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Sonntag, 05.08.2018

Städtebahn kritisiert DB nach Unfall

Am Sonnabend sind erneut Bäume auf die Gleise zwischen Radeberg und Kamenz gestürzt. Reisende sitzen stundenlang fest.

Von Jens Fritzsche

Bilder vom Bahnunfall

Sonnabend, gegen 18.30Uhr, stürzte ein Baum auf die Gleise bei Pulsnitz. Nichts ging mehr.
Sonnabend, gegen 18.30 Uhr, stürzte ein Baum auf die Gleise bei Pulsnitz. Nichts ging mehr.

© Städtebahn Sachsen

Pulsnitz/Radeberg. Nach dem schweren Bahnunfall am späten Sonnabendnachmittag auf dem Streckenabschnitt bei Pulsnitz übt die Städtebahn Sachsen erneut schwere Kritik an der Deutschen Bahn. Deren Tochterunternehmen DB Netz AG ist für das Schienennetz in diesem Bereich zuständig; „und innerhalb der letzten zwei Wochen kam es zu insgesamt vier Zusammenstößen mit Bäumen“, so Städtebahn-Geschäftsführer Torsten Sewerin. Diese Unfälle waren dabei weitgehend glimpflich abgegangen; am Sonnabend allerdings hatten auf die Gleise gestürzte Bäume für einen schweren Zusammenprall und zur Entgleisung des Zuges geführt, der in Richtung Kamenz unterwegs gewesen war.

Bilder vom Bahnunfall

„Die Strecken der DB Netz AG werden immer unsicherer, da sie immer mehr zuwachsen“, macht Torsten Sewerin seinem Ärger Luft. Und das nicht zum ersten Mal. Schon im Dezember vergangenen Jahres hatte Sewerin nach etlichen Unfällen mit umgestürzten Bäumen deutliche Worte gefunden: Seit der Übernahme des Bahnbetriebes durch die Städtebahn im Jahr 2010 vernachlässige die Deutsche Bahn als Eigentümer der Strecken den kompletten Vegetationsschnitt entlang der Trassen. Und das, obwohl die Städtebahn jedes Jahr etwa zehn Millionen Euro an Nutzungsgebühren zahle und die Bahn zudem zum Rückschnitt verpflichtet sei. Der Sachschaden liege mittlerweile bei einer Million Euro für Reparaturen, so der Städtebahnchef in seiner Kritik im vergangenen Dezember. „Dazu kommen Kosten für Schienenersatzverkehr und erhebliche Aufwendungen wegen Zugumleitungen“, zählte er weiter auf. Nicht zu vergessen der Ärger für die Fahrgäste, wenn Züge ausfallen.

Am Sonnabend waren nach einem schweren Gewitter gegen 18.30 Uhr mehrere Bäume auf die Gleise gestürzt. Ein Zug konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen; verletzt wurde glücklicherweise niemand. Die Reisenden mussten allerdings knapp zwei Stunden im Zug ausharren, bis sie ihre Fahrt per Taxi fortsetzen konnten. Die Strecke zwischen Radeberg und Kamenz war daraufhin stundenlang gesperrt gewesen. Die freiwilligen Feuerwehren aus Steina, Pulsnitz und Friedersdorf waren im Einsatz und hatten die Reisenden aus dem von den Bäumen eingeschlossenen Zug befreit.