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Mittwoch, 08.08.2018

Stallplakette für Gut Heinrichshof

Die Kleinröhrsdorfer Reitanlage arbeiten besonders artgerecht. Sachsens Landwirtschaftsminister höchstselbst überbringt die Siegerurkunde.

Von Bernd Goldammer

Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt (r.) und Manfred Uhlemann (l.), Hauptgeschäftsführer des sächsischen Landesbauernverbandes, gratulierenBetriebsleiter Stefan Seyfarth (M.) vom Gut Heinrichshof zur hohen Auszeichnung.
Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt (r.) und Manfred Uhlemann (l.), Hauptgeschäftsführer des sächsischen Landesbauernverbandes, gratulieren Betriebsleiter Stefan Seyfarth (M.) vom Gut Heinrichshof zur hohen Auszeichnung.

© Bernd Goldammer

Kleinröhrsdorf. Das Gut Heinrichshof in Kleinröhrsdorf hat Grund zum Feiern. Betriebsleiter Stefan Seyfarth konnte Dienstag die Siegerurkunde des Landeswettbewerbes „Tiergerechte und umweltverträgliche Haltung 2017/2018 in Sachsen“ aus den Händen von Sachsens Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt (CDU) entgegennehmen. Dazu übergab ihm der Minister ebenfalls die begehrte Stallplakette, die die Qualitäten des Betriebes zum Ausdruck bringt. „Wir wollen damit sowohl das facettenreiche Konzept, wie auch das langjährige Engagement der Kleinröhrsdorfer Pferdezüchter für artgerechte Tierhaltung würdigen“, so der Minister. Auch der Hauptgeschäftsführer des Sächsischen Landesbauernverbandes, Manfred Uhlemann, war Dienstag nach Kleinröhrsdorf gekommen.

Das Gut Heinrichshof überzeugte die Juroren aus allen Fachverbänden. Wegen der beispielhaften artgerechten Haltung der Tiere. Sechs Offenställe bieten den Pferden rund um die Uhr freie Bewegungsmöglichkeiten. Dass die Jury besonders streng arbeitet, wird an ihrer Zusammensetzung ersichtlich. Ihr gehören Vertreter vom Pferdezuchtverband und vom Pferdesportverband an. Auch der Tierschutzverband und der Landeskontrollverband sowie die Tierseuchenkasse sind vertreten. Das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie und der Sächsische Landesbauernverband sind dabei federführend. Die Entscheidung zu Gut Heinrichshof fiel übrigens einstimmig, nachdem die Juroren alle Bewerber vor Ort besucht hatten. „Es ist nicht mehr zu übersehen, Pferde sind wieder im Kommen“, so Manfred Uhlemann. 8 500 Sachsen haben inzwischen irgendwie mit Pferden zu tun. Die meisten haben Reiten als entspannendes Freizeitvergnügen für sich entdeckt. Das schafft Perspektiven für landwirtschaftliche Unternehmen wie das Gut Heinrichshof.

Betreuung rund um Uhr

Stefan Seyfarth: „Wir bieten den Freunden des Pferdesportes die Möglichkeit, ihre Tiere bei uns artgerecht einzustellen.“ Sie werden hier rund um die Uhr betreut und versorgt und können ihrem Bewegungsdrang ständig freien Lauf lassen. „Bis jetzt betreuen wir in unseren Stallungen und dem angrenzenden Freigelände 80 Tiere. Wir achten darauf, dass sich die Pferde ausreichend bewegen können, deshalb ist unser Gelände so groß.“ Und auch für die Stadt Großröhrsdorf ist das Gut Heinrichshof wichtig. Deshalb war auch Bürgermeisterin Kerstin Ternes bei der Übergabe dabei. „Gut Heinrichshof ist ein Freizeitfaktor, auf den wir sehr stolz sind“, sagte sie.

Durch die sogenannten Einsteller entstehen interessante Arbeitsplätze in der Landwirtschaft. Das ist auch notwendig. Denn eines machte Manfred Uhlemann klar: Die Zahl der landwirtschaftlich Beschäftigen ist nach wie vor im Sinkflug. 21 700 Festangestellte arbeiten gegenwärtig noch in der sächsischen Landwirtschaft. Eine Trendwende ist nicht zu erkennen. Zu wenig Fachkräfte sind nur ein Grund. Die zunehmende Rationalisierung spielt dabei eine Hauptrolle. In zwei Jahren wird der Wettbewerb erneut ausgeschrieben. Dann stehen vielleicht Bienen und Mastgeflügel im Blickpunkt. Denn die stehen auch in der öffentlichen Debatte. Es gäbe Aufklärungsbedarf, heißt es, und ist auch ein Anliegen des Wettbewerbs.