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Dienstag, 29.05.2018

Starker Saisonstart der OSSV-Cracks

Die Kamenzer weisen sehr gute Form nach. Markus Thomschke war international unterwegs. Für die meisten ist Moritzburg der erste Höhepunkt.

Von Frank Oehl

Markus Thomschke (2.v.r.) in Marbella. Beim Saisonstart wurde er Elfter auf der Halbdistanz und jetzt Achter in St. Pölten. Die Formkurve beim OSSV-Crack zeigt nach oben. Die WM auf Hawaii bleibt ein Ziel. Davor liegt der Ironman in Nizza.
Markus Thomschke (2.v.r.) in Marbella. Beim Saisonstart wurde er Elfter auf der Halbdistanz und jetzt Achter in St. Pölten. Die Formkurve beim OSSV-Crack zeigt nach oben. Die WM auf Hawaii bleibt ein Ziel. Davor liegt der Ironman in Nizza.

© Ingo Kutsche

Triathlon. Dieses Frühjahr bot allen Ausdauerdreikämpfern im Land großartige Trainingsbedingungen. Seit Anfang April scheint in Mitteleuropa fast ununterbrochen die Sonne, das schöne Wetter wurde auch in der starken OSSV-Triathlonabteilung sehr gut genutzt. Das beweist die Saisonstart-Bilanz im Wonnemonat Mai.

Besonders im Fokus steht auch in diesem Jahr Ironman-Profi Markus Thomschke. Der 34-Jährige kommt jetzt ins beste Triathlonalter und hat seit Dezember mit Faris Al Sultan einen neuen Trainer – vermittelt durch Patrick Lange, den amtierenden Ironman-Weltmeister. Al Sultan hat 2005 selbst auf Hawaii gewonnen und setzt nun auch bei Markus neue Trainingsreize, die natürlich nicht kurzfristig angelegt sind. Die ersten Wettkämpfe des Jahres auf internationaler Bühne – aus dem vollen Training heraus – sind vorbei. Nach einem elften Platz beim Halbdistanz-Ironman 70.3 in Marbella (1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren, 21,1 km Halbmarathon) wies Markus am Sonntag beim stark besetzten 70.3-Ironman im österreichischen St. Pölten mit Platz acht ansteigende Form nach. „Vor allem mit dem Radfahren und dem Laufen kann ich zufrieden sein“, resümierte Markus. Leider ging das Schwimmen diesmal etwas in die Hose.

„Es wurde schnell auf die erste Boje zugeschwommen. Ich hatte einen guten Start hinter starken Schwimmen in der Mitte, wurde dann aber brutal in die Zange genommen.“ Einer zog ihn am Bein nach unten, ein anderer schwamm drüber. „Dann bist du erst mal weit hinten.“ Letztlich schwamm Markus allein hinterher – der Abstand von knapp drei Minuten auf die Besten ist dann kaum wieder aufzuholen. „Auf dem Rad habe ich mich gut gefühlt.“

Das schlug sich in einem Schnitt von mehr als 41 km/h nieder. „Beim Radfahren geht es wieder vorwärts, das stimmt mich optimistisch.“ Nach einem Halbmarathon in 1:15 Std. finishte Markus in 3:59:31 noch unter vier Stunden. „Ich bin nicht unzufrieden, auch, weil es hintenraus doch schon ziemlich warm geworden war.“

Nach seiner Performance verfolgte Markus noch den Wettkampf von OSSV-Starter Jörg Guhr, der auch seine zweite Halbdistanz erfolgreich absolvierte. Mit der Endzeit von 5:40:40 Std. war Jörg 63. in der AK 50 (von 156 Startern) und kam ziemlich genau im Mittelfeld der 1 700 Starter ins Ziel. Hut ab! Am gleichen Tag fuhr sein Sohn Sebastian (28) seinen zweiten, erneut souveränen Sieg in Sachsen ein. Nach dem Triumph beim Bergduathlon in Kamenz war er beim Silberstrom-Sprinttriathlon in Schneeberg ohne ernsthafte Konkurrenz.

Sein Sieg nach 750 m schwimmen, 20 km Rad fahren und 5,0 km laufen in knapp über einer Stunde war erneut die Basis für ein sehr gutes Mannschaftergebnis des OSSV-Bikehouse-Teams in der Landesliga, zu dem auch Bernd Klopsch, Jule Hoffmann, Kai Morgenstern und Thilo Scheibe beigetragen haben. Platz zwei in der Teamwertung hinter dem TV Dresden und vor dem SV Handwerk Leipzig II verspricht weiter große Spannung in der Liga. Den ersten Wettkampf in Kamenz hatte der OSSV vor Dresden gewonnen.

Wie geht es nun weiter? Markus Thomschke – der mit OSSV-Newcomer Lukas Seifert in diesem Jahr auch in der 2. Bundesliga für Dresden startet – hat nach wie vor die WM auf Hawaii im Oktober auf dem Schirm, für die sich Stefan Flachowsky vom OSSV in der AK 45 bereits qualifiziert hat. Markus‘ erster Saisonhöhepunkt ist der Ironman Nizza in vier Wochen. „Top Fünf ist mein Ziel, damit würde ich im Rennen um Kona bleiben.“ Die extrem schwere Radstrecke am Mittelmeer liegt dem Friedersdorfer. Und Semi-Profi Sebastian Guhr? Wie die meisten vom OSSV hat er jetzt Moritzburg am 9./10. Juni fest im Visier. „Ich will am Schloss meinen Titel auf der Halbdistanz verteidigen.“ Und denn geht es beim Ironman Klagenfurt auch für ihn auf die Langstrecke.