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Mittwoch, 07.03.2018

Streit um Dresdens Bäder

Die Grünen fordern drei neue Hallen für die Stadt. Die SPD nennt das Populismus und kontert mit der Bettensteuer.

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Die Schwimmhalle in Klotzsche ist sanierungsbedürftig.
Die Schwimmhalle in Klotzsche ist sanierungsbedürftig.

© René Meinig

Die Schwimmhalle Klotzsche ertüchtigen oder einen Neubau im Norden sowie je ein weiteres Bad im Bereich Striesen und in Uninähe: So lauten die Forderungen des Grünen-Sportpolitikers Torsten Schulze. Bedarf ist sicherlich da, aber es fehlt am Geld, entgegnet die SPD.

SPD-Sport-Experte Thomas Blümel rechnet damit, dass die Umsetzung der Grünen-Pläne, plus Reaktivierung des Sachsenbades, rund 70 Millionen Euro kosten würde. Denn auch das Sachsenbad wird von den Grünen immer wieder ins Spiel gebracht. „Unsere Fraktion kritisiert die haltlosen Forderungen der Grünen“, sagt Blümel. Dabei sind Grüne und SPD mit den Linken in einer Kooperation im Stadtrat, stellen so die Mehrheit und haben auch gemeinsam den Haushalt beschlossen.

Blümel kritisiert den Vorstoß der Grünen. Denn die Verwaltung will bis zum Juni dieses Jahres eine neue Bäderkonzeption vorlegen. Mit dieser werden auch Neubauabsichten beschlossen. Zudem werde in dem Konzept ein Vorschlag zur Finanzierung von Bauprojekten und deren Betrieb gemacht. „Dieses Vorgehen ist sinnvoll“, so Blümel. „Die Forderungen der Grünen sind völlig unrealistisch, da die notwendigen Mittel dafür weder im Haushalt, noch in den Wirtschaftsplänen der städtischen Unternehmen zur Verfügung stehen.“

Blümel nennt das haltlose Versprechen, die nie erfüllt werden. Das führe zu Politikverdrossenheit. Zumal gerade erst die Bettensteuer gesenkt wurde – auf Antrag der Grünen. Dadurch ginge der Stadt jedes Jahr rund eine Million Euro verloren. „Steuern senken und zusätzliche Ausgaben versprechen. „Seriöser geht es kaum“, kritisiert Blümel die Grünen ironisch.

„Es war nicht zu erwarten, dass wir Beifall für den Vorschlag bekommen“, reagiert Schulze auf die Kritik. Allerdings agiere Blümel mit „falschen Zahlen“. Denn das Sachsenbad, für das rund 24 Millionen Euro notwendig wären, solle nach Schulzes Plan ein privater Investor finanzieren.

Die Bäder GmbH, die seit fünf Jahren die städtischen Bäder betreibt und zu den Technischen Werken mit der Drewag gehört, hat bereits 40 Millionen Euro in Bäder investiert. „Es wäre sozusagen normaler Geschäftsbetrieb, weitere Bäder zu bauen und zu sanieren“, erklärt Schulze. Dresden benötige als wachsende Stadt weitere Hallen, um das Schwimmen in allen Bereichen abzusichern. „Das sind keineswegs überzogene Forderungen“, so Schulze. „Es fehlen Angebote, Dresdner weichen jetzt bereits auf das Umland aus. (SZ/awe)

Leser-Kommentare

Insgesamt 8 Kommentare

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  1. egon

    Grünen-Sportpolitiker Torsten Schulze, Bedarf ist da... SPD-Sport-Experte Thomas Blümel rechnet .... Wielange wird denn noch gelabert?Seit 28 Jahren:man könnte,man müsste....und alles erstickt im Keim und im Parteienkrieg.

  2. so ä dresdner

    ja, das nennt sich Demokratie. Zum Schluss kommt ein Kompromiss raus und alle sind unzufrieden. Besonders in Dresden. Immer noch besser aber als der bei Genörgel über "Parteikrieg" stets mitschwingenden Forderung nach dem "starken Mann".

  3. Ernst Haft

    Lustig, jetzt werfen sich die Linken schon gegenseitig Populismus vor. ;o))

  4. Plauener

    ...die Bettensteuer gesenkt - das ist gelogen! Es sieht auf den ersten Blick so aus, doch der täuscht: die Beherbergungsgäste zahlen jetzt mehr... Zitat Steuer- und Stadtkassenamt: ... das kann bei einem niedriger und bei dem anderen höher ausfallen...

  5. Wann?

    Wann merkt die SPD endlich, dass man mit GRÜNEN und Linken keine Sachpolitik machen kann?? Beendet dieses Schmierentheater! Sonst haben wir im nächsten Jahr die Allianz-Für-Dumme als "stärkste Kraft"!!

  6. Talbewohner

    Es wäre schön wenn man mal das Getöse sein lässt und sich auf Fakten konzentriert. Diese wären: 1. Dresdens Einwohnerzahl wächst 2. Es gibt in Dresden noch freie Grundstücke in nahverkehrsgünstiger Lage, es werden aber immer weniger 3. Die bestehenden Schwimmhallen reichen mindestens mittelfristig nicht mehr aus. 4. Es ist kein Geld da um in den nächsten 2-4 Jahren mehrere Hallen zu bauen. Normal würde man sich jetzt überlegen wo man langfristig neue Hallen benötigt, diese in einen Bedarfsplan aufnehmen und die Grundstücke sichern(z.B. Kaufen) bevor dort ein Flachbau a.la. Aldi/LIDL oder ein Parkplatz entsteht. In 10 Jahren ist vielleicht das Geld da aber kein Platz mehr, aus diesem Grund ist der Vorstoß der Grünen zum jetzigen Zeitpunkt wichtig und eben keine linke Spinnerei.

  7. Blaufrau

    Ich stimme Kommentar Nr. 6 (und natürlich auch dem Vorschlag der GRÜNEN) voll und ganz zu. Wobei Geld schon da ist, die Stadt muss sich nur entschließen es in Wasserfläche zu investieren. Mehrere kleine Bäder sind wesentlich bürgerfreundlicher: kurze Wege, kleinere Dimensionen, spezielle Ausrichtung je nach Bad, größere Vielfalt im Sportangebot, "jeder kennt jeden". Dafür zahle ich dann gern auch mehr Eintritt, um die Mehrkosten gegenüber einer "Monsterhalle" zu decken. Eines der kleinen Bäder sollte unbedingt das Sachsenbad in Funktion eines Reha- und Gesundheitsbades sein. Weitere Informationen und ausreichend Platz für langlebige Kommentare finden Sie hier: sachsenbad.propieschen.de

  8. Bärbel Kleppsch

    @7 Blaufrau: Sie haben vollkommen recht, was die Verteilung mehrerer Bürgerbäder, mit Sport-, Erholungs- und Kommunikationsfunktionen, in den Wohnquartieren betrifft, so wie es auch das Konzept der GRÜNEN vorsieht. Zur Realisierung bedürfte es jedoch Personen und Persönlichkeiten in der Stadtverwaltung, die Visionen und Realitätssinn zugleich haben. Nicht so kleinkarierte Zwerge, wie den derzeitigen Sport- und Finanzbürgermeister sowie weitere SPD-Stadträte (Thomas Blümel, Sprecher für Sport und Freikörperkultur).

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