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Freitag, 09.11.2018

Umkämpftes Derby auf der Müllerwiese

Bautzen empfängt Neugersdorf und Bischofswerda reist nach Halberstadt. In der Tabelle der Fußball-Regionalliga könnte sich einiges verändern.

Von Jürgen Schwarz

Ein Kopfballduell im Dezember-Derby 2017 zwischen dem Bautzener Franz Pfanne (rechts) und Paul-Georg Becker (Neugersdorf). Damals feierten die Budissen vor 542 Fans im Stadion Müllerwiese einen glatten 3:0-Heimerfolg. Wiederholung erwünscht!
Ein Kopfballduell im Dezember-Derby 2017 zwischen dem Bautzener Franz Pfanne (rechts) und Paul-Georg Becker (Neugersdorf). Damals feierten die Budissen vor 542 Fans im Stadion Müllerwiese einen glatten 3:0-Heimerfolg. Wiederholung erwünscht!

© Torsten Zettl

Fußball-Regionalliga. Die gute Nachricht vorweg. Vor dem 16. Spieltag der Fußball-Regionalliga Nordost rangieren der FC Oberlausitz Neugersdorf, der Bischofswerdaer FV und die FSV Budissa Bautzen auf einem Nichtabstiegsplatz. Für welchen Verein das ein positives Zwischenfazit ist und für welche Mannschaft eher eine enttäuschende Bilanz, darauf kann sich jeder Fan seinen eigenen Reim machen. Fakt ist, die Plätze elf, 13 und 14 befinden sich in unmittelbarer Nähe zur Abstiegszone. Schiebock und Budissa sind punktgleich, der FCO hat einen Zähler mehr auf dem Konto. Damit ist die Brisanz des sonntäglichen Duells im Stadion Müllerwiese eigentlich schon ausreichend beschrieben. Bautzen erwartet ab 13.30 Uhr die Neugersdorfer.

Einer, der sich inzwischen bei beiden Vereinen sehr gut auskennt, ist Thomas Hentschel. Insgesamt fast zwölf Jahre saß der 54-Jährige bei Budissa auf dem Trainerstuhl, seit dieser Saison arbeitet er als Coach beim FC Oberlausitz. Hentschel trainiert die zweite Mannschaft – und das mit Erfolg. Die Neugersdorfer Reserve rangiert in der Landesklasse Ost auf Rang zwei, punktgleich mit dem amtierenden Meister und Spitzenreiter LSV Neustadt/Spree.

Natürlich wäre Hentschel am Sonntag im Stadion, aber er gastiert mit seiner Mannschaft fast zeitgleich in Weixdorf. „Schade, aber nicht zu ändern. Natürlich geht die aktuelle Tätigkeit immer vor“, sagt der zweifache Familienvater. Seit dem 1. Juli 2017 arbeitet Hentschel als Integrationsbeauftragter beim Kreissportbund Bautzen. „Der Job hat oberste Priorität, erst danach kommt der Fußball.“

Insgesamt kommt er zusammen auf rund 70 Stunden pro Wochen. „Wir trainieren viermal pro Woche und am Wochenende stehen die Spiele an. Zeit ist daher ein kostbares Gut.“ Die Arbeit in Neugersdorf macht ihm große Freude, das spürt man. „Meine Philosophie ist ja nicht so neu. Ich denke, eine zweite Mannschaft zu haben, ist wichtig, um die jungen Fußballer, die aus dem eigenen Nachwuchs aufrücken, halten zu können.“ Ist ein Aufstieg der FCO-Reserve in die Landesliga ein Thema? „Es gibt keinen Druck, aber sollte sich die Chance ergeben, würde der Verein auch zugreifen.“ Die Frage, ob am Sonntag zwei Herzen in seiner Brust schlagen, beantwortet er schnell: „Ja, schon, die vielen Erfolge mit Budissa bleiben ja hängen. Trotzdem hoffe ich auf einen FCO-Sieg, denn für unseren ganzen Verein ist es wichtig, dass die Erste in der Regionalliga gut dasteht.“

Die Bischofswerdaer gastieren ebenfalls am Sonntag beim punktgleichen Tabellennachbarn VfB Germania Halberstadt (12. Platz). Die letzten Punktspielduelle datieren aus der Saison 2016/17 in der NOFV-Oberliga. Der BFV verlor in Halberstadt mit 0:1, in Bischofswerda hieß es am Ende 1:1. Germania stieg als Zweiter der Süd-Staffel in die 4. Liga auf, die Bischofswerdaer (als Dritter nur zwei Punkte dahinter) mussten noch ein Jahr warten, ehe sie ebenfalls in der Regionalliga ankamen.

„Ja, das hat mich damals gewurmt“, gibt BFV-Trainer Erik Schmidt zu. „Wir hatten den Aufstieg 2017 zwar noch nicht als Ziel ausgegeben, aber wenn du so nah dran bist, willst du auch hoch.“ Seine Mannschaft holte damals in der Rückrunde 38 von 45 möglichen Punkten, „aber Germania hielt dagegen und so konnten wir den Rückstand aus der Hinrunde nicht mehr ganz aufholen.“ Nun geht es also um Viertliga-Zähler und beide Teams brauchen dringend Punkte.