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Samstag, 11.08.2018

Starthilfe für junge Unternehmen

Die Stadtratsfraktion BfB greift eine Idee aus vergangenen Jahren wieder auf – und nimmt die Stadtverwaltung in die Pflicht.

Das Bürohaus an der Bischofstraße ist weitgehend vermietet. Größter Mieter ist die Sächsische Anstalt für kommunale Datenverarbeitung.
Das Bürohaus an der Bischofstraße ist weitgehend vermietet. Größter Mieter ist die Sächsische Anstalt für kommunale Datenverarbeitung.

© Archivfoto: Steffen Unger

Bischofswerda. Im städtischen Bauamt muss in den nächsten Wochen gerechnet werden. Was kostet es die Stadt Bischofswerda, das Bürohaus an der Bischofstraße zu unterhalten? Welche Mieteinnahmen stehen dem gegenüber? Wie wirtschaftlich ist es für die Stadt, das Haus zu betreiben? Die Stadtratsfraktion Bürger für Bischofswerda (BfB) drängt auf Antworten auf diese Fragen. Und sie hat noch ein Nachbargebäude im Blick, das ehemalige Sporthotel. Was würde es die Stadt schätzungsweise kosten, dieses Gebäude zu erhalten und zu einem Vereinshaus umzubauen, fragte Stadtrat Stefan Läsker in dieser Woche auf einer öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Technik und Wirtschaft (ATW).

Die Idee, Bischofswerdaer Vereinen im ehemaligen Sporthotel ein Domizil anzubieten, ist nicht neu. Schon vor rund 15 Jahren wurde sie diskutiert. BfB wirft sie nun wieder auf – auch mit Blick auf das Bürohaus Bischofsstraße 18 und eine vor rund vier Jahren dafür entwickelte, aber nie realisierte Idee: die Bereitstellung von Räumen für innovative Start-up-Unternehmen, vornehmlich in der Dienstleistungs- und Kreativbranche.

Mit dem jetzigen Vorstoß im ATW möchte BfB nach den Worten von Stefan Läsker herausfinden, „was machbar ist“. Zum Beispiel: Könnte man Vereinen, die jetzt Räume an der Bischofstraße mieten, eine Alternative im Sporthotel anbieten und so im Bürohaus Platz für Existenzgründer gewinnen? „Der Vorteil ist, es ist eine städtische Immobilie. Und wir brauchen etwas, was wir Existenzgründern anbieten können, ohne in Konkurrenz mit privaten Vermietern treten zu wollen“, sagt Stefan Läsker.

Initiiert vom damaligen Marketingverantwortlichen der Stadt, Stephan Härtel, waren die Gedanken, Start-up-Unternehmen zu unterstützen, bis zum Jahr 2015 schon weit gereift. Existenzgründern sollten Gewerberäume in städtischen Gebäuden preisgünstig zur Verfügung gestellt werden. Dafür plante die Stadt einen Fonds mit zunächst 8 000 Euro. Das Geld sollte in Mietzuschüsse für junge Unternehmen fließen. Demnach sollten die Firmen im ersten Jahr die geförderte Fläche mietfrei und im zweiten Jahr für zwei Euro pro Quadratmeter nutzen können.

Nach SZ-Informationen gibt es für das Bürohaus aber auch einen anderen Vorschlag, nämlich einen Verkauf zu prüfen. Die von BfB geforderte Wirtschaftlichkeitsbetrachtung soll bei der Entscheidung helfen, ob das Gebäude in städtischem Eigentum bleiben sollte. (SZ/ir)