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Mittwoch, 16.05.2018

Sturmschäden im Stadtwald sollen bis Jahresende beseitigt sein

Nach zwei Orkanen ist Zittaus Forstbetrieb im Krisenmodus. Das hat Auswirkungen auf die geplante Waldbewirtschaftung.

© Kristin Richter

Der Forstbetrieb der Stadt Zittau hofft, die Aufarbeitung der Schäden nach den beiden Stürmen „Herwart“ und „Friederike“ bis Ende dieses Jahres abschließen zu können. Das schreibt die Leiterin des Forstbetriebes, Angela Bültemeier, im aktuellen Mitteilungsblatt „Waldpost“. Seit Monaten sind die Forstarbeiten im Stadtwald von der Aufarbeitung der Sturmschäden geprägt. Schwerpunkte sind laut Angela Bültemeier derzeit die Leipaer Straße, der Brächelweg, der Armesünderweg und der Ameisenberg sowie der Töpfer und der Brandberg im Zittauer Gebirge. Auch im Königsholz bei Oderwitz und im Wittgendorfer Holz werden Sturmschäden beseitigt. Ist das geschehen, sollen bis zum Sommer die im Herbst 2017 unterbrochenen Arbeiten am Hochwald beendet werden. Bis zum Sommer könne möglicherweise auch mit Arbeiten am Talringweg Oybin, zwischen Kammstraße und Haus Hubertus, begonnen werden, so Angela Bültemeier. Hier sollen Pflege- und Erntemaßnahmen stattfinden, die der Stabilisierung der Bestände dienen und der Einleitung oder Förderung der Waldverjüngung. In diesem Zuge soll auch der Blick von der Sprungschanze zur Bergkirche in Oybin wieder freigestellt werden.

Der Orkan „Herwart“ verursachte am 29. Oktober 2017 im Zittauer Stadtwald erhebliche Schäden. Problematisch ist dabei laut Forstbetriebsleiterin nicht die Gesamtmenge des Schadholzes (etwa 4 000 Festmeter) gewesen, sondern, dass der Sturm große Flächen erfasste und dabei viele Einzelbäume schädigte. „Darum ist die Aufarbeitung technologisch anspruchsvoll und zeitintensiv“, so Angela Bültemeier.

Am 19. Januar dieses Jahres wurden dann durch das Sturmtief „Friederike“ noch einmal circa 3 000 Festmeter Holz umgeworfen und gebrochen, vielfach an bereits aufgeräumten Flächen. Von „Friederike“ betroffen war, örtlich betrachtet, vorrangig das Vorland (Königsholz, Wittgendorfer Holz), weniger das Zittauer Gebirge. Mittlerweile sind in allen Waldgebieten angeordnete Sperrungen wieder aufgehoben. Beide Orkane haben vor allem alte Fichten auf für Fichten wenig geeigneten Standorten getroffen. Für den Zittauer Forstbetrieb kommt mit den warmen Temperaturen nun auch ein unmittelbarer Zeitdruck hinzu, damit der Borkenkäfer keine neuen Schäden anrichten kann. „So ist zum Beispiel Reisig ein idealer Brutplatz für den Kupferstecher“, sagt Angela Bültemeier. Darum müsse dieses beräumt werden.

Die Wiederaufforstung der geschädigten Flächen soll, bedingt durch lange Förderverfahren, voraussichtlich erst im Frühjahr 2020 erfolgen, so Bültemeier. (SZ)