köln-Frankfurt, und dazwischen stehen hohe alte Bäume, die deutliche Brandspuren aufweisen. Eine ganze Häuserreihe ist weg. Ein Böschungsbrand hatte auf die Häuser übergegriffen. 32 Menschen wurden verletzt.

Wie das Feuer ausbrechen konnte, ist weiterhin unklar. Durch die wochenlange Dürre hatte es sich schnell ausbreiten können. „Dann flogen die Funken auf die Schienenseite zum Brückberg, erklommen auf breiter Front den Wall, griffen auf die Häuserzeile über“, teilte die Stadt mit. Aufgrund der Trockenheit ging es rasend schnell, der Wind verschlimmerte die Sache. „Die Ermittlungen zur Brandursache sind aufgenommen. Die Ermittler sind vor Ort und nehmen sämtliche Brandorte in Augenschein“, sagte ein Sprecher der Kölner Polizei am Mittwoch.

Der Funkenflug eines Zuges als Auslöser für einen Böschungsbrand an einer Bahntrasse ist nach Einschätzung des Experten Christian Schindler allerdings sehr unwahrscheinlich. „Dass ein Funkenflug jemals zu einem Böschungsbrand geführt hat, ist mir nicht bekannt“, sagte der Leiter des Instituts für Schienenfahrzeuge und Transportsysteme an der RWTH Aachen.

Nach Angaben der Stadt konnten nach dem Brand 15 Menschen nicht mehr in ihre Häuser zurückkehren, sie leben nun zunächst bei Freunden und Verwandten. Die Deutsche Bahn kündigte an, sich mit einer halben Million Euro an einem Hilfsfonds für die Betroffenen zu beteiligen. „Ich weiß gar nicht, was man den Leuten sagen soll, die hier gewohnt haben“, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Brandort. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wünschte den Verletzten schnelle Genesung. (dpa)

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