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Mittwoch, 26.03.2003

Szenen aus der Tiefe

In Gorkis „Nachtasyl“ hausen Ausgestoßene, Deklassierte: der Penner Satin, die Prostituierte Nastja, der verkommene Baron, ein dem Alkohol verfallener Schauspieler. Alles Menschen, die „auf dem Grund der Gesellschaft“ angelangt sind. Die Suppe, die alle kärglich nährt, ist die Illusion „vom besseren Leben“. Auch der Pilger Luka macht Station im Asyl. Gütig, fromm und lebens-erfahren findet er für die im Elend Verständnis und Worte der Hoffnung. Kann er wirklich helfen?

Die Mitglieder der Amateurbühne „H. O. Theater“, was für Hans Otto steht, spielen Theater, „weil es spannend ist, sich immer wieder mit anderen Menschen zu beschäftigen“. So kann man sicher sein, dass ihre „Nacht-asyl“-Bewohner nicht vor 100 Jahren lebten. Mit „Nachtasyl und Abendrot – Szenen aus der Tiefe unter Verwendung von Gorkis Nachtasyl“geben die Akteure den Blick frei auf Menschen ganz unten. Und sie ziehen eine Verbindung in unsere Welt der Übersättigung und des Lebensüberdrusses.

Die Geschichte des H.O. Theaters ist lang und eng verbunden mit ihrem künstlerischen Leiter, dem Schauspieler Rudolf Donath, der die Truppe immer wieder zu einem hohen Niveau führt. Auch „Nachtasyl“ entsteht unter seiner Regie.Gegründet wurde das H.O.Theater vor etwa 27 Jahren als „Dramatischer Zirkel“ des VEB Grafischer Großbetrieb Völkerfreundschaft. 1980 wurde der Zirkel zum „Arbeitertheater“, nach der Wende zum Verein, gefördert durch die Stadt Dresden. Seit 1999 spielen die 25 Mitglieder regelmäßig im Societaetstheater. (md)„Nachtasyl und Abendrot“Premiere am 28. 3., 21 Uhr im SocietaetstheaterKartentelefon: (0351) 803 68 10