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Sonntag, 04.03.2018

Teuer erkaufter Dreier

Radebeuler setzen sich daheim mit 3:2 gegen Copitz durch, aber drei Spieler verletzen sich. Gäste von Trainer-Rücktritt überrascht.

Von Jürgen Schwarz

Erstes Spiel, erstes Tor. Fünf Minuten nach seiner Einwechslung erzielte Steve Schurzky das vorentscheidende 3:1 für den RBC und empfängt die Glückwünsche von Teamkollege Benno Töppel (18).
Erstes Spiel, erstes Tor. Fünf Minuten nach seiner Einwechslung erzielte Steve Schurzky das vorentscheidende 3:1 für den RBC und empfängt die Glückwünsche von Teamkollege Benno Töppel (18).

© Lutz Kollmann

Radebeul. Da staunte Matthias Müller nicht schlecht. Der Radebeuler Trainer wollte vor dem Gastspiel des VfL Pirna-Copitz (3:2) seinen Kollegen Nico Däbritz begrüßen, aber der 46-Jährige hatte am Abend zuvor überraschend seinen Rücktritt erklärt. Interimsweise nahmen im Weinbergstadion Enrico Mühle und Tino Schutz auf der VfL-Trainerbank Platz.

„Wir bedauern die persönlich motivierte Entscheidung von Nico Däbritz sehr, haben für seine Situation aber auch Verständnis“, sagt Vorstandschef Stefan Bohne. „Wir haben in ihm die Ideallösung gesehen, unsere junge Mannschaft zu führen und weiterzuentwickeln. Es ist schade, dass die gute Zusammenarbeit derart kurzfristig und mitten in einer wichtigen Saisonphase beendet wurde.“

RBC-Coach Müller hatte ganz andere Probleme, die sich in den 90 Minuten noch zuspitzten. Der zweite Torhüter (Schultchen) stand nicht zur Verfügung, wichtige Leistungsträger fehlten wegen Verletzungen (Graage, Talke). Zu allem Überfluss meldete sich auch Marcus Schöne am Freitagabend ab. „Wir hatten Steve Schurzky für die zweite Mannschaft vorgesehen, dann aber umdisponiert. Steve saß als Ersatz-Torwart und Feldspieler auf der Bank“, berichtete Müller. „Und wie der Fußball eben seine Geschichten so schreibt, wurde er dann zu unserem Matchwinner.“ In der 74. Minute wechselte Matthias Müller Schurzky ein, nur 180 Sekunden später umjubelten ihn seine Mitspieler für das zwischenzeitliche 3:1.

Aber der Reihe nach. Schon vor der Pause mussten die Platzbesitzer zweimal wechseln, weil sich Philip Heineccius und Richard Schöne verletzten. Trotzdem sorgten Benno Töppel (12.) und Willi Richter (45.) für eine 2:0-Pausenführung. Nach dem Seitentausch war das Bemühen der Copitzer, die nun mit ihrem 38 Jahre alten Kapitän Ronny Kreher (2012/13 beim RBC unter Vertrag) agierten, nicht zu übersehen. In der 57. Minute verkürzte Sebastian Scholz. Die Hoffnung auf einen Punktgewinn rückte für den VfL wieder näher, aber die Rechnung hatten die Copitzer ohne ihren Ex-Trainer Müller gemacht, der wieder einmal mit einer Einwechslung ein glückliches Händchen bewies. Die Entscheidung gegen Copitz war das 3:1 durch Schurzky aber noch nicht, weil Oldie Kreher seinen fünften Saisontreffer markierte (88.). Zu mehr reichte es aus Sicht der Gäste aber nicht.

„Ein eminent wichtiger Sieg im Kampf um den Klassenerhalt, aber leider auch sehr teuer erkauft. Heineccius hat sich eine Zerrung zugezogen, da habe ich kein gutes Gefühl. Bei Schöne müssen wir abwarten, auch bei Armand Deugoue, der humpelnd vom Platz kam“, registrierte Müller den Erfolg seiner Jungs mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Wir haben massive Personalsorgen. Die kommende Trainingswoche wird eher eine Regenerationswoche, wir müssen die verbleibenden Spieler praktisch mit Samthandschuhen anfassen.“