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Freitag, 17.04.2009

Studenten besetzen die Uni Leipzig

LEIPZIG - Nach Bauverzug und Dauerstreit ums Paulinum verhageln der Universität Leipzig nun auch noch Studentenproteste das 600-jährige Gründungsjubiläum. Gestern besetzten Hunderte Studierende das Geisteswissenschaftliche Zentrum.

An den Geländern hängen Transparente, im Foyer diskutieren sich Studenten in Rage (Foto), hin und wieder greift einer zum Mikrofon und prangert lautstark die Studienbedingungen an: Zu wenig Lehrpersonal, Verschulung des Studiums nach Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge und zu wenige Wahlmöglichkeiten bei den Fächern lauten die Hauptvorwürfe der Protestler.Bemerkenswert: Nicht der Studentenrat steckt hinter dem Protest, sondern eine spontan übers Internet zusammengefundene Community künftiger Geisteswissenschaftler.

„Wir wollen mit Studenten über ihre Studienbedingungen an der Uni Leipzig, aber auch über Bildung und Gesellschaft diskutieren. Damit soll gegen die aktuellen Zustände protestiert werden“, erklärt eine Mitorganisatorin namens Maria.

Selbst Uni-Rektor Franz Häuser ist davon angetan. „Das sind keine Krawallmacher, sondern junge Leute, die sich ernsthaft mit der Situation auseinandersetzen“, ließ er seinen Sprecher Tobias D. Höhn erklären. Die Probleme seien ihm selbstverständlich bekannt. „Doch wer nicht mehr Geld hat, kann weder mehr Lehrpersonal einstellen noch mehr Wahlfächer anbieten“, reichte Höhn den „Schwarzen Peter“ auftragsgemäß gleich an die Politik weiter. -bi.-