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Mittwoch, 14.02.2018

Studien zur elektronischen Zigarette, die man kennen muss

Ein neues Jahr hat begonnen, und der Jänner ist auch meist die Zeit, in der man gute Vorsätze umsetzen will.

Bildquelle: rolandmey / pixabay.com
Bildquelle: rolandmey / pixabay.com

Immer häufiger steigen Raucher jetzt auf das Dampfen von E-Zigaretten um. Ob sich dieser Umstieg jedoch gesundheitlich rechnet, ist immer noch umstritten. Die Meinungen reichen teilweise weit auseinander - sinnvolle Nikotinreduktion oder nur gescheiterte Rauchentwöhnung? Aufgrund der kurzen Nutzungsdauer von E-Zigaretten gibt es natürlich viel weniger Studien als über Tabakzigaretten. Doch tatsächlich existieren einige – hier gibt es die wichtigsten Studien im Überblick.

E-Zigaretten als sichere Alternative zu Tabakwaren?

Eine Studie zu E-Zigaretten aus dem Jahr 2014 ist besonders interessant. Igor Burstyn versuchte in seiner Studie herauszufinden, ob E-Zigaretten tatsächlich eine sichere Alternative zu Tabakprodukten sind, und zwar sowohl für Dampfer selbst, als auch für Passiv-Dampfer. Daher führte er eine systematische Analyse der chemischen Substanzen in E-Zigaretten durch. Er bezog sich dabei auf vielfältige Literatur-Quellen, durch die er auf über 9.000 Observationen zurückgreifen konnte.

Die gesundheitlichen Auswirkungen von E-Zigaretten sind laut Burstyns Studie folgende: man kann noch keinen Beweis für ein potenzielles Gesundheitsrisiko durch Schadstoffe feststellen. Das Spray-Gemisch in E-Zigaretten ist laut seinen Forschungen unauffällig. Daher sieht er auch für Passiv-Dampfer keine gesundheitlichen Gefahren.

Die Effekte von Tabakrauch und E-Zigaretten im Vergleich

Eine ähnliche Studie wurde noch in demselben Jahr von Dr. Konstantinos Farsalinos und Riccardo Polosa durchgeführt. Sie stützten sich auf 114 von 451 gefundenen Studien zu dem Thema. Auch sie versuchten die Effekte des Gebrauchs von E-Zigaretten, sowie Tabakrauch genauer zu analysieren. Sie kamen zu dem Schluss, dass Dampfen deutlich weniger gefährlich ist, als Tabakrauchen.

Als Grund kann das Fehlen von Tabak, und somit von Verbrennungsrückständen genannt werden – auf diese Weise werden die typischen Schadstoffe einer Tabakzigarette produziert. Mit diesen werden die stärksten gesundheitlichen Gefahren des Rauchens assoziiert. Dennoch konnten auch giftige Substanzen in den Flüssigkeiten von E-Zigaretten gefunden werden. Die Konzentration ist zwar im Vergleich wesentlich geringer, aber dennoch vorhanden. Man kann die Menge der giftigen Chemikalien etwa mit der in pharmazeutischen Nikotinprodukten vergleichen.

Dampfen vs. Rauchen: die Auswirkungen auf die Luftqualität

Eine weitere wichtige Studie bezieht sich auf die Auswirkungen von Dampfen und Rauchen auf die Qualität der Raumluft. Diese wurde bereits im Jahr 2012 durchgeführt. McAuley, Hopke, Zhao und Babaian zeigten auf, dass E-Zigarettendampf deutlich weniger Spuren im Raum hinterlässt als der Rauch von Tabakzigaretten.

Demzufolge dürfte auch kein Gesundheitsrisiko für andere Menschen im Raum bestehen – dies würde Burstyns Studie zum ungefährlichen Passiv-Dampfen unterstützen. Da die Studie allerdings mittlerweile schon knapp 6 Jahre zurückliegt, wäre es an der Zeit für aktuellere Studien in dieser Richtung. Nur so kann gesichert sein, dass E-Zigarettendampf tatsächlich keinen, beziehungsweise weniger Schaden als Tabakrauch zufügt.

Hoher Aldehyd-Gehalt nur bei Überhitzung

Eine aktuellere Studie wurde von Dr. Konstantinos Farsalinos und seinem Team im Jahr 2015 veröffentlicht. In dieser geht es um die Frage, wie hoch der Aldehydgehalt für Dampfer ist, beziehungsweise, ob dieser überhaupt relevant ist. Dampfer kennen das Problem einer Zerstäuber-Überhitzung – ein verschmorter, unangenehmer Geschmack, sowie Hustenreiz sind die Folge. Daher vermeiden Nutzer von E-Zigaretten diesen Zustand generell. Doch wie sehen die Folgen aus, wenn es doch einmal passiert?

