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Mittwoch, 28.03.2018

Straßenbahn ist vom Tisch

Der Kreis Bautzen wird im Zweckverband Ober-Elbe die Eisenbahnvariante verfolgen. Das hat der Kreistag jetzt eindeutig festgelegt.

Von Frank Oehl

Die Städtebahn 33 passiert den Haltepunkt in Laußnitz. Dabei soll es auch in Zukunft bleiben. Der VVO favorisiert nun die weitere Ertüchtigung der Bahnstrecke zwischen Dresden und Königsbrück. Ein Busumstieg in Ottendorf-Okrilla ist damit ausgeschlossen.
Die Städtebahn 33 passiert den Haltepunkt in Laußnitz. Dabei soll es auch in Zukunft bleiben. Der VVO favorisiert nun die weitere Ertüchtigung der Bahnstrecke zwischen Dresden und Königsbrück. Ein Busumstieg in Ottendorf-Okrilla ist damit ausgeschlossen.

© Rene Plaul

Bautzen/Königsbrück. Aufatmen in Königsbrück und Laußnitz: Der Kreistag hat am Mittwochabend eindeutig für die „Eisenbahnvariante“ für den ÖPNV von Dresden nach Königsbrück votiert. Damit ist die mehrjährige Diskussion um eine Straßenbahn von Dresden bis Ottendorf-Okrilla mit Busumstieg weiter nach Königsbrück wohl endgültig vom Tisch. Seit mehreren Jahren war die Strecke im Auftrag des Verkehrsverbundes Oberelbe untersucht worden. Dabei war als eine Variante auch der Straßenbahnbetrieb geprüft worden – mit Blick auf Fahrgastpotenzial und Wirtschaftlichkeit. Diese Variante fand vor allem in der Gemeinde Ottendorf-Okrilla selbst glühende Verfechter, während sie in den nachfolgenden Kommunen abgelehnt wurde. Die Gutachter waren zum Ergebnis gekommen, dass in der Tat die Beibehaltung der Bahnanbindung Königsbrücks zweckmäßiger sei. Sie schlagen stattdessen eine Verlängerung der SB 33 bis Dresden-Hauptbahnhof und eine Verdichtung des Angebots auf dem Streckenabschnitt Dresden Hauptbahnhof – Ottendorf-Okrilla Nord durch einen 30-Minuten-Takt vor. Das würde bedeuten, dass jede zweite Bahn bis Königsbrück durchfährt. Der VVO wird diese Vorzugsvariante mit Detailplanungen unterlegen und umsetzen. Die Vertreter des Landkreises werden im Verband entsprechend darauf hinwirken, so Landrat Michael Harig.

Großer Kostenunterschied

Für die Ablehnung des Straßenbahnausbaus bis Ottendorf-Okrilla und die Beibehaltung der Eisenbahnvariante werden mehrere Gründe genannt. So würde dem Wunsch der Fahrgäste nach einer schnellen Stadt-Umland-Verbindung mit der Ertüchtigung der Eisenbahn eher nachgekommen, da mit der Straßenbahn der Fokus auf einer kleinräumigeren Erschließung des Korridors liegt, was eine hohe Haltestellendichte meint. Die notwendigen Investitionen in die Eisenbahnstrecke würden bis Ottendorf-Okrilla etwa 6,7 Millionen Euro und im anschließenden Abschnitt bis Königsbrück etwa 700 000 Euro betragen. Dem gegenüber stünden ganz erheblich höhere Investitionen für eine Straßenbahnlösung. 38, 8 Millionen Euro wurden errechnet. Wollte man die Straßenbahn bis Königsbrück weiterführen, was theoretisch denkbar ist, müssten weitere 23.1 Millionen Euro locker gemacht werden. Sowohl das eine, wie erst recht das andere, seien wirtschaftlich nicht vermittelbar. Außerdem habe der Landtag die Verkehrsverbünde mit zusätzlichen Mitteln ausgestattet, was aber eine Streckenstilllegung ausschließe.

Der Aufwand der Infrastrukturertüchtigung bei einer Eisenbahnvariante sei wesentlich geringer als bei der Straßenbahn. Mit der Erneuerung der Schrankenanlage in Laußnitz hat diese Ertüchtigung ja auch bereits vor Monaten begonnen. Die von der Gemeinde Ottendorf-Okrilla gewünschten Angebotsverbesserungen habe der VVO mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2017 bereits angefangen umzusetzen, heißt es. So wurde zum einen die bestehende abendliche Taktlücke mit einer zusätzlichen Fahrt 21.45 Uhr ab Dresden geschlossen. Damit stehe sowohl Berufspendlern als auch Fahrgästen im Freizeitverkehr eine abendliche Fahrtmöglichkeit in Richtung Ottendorf-Okrilla und Königsbrück zur Verfügung. Zudem wurde das Angebot an Sonnabenden verdoppelt und  ein Stundentakt eingeführt. In diese Richtung werde weitergedacht, heißt es.