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Dienstag, 08.05.2018

Teure Salzkristalle sind nicht gesünder

Salz aus fernen Ländern erobert derzeit viele Supermärkte. Aber was ist daran anders?

Von Sabine Meuter

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Der Geschmack ist eine Frage der Größe.
Der Geschmack ist eine Frage der Größe.

© dpa-tmn

Französisches Fleur de Sel, rosafarbenes Himalaya-Salz oder Hawaii-Salz in Rot, Grün oder Schwarz. Wer bisher dachte, Salz sei Salz, könnte angesichts der Vielfalt im Gewürzregal auf die Idee kommen, etwas Wesentliches verpasst zu haben. Tatsächlich schwören Profiköche auf teure Kristalle aus anderen Ländern. Verspricht ein Produkt allerdings besonders wertvoll für die Gesundheit zu sein, ist Skepsis angebracht.

Christian Villa zufolge ist Salz geschmacklich nicht gleich Salz: „Den Unterschied kann man tatsächlich schmecken“. Der Koch aus dem „Sorat Hotel Central“ im fränkischen Hof hat sich auf Gewürze spezialisiert. Entscheidend für das besondere Geschmackserlebnis sei die Kristallgröße, sagt er. Das feinkörnige Kochsalz dagegen gehe beim Schmecken oft unter. Auch vom Aussehen her machen die Salzsorten einiges her. „Beim Anrichten auf dem Teller sorgt rosafarbenes Himalaya-Salz für schöne farbliche Kontraste“, erklärt Villa.

Wer allerdings glaubt, mit teurem Salz vom anderen Ende des Globus auch seinem Körper etwas Gutes zu tun, der liegt falsch. „Die teuren Salzsorten sind nicht gesünder als herkömmliches Kochsalz“, sagt der Münchner Facharzt für Innere Medizin und Ernährungsmedizin, Prof. Johannes Georg Wechsler.

Generell gilt: Jedes Salz, egal welches, besteht zu mindestens 97 Prozent aus Natriumchlorid. Sowohl Natrium als auch Chlorid sind für den Körper wichtige Mineralstoffe.

Die Deutschen haben allerdings ein ganz anderes Problem: Sie nehmen zu viel Salz zu sich. Eigentlich würde eine tägliche Zufuhr von 1,4 Gramm Kochsalz reichen, damit der Körper versorgt ist. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine Salzaufnahme von maximal sechs Gramm pro Tag. Untersuchungen zeigen, dass die Menschen mehr zu sich nehmen, sagt die Bonner Diplom-Oecotrophologin Julia Icking. Diese erhöhte Salzzufuhr kann der Gesundheit schaden. So steigt das Risiko für Bluthochdruck an und für mögliche Folgeerkrankungen wie Gefäßschädigungen, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Der Salzstreuer in der Küche oder auf dem Esstisch kann aber auch etwas Gutes haben. Nämlich dann, wenn das Salz mit Fluorid und Jod angereichert ist. Jod ist ein lebensnotwendiges Spurenelement, das wichtig für eine normale Schilddrüsenfunktion ist. „Ein Erwachsener braucht im Schnitt 150 Mikrogramm Jod täglich“, so Wechsler. Jod kommt unter anderem in Seefisch und Milchprodukten vor. (dpa)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 15 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. Thomas

    Wenn ich das Salz mit Kräutern mische hab ich Kräutersalz. Im Himalaya gibt es keine Salzmine. Das wird in Pakistan abgebaut. Wenn ich die Sole mit Lebensmittelfarbe mixe bekomme ich sogar lila Salz. Leute lasst euch nicht dass geld aus den Taschen ziehen

  2. derSeb

    @1 und den Geschmack von Tibetsalz bekommen Sie mit Beimischen von? hin. Wir benötigen auch viel weniger von diesem Salz...und das ist m.E.dann doch gesünder - oder?

  3. Wissender.

    Es geht nicht darum, woher Salz kommt, sondern ob und was zugesetzt wurde. Von daher @Thomas: Unbehandeltes Salz ist leider immer teurer, als welches mit zugesetzten "Rieselhilfen" bzw. Antiagglomerationsmitteln / Trennmittel. Oder würden Sie gern mal einen Löffel Natriumferrocyanid probieren? Oder nano-Siliziumdioxid, von dem man garnicht weiß, wo es im Körper überall hingeht. Dann lieber unbehandeltes Salz aus "einem Vorgebirge des Himalaya" - steht auch ordentlich so auf den Packungen. Gibt bei Kaufland jetzt auch eine Alternative - unbehandelt und für 0,99€ - Eine Art Ursteinsalz aus dem Norden Deutschlands.

  4. Thomas

    Kommen nicht alle Salze aus dem urmeer. Ausser natürlich Meersalz. Die Dosis macht das Gift.

  5. Mutter

    Nr. 3 hat alles gessagt: Schädlich ist nicht das Salz an sich, sondern die Zusätze im Speisesalz sind das Problem. Von daher sollte man immer naturbelassenes Salz verwenden, egal woher es kommt.

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