erweiterte Suche
Mittwoch, 08.08.2018

Teurer Planungsfehler

Der neue Busplatz an der Grundschule Sohland ist für Busse nicht erreichbar. Das soll sich endlich ändern.

Von Katja Schäfer

Komfortabel, sicher und behindertengerecht ist der Busplatz an der Sohlander Grundschule, seit die Gemeinde viel Geld in seinen Ausbau investierte. Doch er hat einen großen Mangel: Nach wie vor können Busse ihn nicht erreichen.
Komfortabel, sicher und behindertengerecht ist der Busplatz an der Sohlander Grundschule, seit die Gemeinde viel Geld in seinen Ausbau investierte. Doch er hat einen großen Mangel: Nach wie vor können Busse ihn nicht erreichen.

© Steffen Unger

Sohland. Ein ganzes Jahr nach seiner Fertigstellung kann der neue Busplatz an der Sohlander Grundschule wohl endlich genutzt werden. Vorausgesetzt, diesmal geht alles glatt. Mitte September soll der Umbau jener Stelle beginnen, die bislang verhindert, dass Busse die Haltestelle oberhalb der Frühlingsberg-Grundschule erreichen. Das kündigt der Leiter des Sohlander Bürger- und Bauamtes Ekkehard Hultsch an.

Damit wird ein Problem beseitigt, das in den vergangenen Monaten für viel Kopfschütteln sorgte. Im Zusammenhang mit dem Ausbau der B 98, an der die Schule liegt, hatte die Gemeinde den Busplatz und dessen Zufahrt umgestalten lassen. Ziel dabei war, die Sicherheit für die Kinder zu erhöhen. Doch Mädchen und Jungen, die mit dem Bus zur Schule kommen, müssen seit dem Baubeginn bis heute an der Bundesstraße ein- und aussteigen. Denn die Busse können die Haltestelle oberhalb der Schule nicht ansteuern. An der Stelle, wo die Zufahrt von der B 98 abzweigt, setzen sie auf. Grund dafür ist ein Planungsfehler. Das haben Untersuchungen ergeben. „Das Quergefälle der B 98 in Höhe der Zufahrt zur Frühlingsbergschule und das Längsgefälle der Zufahrtsstraße stehen im Widerspruch, sodass Bussen die Bodenfreiheit fehlt“, erklärte Isabel Siebert, Pressesprecherin des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) Anfang dieses Jahres.

Planungsbüro muss Kosten tragen

Die Unterlagen sowohl für den Ausbau der Bundesstraße im Auftrag des Lasuv als auch für die Umgestaltung der Schulzufahrt im Auftrag der Gemeinde hatte ein Dresdner Planungsbüro erarbeitet. Es muss nun auch die Kosten für die Nachbesserungsarbeiten tragen. Laut Ekkehard Hultsch sind das 167 000 Euro. „Eine entsprechende Vereinbarung mit dem Schadensverursacher ist unterschrieben“, berichtet der Sohlander Amtsleiter. Auch der Auftrag ist inzwischen erteilt; und zwar an die Firma Strabag, die die Bundesstraße und die Schulzufahrt gebaut hat.

Die notwendigen Arbeiten sind sehr umfangreich. Als „massiven Eingriff“ beschreibt sie der Amtsleiter. Die frisch ausgebaute Bundesstraße muss auf einer Länge von 50 Metern wieder aufgerissen werden, die neue Schulzufahrt auf einer Strecke von 25 Metern. Wenn die Neigungen und Gefälle aufeinander abgestimmt wurden, sind auch noch Anpassungen an den Bereichen neben den Fahrbahnen notwendig, unter anderem an den Borden und am Radweg. Bis Ende Oktober/Anfang November soll alles erledigt sein. Während der Arbeiten wird der Bereich vor der Schule voll gesperrt. Eltern, die ihre Kinder zur Schule und zum Hort fahren, müssen ihre Autos auf dem etwa 250 Meter entfernten Stauseeparkplatz stehen lassen. Schüler, die mit dem Bus kommen, steigen weiterhin an Ersatzhaltestellen an der Bundesstraße aus und ein. Schülerlotsen sorgen dabei für Sicherheit. Für Autos bleibt die Umleitung über Taubenheim bestehen, die derzeit gilt, weil an einem weiteren Abschnitt der B 98 zwischen dem Ortsausgang von Sohland und dem Ortsteil Wassergrund gebaut wird. In den Ausbau des Busplatzes nebst der Zufahrt hat die Gemeinde 185 000 Euro investiert. Sie ersetzte Schotterbelag durch Asphalt, legte eine Busbucht an, installierte ein Wartehäuschen und zusätzliche Beleuchtung. Die Zufahrt wurde verbreitert und bekam einen Fußweg. Abgeschlossen waren die Arbeiten im Herbst 2017.