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Montag, 24.01.2011

TU Berlin weist NS-Vergleich Sarrazins empört zurück

Berlin. Die Technische Universität (TU) Berlin hat sich „erschüttert" über Faschismus-Vergleiche des früheren Finanzsenators und Ex-Bundesbankvorstands Thilo Sarrazin (SPD) nach der Absage einer Veranstaltung an der Hochschule geäußert. „Derartige politische Einordnungen können wir nicht stehen lassen und verwahren uns entschieden dagegen", sagte am Montag TU-Präsident Jörg Steinbach. „Wir fordern Herrn Sarrazin auf, solche Vergleiche zu unterlassen."

Sarrazin wird in der „Bild"-Zeitung (Montagausgabe) mit den Worten zitiert: „Diese Linksfaschisten verhindern die freie Meinungsäußerung an einer deutschen Universität." Später heißt es: „Es ist auch eine Analogie zum Auftreten von Studenten in SA-Uniform, die Anfang der 30er Jahre vor der Machtergreifung der Nazis Andersdenkende niederbrüllten."

Hintergrund ist, dass ein für Montag geplanter Auftritt Sarrazin aus Sicherheitsgründen abgesagt worden war. Linke Gruppen hatten Proteste gegen die Veranstaltung mit dem ehemaligen Finanzsenator angekündigt. Sarrazin, der wegen der Thesen in seinem Bestseller „Deutschland schafft sich ab" in der Kritik steht, sollte ursprünglich auf Einladung eines TU-Professors in einer Lehrveranstaltung über „Zuwanderung und Integration" vor Studenten sprechen.

Der TU-Präsident betonte: „Als Universitätsleitung stehen wir zu der Entscheidung der Fakultät und sprechen uns mit allen Mitteln gegen die "politische Diffamierung unserer Universität und unserer Studierenden durch Herrn Sarrazin aus.„ (dapd)