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Montag, 02.07.2018 Springreiten

Tautendorfer siegen weiter

Es läuft in dieser Saison bei der Reiterfamilie Kölz vom PSV Leisnig. Am Wochenende gab es die nächsten Siegerschleifen.

Von Dirk Westphal

Es läuft in dieser Saison bei Reiterfamilie Kölz aus Tautendorf bei Leisnig. So holten Mutter Ellen und Vater Michael meist unter den Augen ihrer Kinder Karl (von links), Hannah und Marie zahlreiche Siege. Erst am Sonntag wurde Ellen Kölz auf Something Special (Foto) Sachsenmeisterin der Offenen Klasse.
Es läuft in dieser Saison bei Reiterfamilie Kölz aus Tautendorf bei Leisnig. So holten Mutter Ellen und Vater Michael meist unter den Augen ihrer Kinder Karl (von links), Hannah und Marie zahlreiche Siege. Erst am Sonntag wurde Ellen Kölz auf Something Special (Foto) Sachsenmeisterin der Offenen Klasse.

© Dirk Westphal

Leisnig. Es bleibt dabei. Wer in Sachsen Landesmeister im Springreiten werden will, muss zu allererst an der Reiterfamilie Kölz aus Tautendorf bei Leisnig vorbei. Nur drei Wochen nachdem Michael Kölz Dritter bei den Deutschen Meisterschaften in Balve wurde, schnappte sich Ehefrau Ellen am Wochenende bei den Sachsenmeisterschaften in Burgstädt auf Something Special den Titel in der Offenen Klasse, den sie bereits vor vier Jahren gewann. Ihr Mann wurde Vierter, nachdem er am ersten Tag noch geführt hatte.

„Es ist etwas ärgerlich, dass der Finalparcours bei mir nicht so gelaufen ist, aber umso mehr freue ich mich, dass Ellen so gut war“, analysierte Michael Kölz und fügte an: „Eigentlich freue ich mich über ihren Sieg genauso oder vielleicht sogar ein bisschen mehr, als wenn ich selbst gewonnen hätte. Es ist einfach schön, dass sie auch so eine gute Reiterin ist und so tolle Erfolge erzielen kann.“ Dabei ist ihm anzumerken, dass er seiner Frau den Erfolg von ganzem Herzen gönnt. Zumal sich der Wahlsachse mit dem dem Titel Landeschampion für 6-jährige Springpferde, den er auf Casibri gewann, tröstete.

„Es läuft bis jetzt“, sagte Ellen Kölz, die ihre kleinste Tochter Marie auf dem Arm hat, während die beiden älteren Kinder Karl und Hannah am Stall spielen. „Es ist mal besser und mal schlechter, aber wir haben beide derzeit gute Pferde. Dann geht es alles ein bisschen einfacher“, erklärt sie einen Grund für den Erfolg. So hätte Michael sein Erfolgspferd von der Deutschen Meisterschaft, Anpowikapi, seit etwa zwei Jahren. „Der war etwas schwierig am Anfang. Dass er Qualität hat und hoch springen kann, das wussten wir schon. Aber mit der Feinabstimmung hat das noch nicht so funktioniert. Jetzt hat er es aber langsam raus. Ziel war ein Platz unter den ersten Zehn. Dass es am Ende für soweit vorne gereicht hat, darüber haben wir uns riesig gefreut“, erklärt Ellen Kölz. Ihr Siegerpferd, Something Special, soll dagegen die Nachfolgerin für ihr bisheriges Spitzenpferd, der Stute Landfee werden, das in Ruhestand geht und kommendes Jahr fohlt. Seit gut drei Jahren steht die Stute im Stall Kölz, wo sie im vergangenen Jahr von Michael geritten wurde, als Ellen schwanger war. Überhaupt müsse die gesamte Familie mitziehen, damit die dreifache Mutter ihren Beruf als Pferdeprofi weiter ausüben kann. „Omas, Opas, Uromas – es ist immer jemand mit dabei, wenn wir auf Turnieren sind, der ein bisschen aufpasst und schaut“, sagt Ellen Kölz, die gerade auch in Balve mit ihrer Jüngsten, Marie, unter Beobachtung der Fernsehkamera stand, als sie ihren Mann anfeuerte und am Ende sogar über die zwischenzeitliche Führung jubelte. Aber auch über die eigenen Erfolge kann sich Ellen Kölz freuen. „Es ist ein schönes Gefühl. Einerseits, dass man ein erfolgreiches Nachfolgepferd hat und dass es nach der Geburt von Marie gleich so klappt, ist natürlich noch umso schöner.“ Aber nicht nur Ellen und Michael Kölz teilen die Erfolge unter sich auf und freuen sich gegenseitig über Siegerschleifen. Auch der siebenjährige Karl hat durchaus Grund stolz zu sein, denn Something Special ist sein Pferd, auch wenn er bislang nur auf Ponys reiten darf. Entsprechend hätte er sich gefreut, dass die Mama Sachsenmeisterin geworden sei. Dabei wäre es ihm egal, ob Papa oder Mama gewinnt. Hauptsache es gibt eine Siegerschleife, die der junge Mann sammelt.

Mit Siegerschleifen wird es für Michael Kölz demnächst eher schwierig, denn durch seinen dritten Platz bei den Deutschen Meisterschaften wird dem Reiter vom Pferdesportverein Leisnig eine ganz besondere Ehre zuteil: In knapp drei Wochen reist er mit Anpowikapi und Dipylon zum Weltfest des Pferdesportes, der Chio Aachen 2018, um sich mit den weltbesten Springreitern zu messen. „Ein Turnier mit dieser Klasse, mit dieser Konkurrenz, bin ich noch nie geritten. Deshalb setze ich mir da nicht zu hohe Ziele“, sagt Michael Kölz. „Ich versuche, ein ordentliches Bild abzugeben und das würde mir erst einmal reichen. Man muss sehen, wie es dann ausgeht, denn das Niveau ist extrem hoch, vielleicht am höchsten überhaupt in der Welt.“