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Dienstag, 07.04.2009 Altstadt

Über 60 Promis lesen zum Literaturfest

Das Meißner Literaturfest Mitte Juni kommt in Schwung. Bereits über 60 Veranstaltungen mit prominenten Vorlesern sind fest gebucht.

Das sagte Daniel Bahrmann vom Meißner Kunstverein gestern in Meißen der Presse.

Zu den interessantesten Veranstaltungsorten unter freiem Himmel gehören der Markt, der Schlossbrückenbogen, das Tuchmachertor, der Amtsgerichtshof und die Evangelische Akademie.

„Worte wie Musik“

Die bekanntesten Vorleser sind der Schirmherr des Festes und Chef des Bundeskanzleramtes Thomas de Maizière (liest aus Michael Endes „Momo“), Landrat Arndt Steinbach und Meißens OB Olaf Raschke. Regierungssprecher Peter Zimmermann tritt ebenso auf wie SPD-Landtagsfraktionschef Martin Dulig oder die Bestsellerautoren Sabine Ebert („Geheimnis der Hebamme“) und Tanja Kinkel („Die Puppenspieler“).

Die Dresdner Publizistin Undine Materni stellt sich einem sehr anspruchsvollem Projekt. Sie liest neu übersetzte Shakespeare-Sonette. „Da ist das Wort Musik“, sagte sie. „Ein schwingendes Gebäude.“ Ihre Lesung ist am 13. Juni (19.30 Uhr) an der Schlossbrücke. „Das wird sicher sehr romantisch“, sagte sie.

Einem ganz anderen Thema stellt sich der Chef der Riesaer Elblandphilharmonie Christoph Dittrich. Er liest aus „Ahasver“ (der ewige oder wandernde Jude) von Stefan Heym. Es geht um die Reformation, religiöse Mystik und auch etwas DDR-Satire. „Ich bin gespannt, welche Altersgruppen dieses Buch anziehen wird“, sagte Dittrich. Er liest ebenfalls am 13. Juni am Tuchmachertor neben der Frauenkirche. „Der Pfarrer wird es schon verkraften“.

Ex-Staatsminister Matthias Rößler widmet sich der Frühzeit des Mittelalters. In Ken Follets Buch „Säulen der Erde“geht es um einen Kathedralenbau im von den Normannen besetzten England des 12.Jahrhunderts. „Das war die Zeit, in der auch unser Meißner Bischof Benno ins Amt gekommen ist“, sagte Rößler. Von Dresden habe damals noch keiner gesprochen. „Das war noch Feuchtbiotop“, sagte Rößler. Der englische Kathedralenbau weise Parallelen zu Meißen auf. Damals wanderten die Baumeister und die Steinmetze durch die Welt. „Es gab schon ein Europa und eine europäische Sprache, das Latein“, sagte Rößler. Er hofft, mit dem Buch auch jüngere Altersgruppen anzusprechen. Rößler liest am 12.Juni im G erichtshof (20Uhr).

Die Sächsische Zeitung, die Medienpartner des Literaturfestes ist, hat zwei eigene Programmpunkte vorbereitet. Dabei gibt es sogar eine Premiere. Hans Eggert, der ehemalige SZ-Chefredakteur, stellt Auszüge aus seinem erst als Manuskript vorliegendem neuen Buch „Ohne Thron und Krone - Erbe und Erben des letzten sächsischen Königs“ vor. Dabei geht es um die Geschichte der Wettiner nach der Abdankung von Friedrich August III. 1918. Eggert liest am 13. Juni im SZ-Treffpunkt am Markt (14 Uhr).

Plakate am Elberadweg

Tags darauf stellt Matthias Donath sein Buch „Himmelszeichen – 100 Jahre Meißner Domtürme“ vor (17Uhr, im SZ-Kulturtreff).

Die Veranstalter – Kunstverein, Stadt Meißen, Agentur Heimrich & Hannot – hoffen auf viele Gäste aus der Region, insbesondere aus Dresden. „Wir werden auch am Elberadweg Plakate aufstellen“ sagte Walter Hannot. Er rechnet noch mit einigen Veränderungen im Programm. 20 bis 40 neue Vorleser könnten noch gewonnen werden. Das wären am Ende etwa 100 Veranstaltungen, die meisten unter freiem Himmel. Der Eintritt ist frei. Ulf Mallek

www.literaturfest-meissen.de