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Mittwoch, 24.01.2018

Ulla Meinecke kommt zum ersten Mal nach Freital

Die Songpoetin aus Berlin gastiert am Freitag im Stadtkulturhaus. Dort will sie auch ihren größten Hit singen.

Ihre größten Erfolge feierte Ulla Meinecke, deren Karriere Udo Lindenberg förderte, in den Achtzigerjahren. Mit ihren poetischen Texten hat die 1953 geborene Musikerin auch heute noch ein treues Publikum. Nun kommt sie erstmals nach Freital.
Ihre größten Erfolge feierte Ulla Meinecke, deren Karriere Udo Lindenberg förderte, in den Achtzigerjahren. Mit ihren poetischen Texten hat die 1953 geborene Musikerin auch heute noch ein treues Publikum. Nun kommt sie erstmals nach Freital.

© PR

Freital. „Du wirfst mit Liebe nur so um dich, und immer triffst du mich“: Ein Satz voller Poesie und doch ein wenig ruppig. Er passt zu Ulla Meinecke, die diese Zeilen für ihren bislang größten Hit schrieb. „Die Tänzerin“, 1983 auf dem Album mit dem Titel „Wenn schon nicht für immer, dann wenigstens für ewig“ erschienen, machte sie in Deutschland zu einem Star. Übrigens auch in der DDR, wo die Platte von Amiga aufgelegt wurde, allerdings mit drei Jahren Verspätung. Erst 1989 dann, kurz vor dem Mauerfall, durfte sie „Die Tänzerin“ live im Osten singen. Nun kommt Ulla Meinecke zum ersten Mal nach Freital.

Frau Meinecke, die Stadt sorgt durch den Prozess gegen die rechtsextreme Gruppe Freital gerade bundesweit für negative Schlagzeilen. Das hält Sie aber nicht von Ihrem Gastspiel ab?

Nein, warum auch. Es sind und denken nicht alle Menschen so. Allerdings ist der Imageschaden für Sachsen inzwischen schon enorm, das bekomme ich als Berlinerin deutlich mit. Ich kenne Schulen, die mittlerweile keine Klassenfahrten mehr nach Dresden veranstalten. Rückblickend muss ich sagen, sind die Neonazis freilich kein neues und auch kein rein ostdeutsches Problem, ich bin schon 1978 in Hamburg bei Rock gegen Rechts aufgetreten.

Ihr Konzert in Freital wird aber kein politisches, oder?

Ich habe eine Meinung, ja, aber ich bin Musikerin und Lyrikerin. In meinen Texten, die meistens zeitlos sind, geht es nicht um aktuelle politische Verwerfungen. Ich habe auch etwas gegen die Musikindustrie und Großkonzerne, die satte Gewinne machen, die sie nicht in Deutschland versteuern. Aber denen gebe ich doch in meinen Liedern nicht auch noch eine Stimme. Und deshalb gibt es mein neues Live-Album auch nur bei einigen ausgewählten Händlern und bei meinen Konzerten.

Die Doppel-CD heißt „Wir warn mit Dir bei Rigoletto, Boss“. Manche führt das ein wenig in die Irre, mit Oper haben die Aufnahmen ja nichts zu tun. Was bedeutet der Titel?

Das ist ein Zitat aus dem Film „Manche mögen’s heiß“, das die strohdoofen Gangster als Alibi gegenüber der Polizei verwenden sollen, es aber schließlich ihrem Boss sagen, als er fragt, wo sie waren. Das ist in unserer Band ein Witz, wenn mal einer nicht aufzufinden ist, dann war er mit mir oder einem anderen eben bei Rigoletto. Das kommt schon gelegentlich vor, immerhin geben ich und meine beiden Musiker Reinmar Henschke und Ingo York mehr als einhundert Konzerte im Jahr.

Also gibt es in Freital keine Oper mit Ulla Meinecke. Was erwartet das Publikum stattdessen?

Ein sehr unterhaltsames Konzert. Ich singe eine Auswahl meiner Lieder der vergangenen vierzig Jahre, aber auch neue Stücke. Dazwischen erzähle ich merkwürdige Geschichten. Die aktuelle Tour heißt übrigens „Und danke für den Fisch“, auch das ist ein Zitat, diesmal von Douglas Adams aus dem Roman „Per Anhalter durch die Galaxis“.

Gibt es dort auch eine „Tänzerin“?

Ja. Der Song gehört einfach zu mir.

Die Fragen stellte Thomas Morgenroth.

Das Konzert: 26. Januar, 19.30 Uhr, im Stadtkulturhaus Freital. Tickets telefonisch unter 0351 65261822.