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Donnerstag, 31.05.2018

Überraschendes Wiedersehen

Vom Pokalsieger zum Ligaachten: Myrthe Schoot war DSC-Kapitän und spielt künftig in Vilsbiburg. Der Wechsel wirft Fragen auf.

Von Michaela Widder

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Der Pokalsieg im März war für Alexander Waibl und Myrthe Schoot der fünfte gemeinsame Titel.
Der Pokalsieg im März war für Alexander Waibl und Myrthe Schoot der fünfte gemeinsame Titel.

© Robert Michael

Als „Jackpot“ und „hochinteressanten Transfer“ verkünden die Roten Raben Vilsbiburg auf der Homepage ihren ersten Neuzugang. Tatsächlich ist die Verpflichtung der erfahrenen Myrthe Schoot eine Erfolgsmeldung für den bayrischen Dorfklub in der Volleyball-Bundesliga.

Nach sechs Jahren beim Dresdner SC hatte der Klub Anfang Mai die Trennung in einer Pressemitteilung verkündet – unter der Überschrift: „Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung.“ Wie diese genau aussah, war zu diesem Zeitpunkt unklar. Jetzt dürfte der Wechsel der holländischen Nationalspielerin vom Pokalsieger und Meisterschaftsdritten zum Tabellenachten der Bundesliga viele überraschen. Die vergangenen Jahre war Schoot mit dem DSC stets auf der Jagd nach Titeln und darin auch erfolgreich, und nun – so wird sie in der Pressemitteilung zitiert – freue sie sich, mit Vilsbiburg „den Weg nach oben zu gehen“. Dorthin also, wo sie herkommt. Noch läuft die Transferphase auf Hochtouren, aber es ist kein Geheimnis, dass auch in der kommenden Saison die Top drei Schwerin, Stuttgart und Dresden heißen – und dieses Trio sich die beiden Titel wohl unter sich ausmachen wird.

Der Wechsel wirft also die Frage auf, worin für Schoot „die neuen Herausforderungen und Impulse“ bestehen, die sie gesucht hat. Den Klub kennt sie bereits, die 29-Jährige aus Winterswijk kehrt zu ihrer ersten Deutschland-Station zurück, wo sie in der Saison 2011/12 schon einmal spielte.

„Klar, auf meiner Position ist es schwieriger, einen guten Vertrag zu bekommen, als für einen Angreifer“, hatte sie zu ihrem Abschied angedeutet. Gut gezahlt wird eben für Spielerinnen, die Punkte machen. Als Libero ist man im Ausland weniger begehrt. Der DSC hätte seinen Kapitän gern gehalten, nach SZ-Informationen allerdings für ein weniger gutes Angebot. „Zu Vertragskonditionen kann ich prinzipiell nichts sagen“, erklärt Geschäftsführerin Sandra Zimmermann auf Nachfrage: „Wir haben uns bemüht, sie zu halten. Wir hatten ein Gespräch, auf unser Angebot ist Myrthe aber nicht eingegangen.“ So, wie man zusammengearbeitet hat, trennte man sich auch: professionell. Dass sich der DSC und die Holländerin in ein paar Monaten in der Liga wiedersehen, freut die Geschäftsführerin: „Wir sind ja nicht im Groll auseinandergegangen. Unsere Fans werden Myrthe mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit herzlich empfangen.“

Wer dann beim DSC auf ihrer Position steht, ist noch unbekannt. Mit der 21-jährigen Michelle Petter, die aus dem eigenen Dresdner Nachwuchs stammt, hat der Klub kürzlich um ein weiteres Jahr verlängert. „Die Rolle als zweiter Libero ist für sie ideal, da sie jeden Tag auf Topniveau trainieren und das ein oder andere Spiel bestreiten kann“, erklärte Alexander Waibl. Für den Abwehrchef und auch eine neue Angreiferin werde der Trainer „internationale Lösungen“ finden.

Die ausstehenden Vertragsverlängerungen mit Kapitän Katharina Schwabe und der jungen Mittelblockerin Camilla Weitzel dürften derweil nur noch Formsache sein. Dann wäre das Team komplett.

Leser-Kommentare

Insgesamt 1 Kommentar

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  1. Alwang stefan

    Hallo sz-online Team. Bin Fan von den Roten Raben vilsbiburg. Habe den Artikel gerade erst gelesen.Fand in merkwürdig das da Fragen auftauchen das die myrthe nach vilsbiburg gewechselt ist.wenn eine lena stigrot nach Dresden wechselt ist das normal.finde es eine gute Entscheidung nach 9 Jahren Vilsbiburg diesen Schritt zu geh'n.Aber wenn jemand das umgekehrt macht tauchen Fragen auf,diese Aussage verstehe ich nicht .Vilsbiburg ist zwar eine Kleinstadt aber es wird sehr gut gearbeitet.mein Kommentar richtet sich nicht gegen den Verein Dresdner SC da hab ich großen Respekt davor, sondern gegen diesen Artikel. Ich freue mich auf Myrthe in Vilsbiburg und auf die spiele der bundesliga. Viele Grüße aus Bayern /Oberpfalz Alwang stefan

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