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Montag, 09.07.2018

Thomschke-Festival in Oberlichtenau

Ein Triathlet verbessert den Streckenrekord über 13 km um fast drei Minuten und holt sich dabei auch den Gipfel-Preis.

Von Wolfgang Bieger

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Das Feld der rund 80 Starter auf der 13-km-Strecke ist hier kurz nach dem Start gerade erst auf die Keulenbergstraße eingebogen, doch zwei der Favoriten sind schon vorn. Rechts mit der Nummer drei der spätere Sieger und neue Streckenrekordhalter Markus Thomschke von der SG Oberlichtenau und links mit der Nummer eins sein Vereinskamerad Sven Kunath. Am Ende schob sich noch der Bautzener OSLV-Läufer Marco Friedrich zwischen beide. Er ist hinten links mit der Nummer 26 zu sehen.
Das Feld der rund 80 Starter auf der 13-km-Strecke ist hier kurz nach dem Start gerade erst auf die Keulenbergstraße eingebogen, doch zwei der Favoriten sind schon vorn. Rechts mit der Nummer drei der spätere Sieger und neue Streckenrekordhalter Markus Thomschke von der SG Oberlichtenau und links mit der Nummer eins sein Vereinskamerad Sven Kunath. Am Ende schob sich noch der Bautzener OSLV-Läufer Marco Friedrich zwischen beide. Er ist hinten links mit der Nummer 26 zu sehen.

© Christian Kluge

  • Das Feld der rund 80 Starter auf der 13-km-Strecke ist hier kurz nach dem Start gerade erst auf die Keulenbergstraße eingebogen, doch zwei der Favoriten sind schon vorn. Rechts mit der Nummer drei der spätere Sieger und neue Streckenrekordhalter Markus Thomschke von der SG Oberlichtenau und links mit der Nummer eins sein Vereinskamerad Sven Kunath. Am Ende schob sich noch der Bautzener OSLV-Läufer Marco Friedrich zwischen beide. Er ist hinten links mit der Nummer 26 zu sehen.
    Das Feld der rund 80 Starter auf der 13-km-Strecke ist hier kurz nach dem Start gerade erst auf die Keulenbergstraße eingebogen, doch zwei der Favoriten sind schon vorn. Rechts mit der Nummer drei der spätere Sieger und neue Streckenrekordhalter Markus Thomschke von der SG Oberlichtenau und links mit der Nummer eins sein Vereinskamerad Sven Kunath. Am Ende schob sich noch der Bautzener OSLV-Läufer Marco Friedrich zwischen beide. Er ist hinten links mit der Nummer 26 zu sehen.
  • Auch der Nachwuchs von Familie Thomschke konnte nach dem 800-m-Schnupperlauf auf das Siegerpodest klettern. Raúl (Mitte) – der Sohn von Gesamtsieger Markus Thomschke – gewann in der Altersklasse U8 knapp vor dem Pulsnitzer Eike Claus (links) und Norick Thomschke (rechts), dem Sprössling von Patrick Thomschke.
    Auch der Nachwuchs von Familie Thomschke konnte nach dem 800-m-Schnupperlauf auf das Siegerpodest klettern. Raúl (Mitte) – der Sohn von Gesamtsieger Markus Thomschke – gewann in der Altersklasse U 8 knapp vor dem Pulsnitzer Eike Claus (links) und Norick Thomschke (rechts), dem Sprössling von Patrick Thomschke.

Leichtathletik. Die 38. Auflage des Oberlichtenauer Sommerlaufes ist Geschichte. Rund 140 Anmeldungen waren diesmal eingegangen. Das Ziel erreichten am Ende 123 Sportler. Es war also ein überschaubares Feld, das sich bei idealen Temperaturen von 23 Grad Celsius auf die drei verschiedenen Strecken begab. Gemütlich war es freilich nicht, den der Anstieg zum 413 Meter hohen Keulenberg gehört zu den anspruchsvollsten Laufpassagen, die man in Sachsen findet. Einige Abschnitte an der Strecke zeugten zudem noch von dem verheerenden Unwetter, das im letzten Jahr einen Start gänzlich unmöglich machte.


