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Donnerstag, 15.02.2018

Steer sorgt für Klarheit im Tor

Sebastian Stefaniszin erhält das „vollste Vertrauen“ des Trainers im Eislöwen-Kasten. Doch dort liegt nicht das Hauptproblem.

Von Alexander Hiller

Franz Steer hofft darauf, dass seine Mannschaft endlich so verlässlich trifft wie er selbst bei seinem Hobby.
Franz Steer hofft darauf, dass seine Mannschaft endlich so verlässlich trifft wie er selbst bei seinem Hobby.

© Jürgen Lösel

Sechs Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde in der Deutschen Eishockey-Liga 2 hat Eislöwen-Trainer Franz Steer offenbar eine wichtige Personalentscheidung getroffen. Die im Kasten. Für den zuletzt formschwachen, glücklosen und körperlich etwas angeschlagenen Marco Eisenhut wird wohl Sebastian Stefaniszin den Rest der Normalrunde das Tor hüten. Wenn nichts dazwischenkommt – und der 30-jährige Berliner seinen Job so souverän erledigt wie bei seinen Einsätzen gegen Crimmitschau und Bad Tölz.

„Ich werde dieselben Spieler wie in den beiden letzten Partien aufbieten“, sagt Franz Steer vor dem Freitagduell in Ravensburg (6.) und vor dem Sonntagsheimspiel gegen Bayreuth (13.). „Sebastian hat einen guten Job gemacht“, betont der Trainer und fügt mit einem Blick auf den neben ihm sitzenden Stefaniszin augenzwinkernd hinzu: „Obwohl, so gut jetzt auch nicht, sonst hätte er gar kein Tor kassiert.“

An dem lange verletzten Schlussmann kann man die überraschende Pleite gegen Schlusslicht Bad Tölz am wenigsten festmachen, deshalb hält Steer auch guten Gewissens an dem früheren Nachwuchs-Nationalspieler fest. „Er hat mein vollstes Vertrauen“, sagt Steer. Solche Sätze hat man auch schon von Angela Merkel gehört – und dann ... na ja.

Der 59-jährige Eislöwen-Coach weiß, dass er in dieser sensiblen Phase der Saison sorgsam mit Zuckerbrot und Peitsche umgehen muss. Schließlich steht sein Team als Achter derzeit auf einem Pre-Play-off-Platz. Zwar mit lediglich drei Punkten Rückstand auf Platz sechs, dem letzten direkten Play-off-Platz, aber nur mit drei Zählern Vorsprung auf Crimmitschau (10.).

„Ich bin sehr froh, dass ich wieder spielen und trainieren kann“, sagt Stefaniszin. „Die Zeit kam mir sehr lang vor. Mit jeder Minute kehrt die Sicherheit wieder“, erklärt der Torhüter. Eine Erklärung für die gegenwärtig augenscheinliche Abschlussschwäche aber hat auch er nicht. „Im Training merken wir da nichts, aber das ist auch eine völlig andere Situation. Da hat man diesen Druck nicht und nimmt sich auch mehr Zeit“, sagt der Deutsch-Österreicher, der für seinen neuen Arbeitgeber erst dreimal zwischen den Pfosten stand.

Das Problem aber liegt offenbar zwischen den Ohren – der jeweiligen Spieler. „Man könnte sagen, dass man da auch Automatismen antrainieren kann. Den Garten könnte ich 200 Schüsse absolvieren lassen. Dafür fehlt uns aber die Zeit“, verweist Steer beispielsweise auf Flügelstürmer Marius Garten. Manchmal hilft da nur noch die Flucht in den Galgenhumor. „Wenn die Jungs so schießen würden wie ich auf der Jagd, hätten wir keine Probleme“, sagt der passionierte Jäger. Fehlt nur noch die Beute, die sich so simpel erlegen lässt.

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