erweiterte Suche
Mittwoch, 13.06.2018

Tschechische Polizei hebt mehr als 260 Crystal-Labore aus

N-Methylamphetamin (umgangssprachlich abgekürzt Meth oder Crystal) zählt zu den gefährlichsten Drogen.
N-Methylamphetamin (umgangssprachlich abgekürzt Meth oder Crystal) zählt zu den gefährlichsten Drogen.

© Archivbild: Arno Burgi/dpa

Prag. Die tschechische Polizei hat im vorigen Jahr 264 Crystal-Drogenküchen ausgehoben. Dabei wurden 93 Kilo des gefährlichen Rauschmittels sichergestellt, wie aus dem am Mittwoch bekanntgewordenen Jahresbericht der Antidrogen-Zentrale in Prag hervorgeht. Tschechien gilt als eines der Hauptherkunftsländer für die synthetische Droge in Europa. Von dort wird die stark süchtig machende Substanz laut Angaben der Fahnder nach Deutschland, Österreich, Frankreich und Skandinavien geschmuggelt.

Allerdings stellte die Behörde in Prag nun eine neue Entwicklung fest: Organisierte Banden hätten einen Teil ihrer Produktion nach Deutschland und in die Niederlande verlegt, hieß es. Als Lieferant für die Grundstoffe dienten nach Gesetzesverschärfungen meist nicht mehr Pseudoephedrin-haltige Medikamente aus Polen, sondern aus der Türkei. Um ihre Gewinnmargen dennoch zu halten, würden die Dealer das Crystal-Pulver immer häufiger mit anderen Stoffen strecken.

Neben Crystal ist Cannabis die am weitesten verbreitete illegale Droge in Tschechien. Die Polizei stellte 2017 die Rekordmenge von 1,1 Tonnen Cannabis sicher. Mehr als 300 Hanfplantagen flogen in dem EU-Mitgliedsstaat auf. Die Produktion gehe zum größten Teil auf den heimischen Markt, aber auch in die Nachbarstaaten und nach Nordeuropa. Neu sei, dass Banden aus Ex-Jugoslawien versuchten, in das illegale Geschäft einzusteigen. (dpa)