Der griechische Wissenschaftler versuchte genau das in seiner Studie zu klären. Er untersuchte, wie hoch der Aldehyd-Gehalt eigentlich unter normalen Bedingungen, sowie bei einer Überhitzung ist. Die darauffolgenden Experimente mit sieben erfahrenen Dampfern brachten das Ergebnis: hohe Aldehyd-Werte werden nur dann produziert, wenn der Zerstäuber sich zu sehr aufheizt und nicht genügend Flüssigkeit zum Verdampfen vorhanden ist. Normale Dampf-Bedingungen bringen nur minimale Emissionen von Aldehyd mit sich. Das betrifft auch die allerneuesten E-Zigaretten.

Mit E-Zigaretten rauchbedingte Asthma-Symptome reduzieren?

Viele Raucher, sowie intensive Passiv-Raucher leiden an Asthma-Symptomen. Ein Fakt, der auch viele zum Aufhören, beziehungsweise zum Wechseln auf E-Zigaretten animiert. Doch wie sinnvoll ist dieser Umstieg? Mit dieser Frage haben sich auch Riccardo Polosa, Jaymin Marjaria, Pasquale Caponnetto, Massimo Caruso, Simona Strano, Eliana Battaglia und Cristina Russo beschäftigt.

Ihre Studie ergab, dass E-Zigaretten Rauchern mit Asthma dabei helfen können, den Zigarettenkonsum zu reduzieren, oder sogar ganz aufzugeben. Als Folge davon werden die zigarettenbedingten Asthma-Beschwerden ebenfalls reduziert. Folgt man dieser Denkweise, sind E-Zigaretten keine schlechte Symptombekämpfung. Allerdings sind noch deutlich größer angelegte Studien vonnöten, um diesen Punkt einwandfrei zu klären.

Der Faktor des Geschmacks bei E-Zigaretten

Natürlich ist auch gerade der Punkt des Geschmacks bei E-Zigaretten relevant. Im Gegensatz zu dem typischen Tabak-Aroma von herkömmlichen Zigaretten, gibt es für Dampfer eine breite Auswahl an Geschmäckern. Die exotischen, oft zuckersüßen Flüssigkeiten sind ein wichtiger Bestandteil beim Genuss einer E-Zigarette. Doch genau hier setzt auch heute noch eine der häufigsten Kritiken am Dampfen an: der gute Geschmack soll nicht-rauchende Teenager viel leichter zum Rauchen von E-Zigaretten verführen.

Nun haben sich Saul Shiffman, Mark A. Sembower, Janine L. Pillitteri, Karen K. Gerlach und Joseph G. Gitchell in einer Studie genau damit auseinandergesetzt. Sie untersuchten, wie anfällig nicht-rauchende Teenager und erwachsene Raucher für Beschreibungen von E-Zigaretten-Geschmäckern sind. Das Ergebnis: es wurde festgestellt, dass nicht-rauchende Teenager weniger Interesse an den verschiedenen Geschmacksrichtungen hatten, als rauchende Erwachsene. Generell zeigten aber beide Gruppen nur ein sehr geringes Interesse daran.

Kann man den Schaden von Tabakprodukten mit E-Zigaretten umkehren?

Eine sehr interessante Frage, mit der sich Riccardo Polosa in seiner neuesten Studie beschäftigt hat. Diese wurde im März 2015 publiziert, und untersuchte, inwiefern der Wechsel von Tabakzigaretten auf E-Zigaretten den Lungenproblemen entgegenwirken kann, die bereits durch das Rauchen verursacht wurden.

Die Ergebnisse: es ließen sich Beweise dafür finden, dass 65,4% der Patienten mit Asthma, sowie 75,7% der Menschen mit Raucherlunge sich durch die Umstellung besser fühlten. Über 18% der Untersuchten waren in der Folge nicht mehr auf Medikamente angewiesen. Doch auch hier stellt sich die Frage, wie sehr man sich auf die Aussagen solcher Studien verlassen sollte.

Fazit – Dampfen ist wohl die gesündere Alternative

Ob Dampfen nun tatsächlich so viel weniger schädlich ist als herkömmliches Rauchen ist immer noch nicht zu 100% geklärt. Die wenigen Studien, die es bereits gibt, sprechen jedoch für das Dampfen als gesündere Alternative zum herkömmlichen Rauchen. Am Ende muss sich allerdings jeder selbst entscheiden und die Risiken zwischen Tabakzigaretten und E-Zigaretten abwägen. Doch es bleibt abzuwarten, welche Studien zu dem Thema noch besseren Aufschluss geben werden.

Grundlegendes über das E-Rauchen erfährt man unter: https://ismoker.eu/blog/dampfen-fuer-anfaenger-n229.