Keine Überraschung war der Gesamtsieg von Lokalmatador Markus Thomschke. Der 34-jährige Triathlet – wiedergenesen nach einer Erkältung, weswegen er vor zwei Wochen auf seinen Start beim Ironman in Nizza verzichten musste – setzte sich überlegen durch und durfte sich zudem noch über einen Sonderpreis freuen. Das war eine geschmackvolle Holzschnitzerei, gestiftet vom neu gegründeten Keulenbergverein für den ersten Aktiven, der den Gipfel erreicht.

Am Ziel freute er sich nicht nur über Gesamtsieg und Sonderpreis, sondern auch über eine neue Streckenbestzeit. Nach nur 46:13 Minuten für die bergigen 13 Kilometer war Thomschke schon wieder im Ziel und sagte später: „Aber es war anstrengender als gedacht. Die Luft war sehr trocken und mit Marco Friedrich aus Bautzen hatte ich einen Verfolger, der mir bis zum Steilanstieg zum Keulenberggipfel auf den Fersen blieb.“ Der OSLV-Läufer, der immerhin schon der Altersklasse M 40 angehört, blieb in 47:38 Minuten ebenfalls unter dem alten Streckenrekord von Sven Kunath, einem weiterer Ironman aus Oberlichtenau. Der hielt die alte Bestmarke von 49:12 Minuten und kam diesmal als Gesamtdritter nach 50:36 Minuten ins Ziel.

Allesamt Athleten, die in der sächsischen Laufszene einen guten Klang haben. Gesamtsiebenter wurde Mike Herzog aus dem benachbarten Friedersdorf – doch reichte dieser tolle Gesamtplatz nach 53:47 Minuten nur für Platz vier in seiner außerordentlich stark besetzten Altersklasse. Direkt vor Herzog erreichte der Sohlander Uwe Rößler (53:14) das Ziel und wurde damit Dritter in der M 40.

Bei den Frauen setzte sich die 2016er Siegerin Franziska Kranich aus Löbau erneut durch, gefolgt von Christin Marx aus Dresden und Christina Platz aus Jiedlitz. Die beiden Erstplatzierten kommen seit Jahren gern nach Oberlichtenau und lieben die anstrengende Tortur. Franziska Kranich, die mit 58:49 Minuten den Frauen-Streckenrekord hält und diesmal nach 60:27 Minuten triumphierte, meinte danach: „Es war wiederum ein tolles Umfeld. Aber ich hätte mir vielleicht noch eine zweite Getränkestation an der Strecke gewünscht.“ Jens Dzikowski, der Laufwart des Leichtathletik-Verbandes Sachsen, genoss auch die familiäre Atmosphäre: „Es war ein schöner entspannter Nachmittag.“

So ganz entspannt war der Nachmittag für die Organisatoren nicht, denn die Auswertung lag diesmal in eigener Hand. Hartmut Richter hatte dafür ein eigenes Programm geschrieben – und das funktionierte einwandfrei. Der 66-Jährige musste deswegen freilich auf seinen eigenen Start beim Traditionslauf verzichten – zum allerersten Mal in der 38-jährigen Geschichte des Laufes! Entschädigt wurde er durch das Lob der Aktiven und der Mitorganisatoren.

Auf der auch nicht zu unterschätzenden 5,0-Kilometer-Schleife sammelten die Senioren über 65 Jahre Punkte für die Bezirksrangliste – unter anderen waren hier die Radeberger Dietmar Bergmann und Dieter Speer sowie der Radeburger Armin Zosel erfolgreich. Und auch der Kinderlauf zum Auftakt der Veranstaltung war ein Höhepunkt – besonders für die fünf- bis neunjährigen Knirpse, die erstmals einen Wettkampf absolvierten und von den Zuschauern mit viel Beifall belohnt wurden.

Die kleine Laufgruppe der SG Oberlichtenau um Simone Röntzsch und Jens Schäfer bedankte sich am Ende bei allen Helfern und Sponsoren und freut sich schon auf den letzten Tag des Jahres 2018. Dann wird die 40. Auflage des traditionellen Oberlichtenauer Silverlaufes stattfinden.