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Montag, 19.07.2010

Streit um den Schindler des Vogtlands

Falkenstein. Er ist der Oskar Schindler des Vogtlandes, doch seine Geschichte endete tragisch. Alfred Roßner (1906 bis 1943) versteckte Juden vor den Nazis, bezahlte seinen Mut mit dem Leben. Nun gibt es Streit um die Ehrung des fast vergessenen Heldens.

Kaum jemand kennt seinen Namen: Alfred Roßner. Dabei hatte er in der Nazi-Zeit Juden versteckt, ihnen falsche Papiere besorgt. In Anlehnung an den Film „Schindlers Liste“ von Stephen Spielberg gilt er als der „Oskar Schindler des Vogtlandes“. Die Geschichte des Falkensteiners endete tragisch: Im Gegensatz zu Schindler flog Roßner 1943 auf, wurde von den Nazis ermordet.

Der Staat Israel würdigte Roßner durch die Verleihung des Ehrentitels „Gerechter unter den Völkern“ in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. Im Heimatort Falkenstein erinnert dagegen kaum etwas an den heldenhaften Sohn der Stadt. Bundestagsabgeordneter Rolf Schwanitz (51, SPD) empört: „An diesen Mann sollte besonders in heutiger Zeit und zukünftig gedacht werden.“ Er forderte eine Straßenbenennung.

Das scheint aber auf wenig Gegenliebe zu stoßen. Bürgermeister Arndt Rauchalles (52, CDU): „Im Stadtrat waren wir uns einig, dass die Umbenennung größerer Straßen zu aufwendig ist.“ Eine Gasse sei aber nicht angemessen genug.

Ist ein Kompromiss in Aussicht? „Wir könnten Ehrentafeln am ehemaligen Wohnhaus von Roßner und am Ehrenmal auf dem Friedhof anbringen“, überlegt Rauchalles. Der Todestag am 18. Dezember sei ein passender Zeitpunkt, um diese einzuweihen. Rauchalles: „Falkenstein ist stolz auf seinen mutigen Sohn.“Ob der Vorschlag dem Abgeordneten in Berlin reicht, war gestern nicht zu erfahren. (cka)