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Donnerstag, 14.06.2018

Toiletten für die Schloßbergturnhalle

Döbeln bekommt Geld für seine Schulen. Damit könnten zumindest zwei kleinere Vorhaben umgesetzt werden.

Von Jens Hoyer

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In den Anbau der Sporthalle an der Schloßbergschule sollen nach einem Vorschlag der Stadtverwaltung Toiletten eingebaut werden.
In den Anbau der Sporthalle an der Schloßbergschule sollen nach einem Vorschlag der Stadtverwaltung Toiletten eingebaut werden.

© Dietmar Thomas

  • In den Anbau der Sporthalle an der Schloßbergschule sollen nach einem Vorschlag der Stadtverwaltung Toiletten eingebaut werden.
    In den Anbau der Sporthalle an der Schloßbergschule sollen nach einem Vorschlag der Stadtverwaltung Toiletten eingebaut werden.
  • In der Stadtsporthalle haben die Arbeiten für den Brandschutz begonnen. Mitarbeiter der Firma Weiß & Dathe Geringswalde legten die Halle mit Platten aus.
    In der Stadtsporthalle haben die Arbeiten für den Brandschutz begonnen. Mitarbeiter der Firma Weiß & Dathe Geringswalde legten die Halle mit Platten aus.

Döbeln. Döbeln bekommt Fördermittel für den Schulbau – soweit die gute Nachricht. Die schlechte: Für große Vorhaben reicht das Geld nicht aus. Rund 870 000 Euro von Bund und Land hat die Stadt in Aussicht gestellt bekommen. Über die Verwendung hat der Stadtrat zu entscheiden. Die Stadtverwaltung schlägt vor, einen Teil der Summe für den Einbau von Toiletten in die Sporthalle der Schloßbergschule zu verwenden. Außerdem sollen mit dem Geld notwendige Arbeiten zur Verbesserung des Brandschutzes in der Grundschule Mochau ausgeführt werden. Wann und wie das geschieht, ist noch nicht klar. „Konkrete Richtlinien zur Umsetzung liegen noch nicht vor“, sagte Stadtsprecher Thomas Mettcher. „Wir freuen uns, dass wir Finanzmittel für den Schulbau erhalten, allerdings ist es leider nicht möglich, damit grundlegende, größere Projekte, wie den Neubau einer Schule, umzusetzen.“

Allerdings ist der Einbau von Toiletten in die Sporthalle auf dem Schloßberg auch ein dringendes Vorhaben – zumindest aus Sicht der Schule. Die alte Halle ist in einem schlechten Zustand und für den Unterricht nur sehr eingeschränkt zu nutzen. Dort können nur die kleinen Klassen Sport treiben, Ballsportarten sind gar nicht möglich. Auf Toilette müssen die Kinder im Schulgebäude gehen. Und das dürfen sie nicht alleine, wegen der Aufsichtspflicht. „Da mus immer Personal dabei sein. Zum Glück haben wir derzeit genügend Praktikanten. Es ist aber immer eine Entscheidung des Lehrers, ob er den Unterricht unterbricht“, sagte der stellvertretende Schulleiter Dirk Polster. „Wir freuen uns, dass die Toiletten eingebaut werden und hoffen, dass es schnell umgesetzt werden kann. Aber es ist eine Minimalvariante.“

Wie wichtig eine funktionierende Sporthalle wäre, wird gerade wieder deutlich. Die Stadtsporthalle, die von der Schloßbergschule mit genutzt wird, ist bis voraussichtlich September oder Oktober wegen Bauarbeiten geschlossen. Eine Alternative gibt es nicht, sagte Schulleiterin Dagmar Dettke. Auch die Halle an der Staupitzstraße, wo bis ins vergangene Jahr der Schulsport stattfand, ist für diesen Zweck mittlerweile gesperrt. „Die 5. bis 9. Klassen müssen draußen Sport treiben. Wenn schlechtes Wetter ist, müssen wir uns eine Alternative für den Sportunterricht einfallen lassen“, sagte die Schulleiterin. „Vor den Oktoberferien planen wir die Sporthalle nicht ein.“ Und auch dann muss die Schule mit erschwerten Bedingungen für den Sportunterricht zurechtkommen. Schon unter normalen Umständen geht ein Teil der Zeit für die 700 Meter lange Strecke zur Sporthalle drauf. Ab Juli wird dieser Weg wegen der Sperrung der Brücke Straße des Friedens noch länger. Dagmar Dettke rechnet damit, dass dadurch zusätzlich zehn Minuten des ohnehin kurzen Sportunterrichts wegfallen.

Mit dem Einbau der Toiletten hätte die Stadt wieder etwas Luft, eine viel weiterreichende Entscheidung zu erarbeiten. An zwei, eigentlich sogar an drei Döbelner Schulstandorten sind mittelfristig bis langfristig Sanierungen oder Neubau nötig. Der Schloßbergschule fehlt nicht nur die Sporthalle. Sie ist außerdem für die steigende Schülerzahl zu klein, eine Innensanierung ist nötig. Die Grundschule Döbeln Ost ist ein Komplettsanierungsfall. Und irgendwann werden die Überlegungen zu Sanierung oder Neubau auch bei der Grundschule Mochau beginnen. Ein neues Schulzentrum in Döbeln Ost ist zwar im Gespräch, aber wegen der enormen Kosten und der geringen Zuschüsse des Landes derzeit für die Stadt nicht zu finanzieren.

Für die Modernisierung der Stadtsporthalle neben dem Gymnasium bekommt Döbeln dagegen Fördermittel aus anderen Töpfen. In der vergangenen Woche hatten die Arbeiten begonnen. Bis zum Herbst werden rauchdichte Abtrennungen und eine Brandmeldeanlage eingebaut. Das bedeutet auch fürs Lessing-Gymnasium Einschränkungen beim Sportunterricht. „Wir hoffen jetzt auf schönes Sommerwetter“, sagte Schulleiter Michael Höhme. Für die Schüler seien im Keller des Kunstgebäues Möglichkeiten fürs Umkleiden vor dem Sportunterricht geschaffen worden. Sport wird im Stadion Bürgergarten und im Gruner Sportpark getrieben. „Wir müssen sehen, ob alles planmäßig verläuft. Wir hoffen auch im August auf schönes Wetter“, sagte der Schulleiter.