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Freitag, 18.05.2018

Tipps aus erster Hand für Unternehmer

Beim Wirtschaftstag des Kreises in Pirna geht es um ältere Mitarbeiter und emotionale Bindung. Wo Firmen noch Potenziale haben.

Von Domokos Szabó

Businesscoach Regina Först (r.) im Gespräch mit Elke Mächler von Zeppelin Systems aus Freital. Nach dem offiziellen Teil des Wirtschaftstages ließen Gäste und Referenten den Abend im Sonnensteiner Schloßcafé ausklingen.
Businesscoach Regina Först (r.) im Gespräch mit Elke Mächler von Zeppelin Systems aus Freital. Nach dem offiziellen Teil des Wirtschaftstages ließen Gäste und Referenten den Abend im Sonnensteiner Schloßcafé ausklingen.

© Daniel Schäfer

Pirna. Abstimmungsmarathon im Kreistagssaal auf dem Pirnaer Sonnenstein. Wenn das in der SZ steht, geht es zumeist um Endlossitzungen des Kreisparlaments. Nicht so am Mittwochnachmittag. Abgestimmt wurde zwar auch diesmal. Allerdings saßen in dem schmucken Saal nicht Politiker, sondern 200 Unternehmer, die der Einladung von Landrat Michael Geisler (CDU) zum diesjährigen Wirtschaftstag gefolgt waren.

Als Erstes bekamen sie grüne und rote Kärtchen ausgehändigt und wurden von Professor Jürgen Wegge von der TU Dresden mit Thesen rund um jüngere und ältere Mitarbeiter konfrontiert: Richtig oder falsch? Zum Beispiel: Ältere Arbeitnehmer arbeiten weniger effektiv als jüngere (falsch). Im Großen und Ganzen gibt es zwischen jüngeren und älteren Arbeitslosen nur wenige Unterschiede (falsch). Oder: Im Alter lassen Sinne wie Schmecken, Hören, Sehen nach (richtig).

Nur ganz wenige schafften es, alle zwölf Thesen oder auch nur zehn oder elf davon richtig einzuordnen. Professor Wegge: „Es gibt durchaus Vorurteile gegenüber Älteren.“ Nicht nur negative. Denn ein Vorurteil sei ebenfalls, dass altersgemischte Teams (automatisch) besser funktionieren. Genau hier setzt der Wissenschaftler an: Mit seinen Kollegen bietet er ein kostenloses Training an, um Führungskräfte für das Managen von altersgemischten Teams fit zu machen – auf dass diese eine höhere Leistung bringen.

Warum das wichtig ist, beantwortete Landrat Geisler bereits in seiner Einführung. 2030, und das ist nicht mehr lange hin, werden in Sachsen 400 000 Arbeitskräfte fehlen. Da kommt es auch darauf an, dieses Potenzial zu nutzen. Übrigens: Auf eine Frage aus dem Publikum sagte Wegge, dass aus wissenschaftlicher Sicht bereits Arbeitnehmer über 45 Jahre zu den Älteren gehören …

Einen zweiten entscheidenden Aspekt brachte Bestsellerautorin, Businesscoach und Unternehmensberaterin Regina Först ein. Als zweite Referentin warb sie dafür, die emotionale Bindung von Mitarbeitern an das Unternehmen nicht aus dem Blick zu verlieren. Ihr extrem knapp gefasster Rat für die Firmenchefs: „People först, business follows“ – was gleichzeitig, wenig überraschend, auch der Titel eines ihrer Bücher ist.

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